Mittwoch, 7. September 2016

Mit Mister Comet als Jacke zum MMM aus dem Sommerloch

Ohje...mein Blog ist über die Sommerwochen hinweg aber arg verwaist!!! Schande über mich.
Aber es standen so viele Arbeiten am #lärchenhüttchen an, inklusive Einrichtung mit Palettenmöbeln, dann folgte schon der Sommerurlaub, danach musste das Lärchenhüttchen ja auch endlich mal eingeweiht werden, so dass fast jedes Wochenende ausgebucht und kaum Zeit zum Nähen blieb.

Aber jetzt...der Herbst naht, auch wenn die momentanen Temperaturen doch eher an Hochsommer erinnern. Dennoch, am Morgen und Abend ist es schon richtig frisch...da muss eine kuschelige Jacke her. Ich hätte meinen altbewährten Schnitt der Nickyjacken nutzen können, aber ich wollte mal etwas Neues ausprobieren.

Mister Comet als Sweatshirt hatte ich bereits genäht (aber auch noch nicht gezeigt!), aber gerade für diese wechselwarmen Tage mag ich inzwischen Jacken lieber als ein Shirt...zu warm...Jacke auf...zu kalt...Jacke zu!
Nun sieht der Schnitt Mister Comet eigentlich nicht vor, dass man ihn als Jacke näht, aber so schwer ist das an sich nicht:

- Vorderteil nicht im Bruch zuschneiden, sondern mit Nahtzugabe an der Vorderkante
- auch das Kapuzenvorderstück, nicht im Bruch zuschneiden, sondern mit Nahtzugabe an der Vorderkante
- damit die Jacke auch innen hübsch aussieht habe ich mir noch einen Beleg vom Vorderteil abgezeichnet. Wie das geht ist übrigens hier erklärt.
- weiterhin benötigt man einen Reißverschluss in Länge der Jacke...die Länge misst man am besten ab, wenn man die Jacke schon zusammengenäht hat. Ich kaufe da immer die längsten Reißverschlüsse und kürze diese dann entsprechend ein. Anleitung dazu gibt es hier.
- meine Jacke habe ich dann noch zusätzlich mit einen Kinnschutz und im Nacken mit einem Versäuberungsstreifen ausgestattet...das rundet für mich das Gesamtbild der Jacke richtig gut ab.

Genug der Worte...hier nun Mister Comet als kuschelige Herbstjacke:






Genäht habe ich Mister Comet in Größe L (ich bin ca. 178 cm groß), so reicht sie mir schön warm über den Po, das mag ich in der kalten Jahreszeit sehr gerne. Außerdem ist noch genug Spielraum, um auch noch ein Langarmshirt drunter zu ziehen. Da ich nämlich tendenziell dazu neige immer zu frieren, ist für mich der Zwiebellook immer noch das bewährteste Kleidungsmodell...immer schön mehrere Lagen übereinander...ich gebe zu, das kann sich zum Winter hin bis zu fünf Lagen steigern;-).

Hier noch mal ein Blick auf die kleinen  Details:

Die Ösen habe ich mit Snappapp unterlegt, das gefällt mir immer sehr gut und sorgt auf jeden Fall dafür, dass die Ösen nicht so schnell ausreißen. Da der Kragen ja sehr hoch schließt fand ich den Kinnschutz sehr wichtig, denn nichts ist störender als ein pieksender Reißverschluss am Kinn!


Innen der Blick auf Beleg und Versäuberungsstreifen. Man hätte noch einen Aufhänger mitfassen können, aber ich bin ein bekennender "ich hänge meine Jacke an der Kapuze auf" Typ;-).

Ich bin sehr zufrieden mit meiner neuen Jacke...es wird sicher nicht die letzte sein. Und vielleicht war die Idee aus einem Sweatshirtschnitt eine Jacke zu zaubern für manch' einen ein klein wenig hilfreich und inspirierend.

Mit diesem Beitrag reihe ich mich in den heutigen MeMadeMittwoch ein und geh' gleich mal schauen, was ich dort für mich so an Inspiration finde!

Gruß Uschi

Schnitt: Mister Comet mit Abwandlungen
Stoff: Sweatstoff von Karteris und gut abgelagerter Jersey von...öh...keine Ahnung mehr;-)
Kordel: selbstgedreht


Freitag, 3. Juni 2016

Möbel aus Paletten...

