Dienstag, 4. Dezember 2007

Die Geschichte vom Weihnachtsmann...

... und seinem genervten Helferlein.

Nun, liebe Leute, wir sind uns ja alle einig, der Weihnachtsmann kann trotz sinkender Kinderzahlen die Arbeit vor Weihnachten nicht ganz alleine erledigen. So hat er also im Laufe der Jahre in denen ja die Ansprüche der Kinder immer größer wurden einige Helferlein eingestellt. Heute möchte ich euch die Geschichte eines dieser Helferlein erzählen:

Das Helferlein hat gestern, wie es ihm vom Weihnachtsmann aufgetragen wurde, ordungsgemäß alle Wunschzettel eingesammelt, die ihm vor die Füße kamen. Mit dieser langen Liste machte er sich heute auf den Weg in die nahe gelegene Stadt, um die Einkäufe für den Herrn in Rot zu tätigen.
Da das Helferlein vermutete dass es schwer bepackt nach Hause kommen würde, ging es nicht zu Fuß, sondern nahm die elektrische Kutsche, um die fünf Kilometer bis zur nächstgelegenen größeren Stadt zu erreichen. Dort stellte das Helferlein zunächst ärgerlich fest, dass die meisten Geschäfte erst um 10 Uhr öffnen würden. Naja, ging es also erst einmal in den Buchladen (der zum Glück schon geöffnet war!) in dem der Weihnachtmann vor 14 Tage bereits ein Buch zum Abholen bestellt hatte. Das Helferlein bekam jedoch die Auskunft, dass das bestellte Buch wohl noch nicht da sei (okay, es kommt aus den Niederlanden, aber die sind ja sooo weit nun auch nicht weg)! Also wird sich das Helferlein in der kommenden Woche noch einmal auf den Weg machen. Vom Buchladen aus fuhr das Helferlein zur Stadtbücherei, wo es entliehene Bücher vom Weihnachtsmann zurückgeben sollte. Hier hatte es ausnahmsweise mal Glück, denn direkt davor fand es einen Parkplatz an dem man für eine Stunde eine Parkscheibe stellen musste.
Die Bücherei jedoch hatte noch geschlossen. Also lief das Helferlein von hier aus erst in die Stadt um besagte Wunschzettel abzuarbeiten. Der erste Wunsch, nichts außergewöhnliches, aber: "Oh, das tut uns leid, das haben wir zur Zeit nicht vorrätig!" Also wird sich das Helferlein in der kommenden Woche noch einmal auf den Weg machen. Der nächste Wunsch, ein Artikel der zum Schulbedarf gehört, und den man zu Schulbeginn an allen Ecken und Kanten hinterher geschmissen bekommt, nur zur Weihnachtszeit??? Nunja, das Helferlein wurde fündig, im ersten Geschäft allerdings für den dreifachen Preis als zu Schulbeginn. Es stutzte kurz und überlegte, dass es diese Preissteigerung wohl doch besser noch mit dem Weihnachtsmann ausdiskutieren sollte. Der dritte Wunsch, ein wenig undeutlich - "irgendetwas nettes"! Wo sollte man dies nur finden???? Dazu betrat das Helferlein mindestens drei Geschäfte, um dann festzustellen, das auch dieses noch genauer mit dem Weihnachtsmann zu diskutieren sei! Ihr ahnt es schon, Wunsch Nummer vier, fünf und sechs verliefen ähnlich, meist stutze das Helferlein über rasante Preissteigerung oder aber über leere Regale. Bei allem hin und her wurde das mittlerweile schon müde gewordene Helferlein auch noch nass, denn zwischenzeitlich hatte Regen eingesetzt.
Dennoch beschloss das Helferlein tapfer weiterzumachen, um im letzten Geschäft möglicherweise doch noch Wunsch Nummer 2 zu finden. Und in der Tat, weit hinten im letzten Regal fand sich dieser Wunsch zu Preisen, die das Helferlein vor dem Weihnachtsmann vertreten konnte! Immerhin ein Geschenk, dachte das Helferlein.Ihm fielen nun wieder die Bücher ein, die es ja noch zur Bücherei bringen musste. Die Zeit war inzwischen schon weit vorangeschritten, so dass sich das Helferlein dachte: "OH, bevor du in die Bücherei gehst, musst du noch schnell eben die Parkscheibe weitersetzen!" Aber was war das? Da machte doch soeben eine Dame ganz in blauer Uniform ein Foto von der elektrischen Kutsche. Die Dame sah nun so gar nicht freundlich aus und das Helferlein bekam auch gleich ein schlechtes Gewissen, hatte es die Parkdauer doch glatt um 15 Minuten (!!!!!!!) überschritten. Das Helferlein machte ein zerknirschtes Gesicht, wagte aber, angesichts des boshaften Blickes der Dame in blau, nicht auf Gnade zu hoffen. Also würde dem Weihnachtsmann wohl in den nächsten Tagen auch noch ein Strafzettel ins Haus flattern. Nun, die Bücher brachte das Helferlein noch schnell weg, aber trotzdem, es war vom heutigen Morgen doch sehr gefrustet. Taugte es etwas nicht als Weihnachtsmannhelfer? Es hatte kaum ein Geschenk besorgt, hatte Benzin für die bereitstehende Kutsche verbraucht, brachte dem Weihnachtsmann auch noch Scherereien ins Haus und steht nun mit fast leeren Händen da? Wie sollte das enden?
Das Helferlein überlegte. Zu Hause angekommen kochte es sich erst einmal eine gute Tasse Tee, schaltete das kleine graue elektronische Helferlein des Helferleins an und schaute ob es in der großen weiten Welt nicht fähigere Helferlein geben sollte.
Und tatsächlich, es öffneten sich Türe und Tore, es fand jeglichen Wunsch in kürzester Zeit erfüllt und, wie es feststellen durfte wurden diese Wünsche sogar ins Haus geliefert, teilweise gegen keine, oder nur geringe Gebühr!!! Das stand doch in keiner Relation zu den bisher verursachten Kosten, wie Benzin, Strafzettel und investierter Zeit?
Aber waren da nicht die warnenden Worte des Weihnachtsmannes: "Oh, du liebes Helferlein, denke bei deiner Hilfe bitte auch an all die netten Verkäufer und Verkäuferinnen des Einzelhandels. Schwer müssen sie ihr Brot verdienen, und sie müssen kämpfen gegen all die anderen Helfer aus der großen weiten Welt!"

