Montag, 24. März 2008

Stoffmärkte - Wie kaufe ICH ein!

Hier habe ich jemanden versprochen das Thema aufzugreifen, denn bei MIR sieht das Einkaufsverhalten schon wieder ganz anders aus.
Wer es bis jetzt noch nicht wußte, wir wohnen ja recht nahe an der niederländischen Grenze, besser gesagt wir sind an DREI Seiten sozusagen umgeben von der niederländischen Grenze.
Das heißt für mich, eigentlich gibt es für mich fast das ganze Jahr über täglich (außer mittwochs) einen Stoffmarkt, den ich besuchen könnte. Okay, die in den kleineren Ortschaften beherbergen dann meist nur einen Stoffhändler und einen Händler mit "Kleinvak", also Kurzwaren.
Jetzt schreit bestimmt schon so manch einer: "Oooohhh traumhaft - wie toll - das Paradies! Endlich keine Stoffsorgen mehr!" Ja, das ist richtig, aber dafür bringt diese verlockende Nähe andere Sorgen mit sich (man kauft definitiv zuviel!!!) - also auch nicht immer so toll!
Daher gelten für mich ganz andere Regeln als für Sabine:

1. Nimm immer nur soviel Geld mit, wie dein Budget es zulässt!!!

Da die Stoffhändler auf dem Markt nie Kartenlesegeräte besitzen und mein Stoffhändler in Oosterhout auch nur niederländische Karten lesen kann, komme ich so nie in die Gefahr mehr auszugeben als ich eingeplant habe. Okay, manchesmal musste dafür ein erlesenes Stöffchen zurückbleiben, aber umso mehr weiß ich dann die Stoffe, die ich mitgebracht habe, zu schätzen.

2. Kaufe nur die Stoffe die du unbedingt brauchst...

...die anderen kannst du beim nächsten mal evtl. mitnehmen. Mittlerweile fahre ich meist nur Stoff einkaufen, wenn ich Aufträge habe. Für Felix und Julia versuche ich bestehende Stoffe abzubauen (dafür werde ich vermutlich JAHRE brauchen!!!). So stehen die Stoffe für die Kundenaufträge also immer als erstes auf der Liste. Dann gehe ich mindestens noch dreimal durch die Reihen (zumindest in Oosterhout) und überlege welchen Stoff brauche ich wirklich? Liegt vielleicht noch irgendwo ein begehrtes Stöffchen, was andere suchen?
Zu Saisonbeginn schaue ich meist nur und überlege, welcher von den schönen Stoffen wohl am Ende der Saison zu reduziertem Preis noch da liegen mag. Liegt er dann nicht mehr da, habe ich eben Pech gehabt - aber mittlerweile weiß ich eben auch: JEDE Saison hat ihre schönen Stoffe und es kommen immer wieder NEUE!!!

3. Kaufe viel wenn die Saison sich dem Ende nähert!

Das ist der Zeitpunkt wo es richtig aufregend für mich wird, denn dann werden die Stoffe in Holland meist gnadenlos reduziert. Holland ist eben ein kleines Land mit wenig Lagerraum, also "alles moet weg!". Da staunt man manchmal zu welchem Preis man da die anfangs richtig teuren Stoffe bekommt. Allerdings kann man damit nicht spekulieren, man muss dann eben DAS nehmen, was übrig geblieben ist (aber meist bleibt doch viel von dem anfangs Interessantem über!). Aber auch hier gilt Regel Nr. 1: Immer nur soviel kaufen wie das Budget es zulässt, denn sonst bekommt man zwangsläufig über kurz oder lang ein gewaltiges Platzproblem, woraus sich Regel Nr. 4 ergibt.

4. Kaufe immer nur soviel wie du auch im Stande bist lagern zu können!

Das ist ein ernst zu nehmendes Problem. Daher gehe ich nun schon ab und zu hin und durchforste mein Stoffregal. Ganz gewissenhaft frage ich mich: WELCHEN Stoff verarbeitest du wirklich noch, kannst du nicht doch den einen oder anderen abgeben? Trotzdem habe ich den Eindruck, es wird mehr und mehr und mehr.....


Fazit: Sicher gibt es Tage an denen es mir schwer fällt diese Regeln einzuhalten, denn immer mal wieder gibt es Stoff die ganz laut schreien: "Nimm mich mit!", aber alles in allem kann ich doch sagen, dass sich mein Kaufverhalten im letzten Jahr schon etwas gewandelt hat. Ich habe mittlerweile ein gutes Polster an Stoffen die ich miteinander kombinieren kann und wie gesagt, jede neue Saison bringt neue tolle Stoffe hervor.
Eins noch zum Schluss: Richtig teure Stoffe kaufe ich nicht! Sicher hätte ich auch gerne mal ein tolles Shirt aus Hilcos Campan, aber das ist mir definitiv zuviel für einen Jersey. Bei meiner Größe und vor allem Armlänge müsste ich ja ca. 1,50 m haben, das macht dann alleine für den Stoff schon ca. 28,50 Euro (das sind ja fast 60 DM - dafür hätte ich zu DM Zeiten selbst im Laden nie ein Shirt gekauft) - NEE!

Vielleicht ist ja für euch der eine oder andere Tipp hilfreich gewesen.
Achso, und was Immobilienangebote angeht, für von euch nun möglicherweise geplante Umzugsvorhaben so bin ich euch gerne behilflich;-)....

Gruß Uschi

Kommentare:

  1. Hallo Uschi!

    Ich finde es super interessant zu hören, wie Du einkaufst. Außerdem lese ich deinen Blog auch super gerne, vor allem weil Du auch tolle Sachen für Jungs machst, ich hab ja nun selber zwei :-) Falls Du Dich doch mal von diesem Hosen-Stöffchen trennen möchtest
    http://www.mielczarek-os.de/images/2006-04-23-1.jpg
    ich würde ihn liebend gerne nehmen, denn mittlerweile trägt meine Kleiner die Hose des Großen und für ihn würd eich sooo gerne noch eine gleiche Hose nähen :-)

    Ganz liebe Grüße
    Silja

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  2. Hallo!

    Das war ja super zu lesen. Und die "Wand" voll mit Stoffen kommt mir sehr bekannt vor - nur mit einem Unterschied: Ich habe NUR Mädchenstoffe. Wenn dann mal ein "Junge" benäht werden soll, gibt es bei mir echte Probleme ...

    Falls ich jemals noch ein Kind bekommen solle, MUSS es wieder ein Mädel werden. Wohin sonst mit dem ganzen Stoff???

    LG

    Susi

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  3. Hallo Uschi,
    ich fand Deinen Bericht ganz toll zu lesen. Mein "Kaufverhalten" ist da ganz ähnlich. Meistens scheitere ich jedoch an der Frage: wieviele Meterchen soll ich nehmen?
    Hast Du da einen Tip?
    Ich lese hier übrigen täglich mit und habe bei manchen Beiträgen schon vor Lachen in die Hosen gemacht! Klasse!

    LG Chrissie

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