...liegen im Trend. Und wenn man sich mal bei Pinterest umschaut, das, was man aus Paletten bauen kann ist schon sehr schön...sehr sehr schön. Nur leider findet man nie so wirklich richtig detaillierte Anleitungen dazu und es Bedarf schon ein wenig handwerklichen Geschicks, damit am Ende eben auch wirklich ein gutes Ergebnis dabei herauskommt.

Nun, manche von euch konnte es auf Instagram ja schon verfolgen...wir haben dort, wo früher die alte Garage stand nun ein "Lärchenhüttchen"...manch einer schmunzelt beim "...chen", denn das Hüttchen hat eine Grundfläche von ca. 4,70 m x 4,50 m und ist damit sicher eher schon Hütte zu nennen.


Inzwischen ist das Lärchenhüttchen auch komplett verkleidet und hat ein wetterfestes Dach und Boden bekommen und soll nun gefüllt werden. Am liebsten mit einer "Sitz-Lounge" aus Paletten. Nur wie geht man da am besten vor? Wie gesagt, bei Pinterest findet man schöne Ideen, aber meist eben nur als Idee oder aber mit Links die recht wenig aussagekräftig sind.

Da liegt es ja nahe, dass ich mal im Bloggerportal stöbere und schaue was die Literatur dazu zu bieten hat. Finde ich ein gutes Buch, mit guten Anregungen, aber eben auch mit fachgerechten Anleitungen, wie man die Paletten schleift, sägt, bohrt und zusammenzimmert.
Ich wurde schnell fündig und bekam vom Basserman-Verlag das Buch "Möbel aus Holzpaletten - preiswert und einfach selber bauen" von Benjamin Busche zur Rezension zur Verfügung gestellt.


Nun, das Buch kam hier an und ich blätterte es zunächst einmal durch um mir einen groben Überblick zu verschaffen. Nach einer recht knapp gehaltenen Einleitung werden die verschiedenen Bauprojekte vorgestellt. Couchtische, Sideboards, TV-Board, Sitzbank, Strandkorb, Jugendbett, Gartenbuffet und Wandregal mit Garderobe...schade...keine Sitz-Lounge. Aber nunja, vielleicht würde ich mit Hilfe des Buchs ja genug Infos bekommen, wie ich für mein Projekt am besten vorgehe.
Der Autor schreib ja in seinem Vorwort: "Ich versuche in diesem Buch Anregungen für jeden Geschmack zu geben. Ob es mir wirklich gelingt, jeden Geschmack zu treffen darf bezweifelt werden. Aber es steht Ihnen ja frei, die im Buch gezeigten Modelle nach eigenen Vorstellungen abzuwandeln."

Okay, das beruhigt mich, denn die im Buch gezeigten Modelle überzeugen mich nun nicht wirklich. Ich weiß nicht was es ist, aber die meisten Modelle wirken zu wuchtig, zu groß, zu massiv, zu unbequem. Vielleicht täuscht mein Auge sich aber auch oder es liegt an der eher (man möge mir verzeihen) eher lieblosen Darstellung der Objekte.

Zum Beispiel dieses Sideboard...an sich ist die Idee mit den Schubladen ja schon schön und ich könnte mir auch vorstellen, dass ich das für meine Sitzlounge irgendwie übernehme. Aber hier auf diesen Bildern wirkt das Sideboard doch eher verloren und warum wurde das Sideboard auf beiden Bilder inklusive sinnfreier Dekoobjekte mit bildverarbeitender Software nur eingefügt anstatt sich die Mühe zu machen und ein ansprechendes Foto zu gestalten.



Oder diese Sitzbank:  


"Die Sitzbank auf der Terrasse lädt zum gemütlichen Verweilen ein". Wirklich?
Ganz ehrlich mit diesen zwei kleinen Kissen lässt es sich ganz sicher nicht den ganzen Abend gemütlich dort sitzen, zumal die Rückwand im 90 Grad Winkel angebracht ist was mich eher an Sitzen mit Stock im Rücken erinnert. Also, warum nicht tolle Sitzkissen dazu zeigen, eine hübsche Decke und ganz viel Schnickeldiekram, der zum Beispiel dieses Buch hier zur Augenweide werden lässt?!