Tja, und hier steht es nun, das arme kleine Helferlein und muss dem armen Weihnachtsmann irgendwie erklären, dass es in diesem Jahr nicht an die zahlreichen Verkäufer und Verkäuferinnen gedacht hatte. Ob der Weihnachtsmann denn eventuell im nächsten Jahr die bis dahin arbeitslosen Verkäufer und Verkäuferinnen vielleicht im Paketdienst einsetzen kann??? Auch dies wäre sicherlich mit dem Weihnachtsmann zu verhandeln!!!

So liebe Leute, das war die Geschichte vom Weihnachtsmann und seinem genervten Helferlein. Ich hoffe ihr versteht, was ich damit gemeint habe. Vielleicht gibt es da draußen ja noch mehr Helferlein die genauso genervt sind wie unser kleines Helferlein aus der Geschichte?

Gruß Uschi

Kommentare:

  1. Ich glaubs nicht, wie bei uns ... Wann kann ich dein Buch, was du doch sicherlich schreiben willst - bitte mir persönlicher Widmung - beziehen???

    Hey! Helferlein!!! Gräme dich nicht! Auch wenn die lächelnden Verkäuferinnen und Verkäufer schon längst ausgestorben zu sein scheinen, manchmal trifft man doch ncoh den ein oder anderen. Und Weihnachten ist doch nur einmal im Jahr, die Hoffnung auf nette Menschen haben wir aber das ganze Jahr!!! In diesem Sinne!!!

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  2. Liebe Uschi

    die Geschichte ist so toll geschrieben !! Man kann das kleine Helferlein richtig gut verstehen !!! Ich muss auch noch los ...hilfe!!!
    Hoffentlich treffe ich nicht so eine grimmig guckende Dame in Uniform , Mensch gerade in der Weihnachtszeit könnten sie mal ein Auge zudrücken! Alles meckert über zu wenig Umsatz aber "Kundenfreundlich" fängt bei mir schon beim Parkplatz an :-)))
    Da müßten die Städte echt mal mitziehen!!

    Na ja ich wünsche dem kleinen Helferlein jedenfalls ,das es die letzten Geschenke etwas stressfreier bekommt!!

    Liebe Grüße
    Michaela

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  3. uschi,das ist ja sooo geil.ich denke auch du solltest unbedingt mal ein buch schreiben.zwinker ;O)
    nachdem unser helferlein letztes jahr so gefrustet war, hat er dieses jahr gleich von anfang an das elektronische helfers-helferlein benutzt.
    l.g.
    svenja

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  4. Ein anderes Helfelein war auch heute unterwegs aber hatte mehr Glück! Einige leere Regale fand es aber auch!
    Ich finde Deine Handytaschen und Deine Anhänger Klasse.
    Well done and take care.

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  5. *Lach*, du schreibst mir aus der Seele!
    Ja, die Verkäufer-innen tun mir auch leid, aber unser Helferlein hat soooo wenig Zeit und somit absolut keine Scheu das graue Helfer-Helferlein einzusetzen.
    Viel Glück weiterhin!
    LG Gabi

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  6. ohhhh wie kommt mir das bekannt vor. ich hatte vorgestern diesen tag!
    aber ich durfte auch mit den "netten" verkäuferinnen sprechen: neee... ich muss erstmal diese 3 kundinnen und dann die ware und wenns nicht im regal ist, haben wir das auch gar nicht mehr usw. usw.
    es lebe das www (auch ohne "nette" verkäufer)
    genervte veständnisvolle grüße
    einchen

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