Montag, 19. Mai 2008

Huch, wo ist denn die Woche hin?

Der letzte Eintrag ist vom vergangenen Sonntag, und heute ist schon wieder Montag, aber wo sind die Tage dazwischen nur geblieben. Bei einem Blick auf das heutige Datum wird mir ja auch schon wieder ganz anders - der Mai ist auch schon wieder längst halb herum.

Aber, ich denke euch geht das oft ähnlich. Das ärgerliche ist allerdings, wenn ich mich so hier bei uns umschaue, kann ich nicht sonderlich erkennen, das etwas passiert wäre. WO ist also meine Zeit hingegangen? Okay, ich habe ein wenig hier und da getüfftelt, mich mal wieder mit Text- und Bildverarbeitung usw. beschäftigt, kleines und großes genäht, leider immer noch nichts gestickt (grrrr!!!!), aber trotzdem rechtfertigt das nicht, dass mir irgendwie 7 Tage abhanden gekommen sind.
Also, ICH bin fest davon überzeugt, manchmal läuft die Zeit einfach schneller.

Apropos Zeit! Gestern waren wir auf einer recht außergewöhnlichen Veranstaltung, die auch etwas mit Zeit und zwar mit vergangener Zeit zu tun hat: Meine Tante feierte ihr 50jähriges Profess! Hä, was ist das denn?
Ja, meine Tante lebt seit 50 Jahren im Kloster! Manch einer mag jetzt vielleicht denken: "Boah, wie langweilig!", aber Pustekuchen, wenn ich so an die Besuche meiner Tante denke, so hatte sie immer Aufregendes sehr anschaulich zu berichten. Denn ihre Tätigkeit im Kloster brachte viele Reisen und Einsätze in fernen Ländern mit sich. So war sie in jungen Jahren lange Zeit in Indonesien (was haben wir als Kinder immer die Briefmarken ihrer Briefe bewundert!!!), später dann in Papua Neuginea und zuletzt lange Zeit in Rom, bzw. im Vatikan (ganz nah beim Papst sozusagen!). Ich bin mir gar nicht sicher wieviele, aber sie hat einige Fremdsprachen gelernt und sehr viel von der Welt gesehen - also von wegen "langweilig"!!!
Dadurch, dass sie immer viel in fernen Ländern war, haben wir als ihre Nichten und Neffen sicherlich wenig von ihr gehabt, aber eins fand ich immer toll, wenn sie dann mal zu Besuch kam: Sie hatte immer auch ein Ohr für uns und auch jetzt gilt ihre Aufmerksamkeit immer erst unseren Kindern, also ihren Großnichten und -neffen. Für mich ist sie irgendwie ein ganz besonderer Mensch, ich habe sie selten ernst oder besorgt gesehen, sondern immer gut gelaunt und viel lachend. Wieviel sie vom Leben im Kloster geprägt wurde kann ich nicht sagen - aber eins ist gewiß, ihre Entscheidung hat sie sicher nie bereut, auch wenn sie diese damals gegen den Willen ihrer Mutter getroffen hat.

Das Bild kann leider nur annähernd das wiedergeben, was ich versucht habe in Worte zu fassen. Hier seht ihr meine "Tante Trudi" oder besser gesagt "Schwester Maria Lutharde", zusammen mit meiner Mutter (übrigens fast 81 Jahre!!!) und Felix und Julia. Jedesmal wenn wir uns verabschieden sagt sie zu den Kindern: "Ach, nächstes Mal seid ihr sicher größer als ich!" Da könnte sie durchaus recht haben!!!

Julia wollte übrigens gestern dann noch wissen, warum "Tante Trudi" denn immer nur schwarz und weiß trägt? Ähm, ja....so eine Frage kann wohl nur von unseren "farbverwöhnten" Kindern kommen!

Gruß Uschi (die jetzt ganz schnell aufpassen muss, sonst hat sie den Montag auch schon wieder verpasst!)

Kommentare:

  1. Das schönste, was man von einem Leben sagen kann ist doch, dass es erfüllt war/ist. Welchen Lebensentwurf man verfolgt ist doch die ureigenste Sache überhaupt.Respekt für Tante Trudi.
    Und bei so einem bunten Leben brauch man wohl auch keine bunten Klamotten...;)
    LG Eva

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  2. Du hast recht, bei diesem Wetter läuft die Zeit irgendwie schneller als sonst.
    Drinnen türmen sich zwar die Wäscheberge und die UFOs, aber mein Garten war seit Jahren nicht mehr so gut gepflegt. Das ist doch was!

    Meinen größten Respekt für deine Tante. Es ist schön zu sehen, dass es Menschen gibt, die sich selbst einfach hintenan stellen, um anderen überall Gutes zu tun. Unsere Gesellschaft könnte viel mehr solcher Menschen gebrauchen.

    GLG, Sabine

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