Hinzu kommt die Sitzhöhe...wir haben momentan in der Lärchenhütte provisorisch drei Paletten übereinander liegen OHNE Räder und das ist für uns mit einer Körpergröße von 1,80 m schon das absolute Maximum, was die Sitzhöhe für ein gemütliches Sitzen haben darf. Wenn ich mir dann vorstelle da kommen noch Rollen drunter, dann sehe ich so manch eine meiner Freundin mit den Füßen in der Luft baumeln.
Was mich auch ein wenig stutzen lässt, sind die doch eher kleinen Rollen mit einer Tragkraft von 50 kg/Stk. Okay, das macht insgesamt 200 kg Belastung die ich aufbringen kann, aber mal grob gerechnet: Eine Palette wiegt im Schnitt ca. 25 kg, hier sind vier Paletten verbaut worden, das wären schon 100 kg...okay, ich bin fair, die Paletten wurden nicht komplett verbaut, ziehen wird also mal 25 kg ab, bleiben also 75 kg, die alleine die Paletten wiegen. Ein durchschnittlicher Erwachsener wiegt vielleicht 70-80 kg (ich bin gnädig;-)) und man soll ja wohl zu zweit darauf sitzen. 75 kg + 2 x 80 kg = 235 kg...da habe ich das max. Belastungsgewicht aber bereit um 35 kg überschritten! Das wäre mir zu heikel...da also lieber etwas mehr einkalkulieren.

Der Strandkorb...


...steht leider auch nicht wirklich am Strand, sondern wurde auch nur mit der Bildbearbeitung samt Hund dort eingefügt...schade! Und auch hier überzeugt mich die Gemütlichkeit aufgrund der nicht geneigten Rückenlehne nicht wirklich. (hier kommen übrigens noch mal 70 kg durch den Aufbau dazu. Auch wenn der Strandkorb hinten abgestützt wird, vorne ruht das Gewicht nach wie vor auf den kleinen Rollen!)

Aber...ich will ja nicht nur meckern...die Anleitungen wie man diese Möbel anfertigt sind recht ausführlich und reichlich bebildert, so dass man sicher zum Ziel kommen wird. Eine übersichtliche Materialliste macht die Beschaffung der Materialien leicht. Allerdings fehlt eine konkrete Angabe der entsprechenden Verbrauchsmaterialien. Für mich als Laie wäre es z.B. wichtig zu wissen, mit welcher Schraubengröße schraube ich eine Rückenlehne an um ihr genug Stabilität zu geben. Oder wenn ich die Paletten abschleife...welches Schleifpapier verwende ist da mit welcher Korngröße. Darüber gibt auch der Einleitungsteil leider keine Information.

Auch das "nur zusammen nageln" der Schubladen wie es hier beschrieben steht halte ich für nicht dauerhaft und eher fragwürdig. Ein Schreiner würde diesbezüglich sicher die Stirn in Falten ziehen;-).


Fazit: Der Autor zeigt mit seinem Buch einfache Bauprojekte aus Paletten, die man aber vermutlich mit ein klein wenig handwerklichen Geschick auch ohne Anleitung selber hinbekommen würde. Da wo Fachwissen gefragt ist, z.B. die Neigung des Sitzwinkels beim Gartensofa finde ich kein fundiertes Wissen, was das Möbel aber erst zu einem brauchbaren Möbelstück macht. Vielleicht bin ich durch die Mithilfe beim Bau unseres Lärchenhüttchens aber auch bereits zu anspruchsvoll geworden, was die Verarbeitung mit Holz angeht. Das einzig Postlive was ich dem Buch entnehmen konnte war die Information zu den Europaletten an sich. Worauf ist beim Kauf, besonders wenn man gebrauchte Paletten auswählt zu achten. Gerade gebrauchte Paletten können nämlich Schadstoff belastet sein...man weiß ja nie, was vorher mal darauf transportiert wurde und möglicherweise ausgelaufen ist.
Daher habe ich mich entschieden mir neue Paletten zu gönnen. Relativ günstig kommt man über das große Auktionshaus daran.

Da stehen sie nun...


...meine Paletten und warten auf ihre Verarbeitung. Da Buch brauche ich mir dazu nun nicht zur Hand nehmen. Ich denke ich habe genug handwerkliches Geschick um daraus selber eine Sitz-Lounge zu gestalten. Ich lasse es auch bei Gelegenheit dann wissen:-).

So leid es mir tut, aber ich kann das Buch nicht empfehlen. Unterm Strich zeigen sich für mich zu viele Mängel, sowohl konstruktionstechnisch als auch beim Layout des Buches. Es gibt einen Stern, weil für mich jeder Autor diesen, für die Mühe die er mit dem Buch hatte, verdient.

Gruß Uschi







Donnerstag, 19. Mai 2016

Eigentlich...

...muss ein Backbuch von Frau Barcomi nicht mehr vorgestellt werden. Die Fans werden es eh lieben und kaufen oder bereits gekauft haben.

Aber dennoch, für ein Backbuch von Frau Barcomi werde ich sicher ein paar Worte finden. Drei ihrer Bücher stehen bereits im Regal und ich habe in jedem von ihnen einige Lieblingsrezepte, die immer wieder auf den Tisch kommen.
Ob es in ihrem neuen Buch "Cheesecakes, Pies und Tartes"...


...auch so sein wird, wird sich noch zeigen, denn zum backen bin ich leider noch nicht gekommen. Aber bereits beim Durchblättern läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Okay, wer mich kennt, der ahnt es schon "Cheesecakes" sind aufgrunde des cremigen Belags nicht so meins...schmecken sicher wundervoll...anderen....meinem Mann ganz sicher!
Eigentlich bin ich da etwas traurig, denn mit IHREM "New York Cheescake" wird ein lang gehütetes Geheimnis gelüftet. Und da wird nicht einfach nur die Zutatenliste und die Zubereitung preisgegeben, sondern eben auch die vielen Kniffe und Tricks, die es benötigt um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Und gerade diese Tricks und Kniffe sollte man sich sehr zu Herzen nehmen, denn sie eröffnen einem "die wundervolle Welt der Cheesecakes, Pies & Tartes".

Dass es nicht nur DEN Cheescake gibt zeigen die ersten drei Kapitel des Buches: I love Cheescakes, Cheesecakes-Bars und Gluten Free Cheesecakes. Eine sehr gute Idee auch an die Allergiker zu denken, denn eine Glutenallergie soll ja nun nicht bedeuten, dass man auf Kuchen verzichten muss!
Wenn ich mich nun nicht verzählt habe umfassen diese drei Kapitel alleine schon 25 Rezepte.
Rezepte, die immer auf einer Doppelseite sehr übersichtlich zu finden sind. Das sagt mir bei den Büchern von Frau Barcomi sehr zu...das Blättern mit fettigen Fingern beim Backen entfällt, die Zutaten sind nach Verwendung übersichtlich gruppiert und die Zubereitung in klare Arbeitsschritte unterteilt. Super auch die Angabe zur Backformgröße...da habe ich nämlich bei anderen Backbüchern schon manche Überraschung erlebt...sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung!

Weiter geht es mit den Lieblings-Pie-Rezepten...ganz klassisch mit der Appel-Pie oder aber auch der Cherry-und Blackberry-Pie....da weiß ich gar nicht welche ich zuerst probieren soll!


Im nächsten Kapitel "Homemade in Europa" nimmt uns Frau Barcomi mit auf eine kulinarische Spritztour durch unsere Nachbarländer. Und wir als treue Frankreichurlauber wissen die Welt der Tartes, Tartins und Galettes sehr zu schätzen, egal ob süß oder herzhaft...immer gut!
Auch hier in der Welt der Tartes zeigt Frau Barcomi in einigen Rezepten, dass Tartes auch ohne Gluten großartig sein können. Wer möchte da z.B. bei dem "Peanutbutter Townie" nicht sofort zubeißen?


Keine Backform zur Hand...kein Problem, im Kapitel "Free Form and Hybrids" geht es auch ohne und nicht minder appetitlich, wie hier diese "Crostata with Ricotta, Fruit and Blueberries":


Nach SO viel Süßkram muss was Herzhaftes her "Savory Cheescakes, Pis & Tartes" ist voll davon. 13 herzhafte Rezepte, von der klassischen Quiche Lorraine, zur Chili Pot Pie und auch kleinen Snacks die sich sicher gut für die nächste Party eignen.


Also rundherum steckt das Buch voll mit Rezepten die aus meiner Sicht auf jeden Fall schon zum Lieblingsrezept nominiert worden sind. Ein kleines Problem meinerseits jedoch..ich bin eher spontan was kochen und backen angeht...ich plane das selten Tage im voraus, meist will ich hier und jetzt und am besten gleich ein Ergebnis haben. Das geht bei so manchem vorgestellten Teig nicht, da bedarf es an mehreren Stunden Kühlung zwischen den einzelnen Schritten sonst gibt es eben keine Gelinggarantie. Also muss ich mich in Geduld üben. Eine weitere Schwierigkeit (die aber auch ein wenig mit meiner Spontanität gepaart ist): Manchmal werden Zutaten verwendet, die ich hier auf dem Land nicht so ohne weiteres bekomme, z.B. "Muskovadozucker, bei dem es sich um nicht raffinierten Zucker aus Mauritius handelt. Hier im Umkreis definitiv nicht zu bekommen...müsste ich bestellen oder das Risiko eingehen normalen Zucker oder Rohrzucker zu verwenden.

Und dennoch...auch wenn bereits drei ihrer Bücher in meinem Regal stehen, auch das neuste von Frau Barcomi "Cheesecakes, Pies & Tartes" erschienen im Mosaik Verlag ist jeden Cent der 18,99 € wert. Dankbar bin ich übrigens Frau Barcomi, dass sie uns nicht gandenlos mit Kalorienangaben quält. Tröstend finde ich da ihren Satz: "Es ist meine Überzeugung, dass es besser, gesünder und befriedigender ist, ein kleines Stück eines perfekten Cheesecakes zu essen anstatt ein großes Stück eines Kuchens, der mit Kompromissen entstanden ist. Darum sind auch in ihrem Buch viele Rezepte zu finden, die sich für eine 15er Form eignen...kleine Kuchen halt, dafür aber sehr, sehr lecker!

Ich hoffe ich konnte euch den Mund wässrig machen ;-).

Gruß Uschi


Dienstag, 19. April 2016

Hereinspaziert...

...heute möchte ich euch wieder mal ein neues Buch vorstellen, ein Gartenbuch in das man wahrlich abtauchen, in dem man genüsslich "hindurchspazieren", hier und da verweilen kann und manchmal auch Platz nimmt, um etwas intensiver zu lesen.

Die Rede ist von den Buch: "Ein junger Garten auf dem Land", erschienen im DVA Verlag, geschrieben von Elke Zimmermann und mit wunderschönen Bildern von Christa Brand ausgestattet.


Was macht dieses Buch nun so liebenswert? Es sind nicht nur die Bilder, die es auf jeden Fall anzuschauen lohnt, nein es ist dieses Gefühl an der Gartenpforte abgeholt zu werden und mit vielen Tipps und Ideen auf eine Rundreise durch den Garten geführt zu werden. Nach der ersten "Annäherung" begibt man sich auf den "Terrassengarten", nimmt hier kurz Platz, um von dort den Blick auf den Bauerngarten verweilen lassen zu können.


Ein Bauerngarten nach historischen Vorbild, jedoch mit "zeitgemäßen Interpretationen", wie z.B. die mit Stahlblechen abgetrennten quadratischen Beete. Stahlblech, ein an sich kalter, nüchterner Werkstoff, der sich aber sehr schön durch das rostbraun auch als "natürliches" Element in die Natur einfügt und in diesem Garten in keinster Weise kalt und nüchtern wirkt.

"Von der Sonne verwöhnt" wird man im Irisgarten, der viele Sorten in allen möglichen Farben beherbergt.

Im Kapitel "Immer den Wasser nach" zeigt sich, dass auch Wasser ein Gestaltungselement im Garten sein kann, nicht nur als Gartenteich. So ist hier im Garten von Elke Zimmermann ausgehend vom Wassertrog ein Rinnensystem rund um den Bauerngarten gelegt worden. "Was zunächst wie kleine Bewässerungsrinnen aussieht, ist ein ausgeklügeltes System zur Schneckenabwehr. Da Schnecken weder schwimmen noch tauchen, lassen sie sich durch die kleinen , etwa 10 cm breiten und 4 Zentimeter tiefen Wassergraben davon abhalten, im Gemüsegarten ihr Unwesen zu treiben". Genial gelöst würde ich sagen!

"Entlang der Grenze" wird dem Besucher...äh...Leser gezeigt, das Grenzbepflanzung jenseits von Thuja und Kirschlobeer viel spannender, mystischer und geheimnisvoller wirkt und zu jeder Jahreszeit ihren Reiz ausüben kann.


Im Kapitel "Draussen Leben" wird klar, draussen ist nicht einfach "nur" ein Garten der Arbeit macht, nein draussen ist ein "Lebensraum" der Freude macht. Freude beim Ernten, Freude beim darin spielen, Freude auch beim Arbeiten, weil immer wieder Neues wächst und entdeckt wird und Freude auch beim darin ausruhen!

Zu guter Letzt schlendern wir mit der Autorin noch durch den Hanggarten in dem mit Findlingen und vielen Staudengewächsen eine wunderschöne dreidimensionale Kulisse geschaffen wurde.


Das Buch endet mit einem Ausblick auf "Haus und Hof" und schaut auch hinter die Kulissen, wo findet der Kompost seinen Platz ohne allzusehr ins Auge zu fallen, wo bleiben die Gartengeräte die man doch beinahe täglich benötigt und wo sammelt sich der "Krusch und Krempel, den man vielleicht doch noch brauchen kann"?

An vielen Stellen im Buch habe ich mich wiedergefunden, das hat mir sehr gut gefallen, viele Stellen an denen ich Nicken musste und dachte "Ja, so ist es...genau so!", daher hat mein Rezensionsexemplar auch ganz viele Fähnchen bekommen,

 ...an diesen Stellen fand ich Textpassagen die es sich zu merken lohnt:

"Etappenweise kommt Jahr für Jahr etwas dazu;...." Ein Garten ist eben nie fertig, auch wenn das viele Häuslebauer manchmal meinen. Da wird dann ein "praktischer" Garten angelegt, mit viel Rasen, Betonflächen und neuerdings auch Schottersteinen, hier und da ein Pflänzchen, vielleicht mal ein Bäumchen...fertig! Nein, fertig ist ein Garten nie und sein Zauber stellt sich erst nach vielen Jahren ein, wenn man ihn lässt, ihn hier und da jedoch auch führt.

"Wir haben zwar viel Stein, aber eigentlich keinen Beton in unserm Garten, und so werden im Laufe der Zeit Pflasterfugen und Mauerritzen genauso von der Vegetation erobert wie die Kieswege zwischen den Beeten des Gemüsegartens." SEHR symaptisch!!! Denn nichts ist langweiliger als eine triste graue zugepflasterte Betonwüste!

"....wenn gewässert wird, dann richtig!" Danke, dass das Erwähnung findet, denn ja "Wasser ist ein kostbares Gut", auch wenn es hier in unserer Region meinst aus Grundwasserbrunnen  genutzt wird, aber so beobachte ich jeden Sommer in der Nachbarschaft das gleiche Spiel...die Rasensprenger im Beet schwenken hin und her, die Pflanzen recken ihre Wurzeln dahin wo das Wasser ist, nämlich zur Oberfläche, statt in die Tiefe. Ich hingegen ziehe mit Gießkanne und Schlauch durch den Garten und gieße gezielt, und das auch nur, wenn es wirklich nötig ist. Unser Rasen ist in heißen Sommer oft braun, was aber auch den Vorteil hat, dass ich in der Sommerhitze nicht mähen muss, während meine Nachbarn ihre grüne Fläche im Schweiße ihres Angesichts bearbeiten müssen. Und keine Sorge, nach ein zwei Regentagen ist auch mein Rasen wieder grün;-).

"Die eine oder andere Pflanze will nicht so recht und verschwindet wieder, dafür siedeln sich unerwartete Gäste an, die das Beet bereichern." Ja, auch hier heftiges Nicken...wie oft kaufte ich schon schöne Stauden die irgendwann dahin kümmerten, wie oft Blumenzwiebeln die den Mäusen wohl mundeten...alle weg, dafür aber reichlich Goldrute aus Nachbars Garten;-). "Der Garten als Ort beständiger Veränderung."

Sehr heftiges Nicken bewirkte auch der abschließende Satz am Ende des Buches: "Auch der Gärtner scheint im Grunde seines Herzens eigentlich Jäger und Sammler zu sein, und so gruppiert sich rund ums Haus ein Sammelsurium von Fundstücken, die so manche Geschichte erzählen können."

Ich weiß nicht wie es euch ergeht, wenn ihr durch eure Heimat spaziert, wir hier begegnen immer wieder Häusern und Gärten die erzählen nichts, gar nichts. Andere hingegen flüstern schon leise von der Gartenpforte: "Hey du...kommt doch mal rein und fühl dich wohl bei mir!"
Und von genau so einem Garten berichtet das Buch "Ein junger Garten auf dem Land". Danke, dass ich mit auf die Reise gehen durfte!


Was abschließend noch zu sagen wäre: Vorne und hinten im Buch befindet sich ein Grundriss des ca. 1500 m² großen Gartens, damit man nachvollziehen kann an welcher Stelle im Garten man sich gerade befindet. Schön wäre es noch gewesen, wenn jedem Kapitel ein eigener kleiner Grundriss in der Art eines Pflanzplans beigefügt worden wäre. Das hätte die Nennung aller abgebildeten Pflanzen mit deutschen und lateinischem Namen perfekt gemacht;-)....aber ich bin auch so sehr zufrieden:-).

Gruß Uschi

Mittwoch, 6. April 2016

MeMadeMittwoch...diesmal gestrickt!

Was lange währt wird endlich....fertig! Lach...nein, natürlich auch gut:-).

Meine Instagramfollower sind schon ganz gespannt, sie haben mit dem hashtag #fairislejacke das Projekt schon ganz lange mitverfolgen können.
Denn als ich im November diee Zeitschrift (Verena Stricken Winter 2015) durchblätterte war sofort klar:

DIE WILL ICH HABEN!!!

Wolle mit Farbverlauf fand sich sogar noch im Vorrat, nur die Kontrastfarbe musste ich bestellen. Die Anleitung war an sich schlüssig und das Muster schon recht einprägsam...nur...ich und nach Anleitung stricken, das hat noch nie funktioniert. Trotz passender Maschenprobe und zwei Startversuchen wollte das mit der angegebenen Maschenzahl bei mir nicht funktionieren...die Jacke wäre ein Zelt geworden!
Also...mache ich es auch meine eigene Weise...nehme das Muster und teilte es neu ein. Ich scheu da ja nix...vor Mathe schreckte ich noch nie zurück.

Der dritte Versuch hatte dann die richtige Breite und von da an war es eben nur noch stricken....ein bisschen Sorgen bereitete mir noch der gedoppelte angestrickte Kragen udn die doppelt angestrickte Blende, aber das klappte recht reibungslos auf Anhieb! Einzige Änderung (abgesehen von der nicht passenden Maschenzahl und der im Verlauf dann natürlich auch nicht mehr passenden Maschenzahlen) die ich vornehmen musste, das Armloch war mir mit der angegebenen Höhe zu eng...also habe ich an den Schultern noch ein paar Reihen mehr gestrickt. Ja, was soll ich noch mehr schreiben, hier ist sie nun, meine #fairislejacke:





Was mir sehr gut gefällt ist der warme, kuschelige, hochgeschlossene Kragen:


Der aber auch, wenn man die Jacke offen oder halboffen trägt hübsch aussieht, denn die Innenseite hat auch ein kleines dezentes Muster:


Die Jacke nochmal ohne Inhalt am Boden liegend...

...hier erkennt man sehr schön den hohen Kragen.


Auch die Bündchen sind doppelt gestrickt mit Mausezähnchenrand, auch hier etwas abweichend von der Anleitung...schmaler und nicht mit Noppenrand.

 
Und so schaut so ein gestrickt übrigens von innen aus:


Ein Projekt, was ich mit viel Ruhe und einigen Pausen über vier Monate gestrickt habe, mein bisher aufwändigstes Fairisleprojekt. Und ich weiß, ganz viele Strickerinnen hadern damit, aber traut euch einfach mal ran...so schwer ist das gar nicht. Und vor allem inzwischen gibt es so viele Anleitungsvideos dazu, dass das hantieren mit den Fäden ganz bald schnell von der Hand geht. Wobei ich sagen muss...ich habe da so meine ganz eigene Methode entwickelt.

Meine #fairislejacke reiht sich ein in die MeMadeMittwoch Galerie...danke fürs sammeln der Inspirationen!

Gruß Uschi


Dienstag, 5. April 2016

Geh'n wir raus?

Ja klar...denn es dauert nicht mehr lang und für mich beginnt die schönste Zeit des Jahres. Schon jetzt wird es wärmer und die Luft duftet nach Frühling und wir haben auch schon einige Male unseren Kaffee/Tee draußen auf der Terrasse genossen.

Und da bei uns einige Veränderungen im Garten anstehen hat mich das Buch "Geh'n wir Raus?" von Charlotte Hedemann Guéniau, erschienen im DVA Verlag direkt angesprochen.


Ein Zimmer im Grünen ist immer etwas Feines und das was hier...


...am Samstag noch in Schutt und Asche lag wird sich ganz bald zu so einem romantischen Gartenzimmerchen wandeln...hofffe ich.

naja...sagen wir mal...so ähnlich:-)

Inspirationen gibt es dazu genug im Buch. Das Buch ist in sieben Kapitel geliedert, erzählt zunächst etwas über das "Draußen Leben", dann geht es weiter mit "Türen auf!".


Wie gelingt es einen schönen Übergang von drinnen nach draußen zu gestalten. "Energie fließt dahin, wo die Aufmerksamkeit ist, also gestalten wir unseren Außenbereich am besten so, dass er wie eine Erweiterung des Innenbereiches wirkt!".


Nun das ist ein guter Rat, der sich jedoch nicht immer bei jedem Wetter beherzigen lässt. Daher befasst sich das nächste Kapitel mit dem Thema ein "Dach über dem Kopf". Ob es sich dabei um eine überdachte Terrasse, eine halboffene Remise, oder auch nur um ein Sonnensegel gegen den Schutz der Sonne handelt ist eigentlich egal. In all diesen "Räumen" lassen sich hübsche Plätzchen zaubern, wenn man die nötigen Materialen zur Hand hat. Das Buch quillt über vor Kissen, Decken und Poufs auf denen man sofort Platz nehmen möchte, in die man sich abends hineinkuscheln möchte.

Im Kapitel "Tief durchatmen" wird empfohlen den Wohnraum draußen genauso komfortabel zu gestalten wie den inneren Wohnraum und jeden Moment zu nutzen um tief durchzuatmen. Was dabei hilfreich sein kann ist den zahlreichen Bildern gut zu entnehmen.

hier z.B. ein kleines Tablet mit Tischbeinen,
 was überall im Garten aufgestellt werden kann.

Ein weiteres Kapitel befasst sich mit "Gästen und Festen", wie gestalte ich den Garten wenn ich Bescuh empfange? Da gibt es Varianten von einer langen Tafel bis hin zu vielen kleinen Tischgruppen und Stehtischen an den die Gäste immer wieder neu Platz nehmen können und sich während der ganzen Feier nicht langweilen müssen, weil es immer Neues zu entdecken gibt.

Wer möchte da nicht mit Freunden Platz nehmen?

Auch Kinder lieben das Leben draußen. Ein heißer Sommertag mit Wasserspielen, allen Mahlzeiten an der frischen Luft und der Ausklang des Tages an der offenen Feuerstelle hat unseren Kindern immer gut gefallen. Und selbst jetzt noch als Teenager kann ich sie mit Stockbrot immer zu einem gemütlichen Beisammensein überzeugen. Unsere Kinder haben ihr Campini immer geliebt, ein idealer Rückzugsort im Garten für Kinder! Das Ebook gibt es übrigens immer noch bei Farbenmix:-).


Und sollten nun einige meiner Leser sagen: Nun...alles gut und schön, aber wir haben gar keinen Garten, so kann ich sagen, auch an diejeneigen wurde mit dem letzten Kapitel "Zum mitnehmen" gedacht. Einfach mal einen großen Korb oder Bollerwagen voll Decken, Kissen und Picknickkorb packen und dorthin fahren wo die Natur einlädt zu verweilen.

Das Buch inspiriert und zwar SEHR gut!!! Viele Ideen sind so simpel und die Materialen dafür sicher auf fast jedem Trödel zu finden:

 Man muss nur die Augen ein wenig offen halten!


Klar legt die Autorin und Gründerin des Designunternehmens "Rice" (nein, guckt jetzt besser nicht;-)) auch ihr Augenmerk auf diese Marke, aber sie macht es dezent und nicht aufdringlich und das gefällt mir sehr gut. 
Geh'n wir raus ist ein Buch, was man gerne zur Hand nimmt, was gute Laune bereitet, selbst bei trübem regnierischen Wetter, denn schon nach drei vier Seiten wird man anfangen zu planen, zu schwärmen wie schön es im Garten sein wird, wenn das Wetter wieder lacht. Zwischen den Beiträgen findet man einige kleine "Selbstmach-Ideen", die in der Regel recht einfach, günstig und schnell umzusetzen sind.

Eine davon steht auf jeden Fall schon auf meiner Wunschliste und nicht nur auf meiner!


Ihr seht, ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr heraus und das, obwohl das Buch eigentlich nur eine Sammlumg von Bildern, wenig Text, einigen Idee und Rezepten ist. Aber der Mix ist gut...sehr gut!!! Wer nun für alle Decken, Kissen, sei es gehäkelt oder genäht oder gestrickt sein mag eine detaillierte Anleitung erwartet, der ist hier fehl am Platze, aber für knapp 30 € zeigt dieses Buch schon recht konkret wie man als kreativer Geist eine Idee nach der anderen prima auch ohne Anleitung in die Tat umsetzen kann.
Ich bin dann jetzt mal Decken und Kissen und Wimpelketten nähen...oder doch häkeln....

Gruß Uschi