Montag, 2. Februar 2009

Bald ist das Thema vom Tisch....

Bereits vor Wochen plagten wir uns mit vielen Informationen und Entscheidungen. Mittlerweile gab es hier in NRW Halbjahreszeugnisse und damit auch die Empfehlung für die weiterführende Schule. Felix hat ein gutes Zeugnis mit nach Hause gebracht, er hat eine eins in Mathematik, dreien in Englisch, Rechtschreibung (das mach 1/3 der Deutschnote aus), Sport und Kunst. Der Rest sind lauter zweien. Damit hat er einen Notendurchschnitt von 2,2 (zum Vergleich, ich hatte vor JAHREN einen ähnlichen Durchschnitt mit 2,25, wobei wir ja damals wesentlich weniger lernen mussten und auch noch kein Englisch hatten).
Seine Beurteilung trifft voll ins Schwarze, d.h. das Kind was dort beschrieben ist, kann ich als unser Kind identifizieren. Da stimmt wirklich alles! Ein Lob somit also an seine Klassenlehrerin! Und dennoch, Felix hat "nur" die Empfehlung zur Realschule/Gesamtschule und mit Einschränkung zum Gymnasium bekommen. Als Schlußsatz steht unter drunter: Wenn Felix die genannten Schwachpunkte weiter abbaut, wird er auch am Gymnasium erfolgreich mitarbeiten können.

Die Schwachpunkte sind uns bekannt, als da wären: Nicht immer regelmäßige Beteiligung ("ich kann das, warum soll ich da weiter aufzeigen?"), läßt sich leicht ablenken und braucht oft viel Zeit (bei 30 Schülern in der Klasse??? und gut trödelig ist er, aber es stört ihn nicht und er bekommt dennoch alles im Unterricht mit!), Rechtschreibregeln wendet er nicht immer konsequent genug an (kein Wunder, wenn man so schluderig schreibt, aber daran arbeiten wir bereits!).

Nun war in der vergangenen Woche an beiden Klever Gymnasien der "Tag der offenen Türe" und wir haben weitere Informationen bekommen und einige Gespräche geführt. Das letzte heute morgen mit dem Schulleiter, da wir, wenn wir Felix auf dem Gymnasium anmelden wollen, aufgrund der "eingeschränkten" Empfehlung dazu verpflichtet sind ein Beratungsgespräch zu führen.

Und nun wünschte ich mir einen kleinen Blick in die Zukunft. Stellen wir die Weiche richtig?
Bei allen Überlegungen haben wir auch Felix Interessen nicht aus dem Auge verloren und wir bemühen uns auch seine Wünsche zu berücksichtigen und er WILL auf's Gymnasium. Und wir? Wir haben auch unsere Entscheidung getroffen: In unseren Augen ist er auf dem Gymnasuim am besten aufgehoben. Aber eine gewisse Restunsicherheit wird bleiben, sicherlich noch die nächsten zwei Jahre...

Felix wird vermutlich nie ein herrausragender Schüler werden der nur Einsen und Zweien mit nach Hause bringt, aber diesen Anspruch haben weder ich noch mein Mann, da wir uns beide mehr schlecht als recht durch unsere gymnasiale Zeit gehangelt haben. Also drückt uns die Daumen, dass unsere Entscheidung richtig sein wird, denn mit dem heutigen Beratungsgespräch ist es eigentlich amtlich: Felix wird im Sommer zum Gymnasium gehen. Ich muss ihn nur noch in der kommenden Woche beim Schulamt anmelden und dann bleibt noch abzuwarten ob er auf seinem "Wunschgymnasium" angenommen wird, denn wir als außenliegende Gemeinde werden nach Anmeldezahlen entsprechend zugeteilt....

Immer noch zweifelnde Grüße
Uschi

Kommentare:

  1. Hallo Uschi,

    wir stehen vor der gleichen Entscheidung für unseren Sohn Felix. Bei uns kommt noch hinzu, das Felix bis zu Sommer zur Waldorfschule gegangen ist und wir dann einen Wechsel auf die Grundschule vollzogen haben. Wir haben uns also vorher nie Gedanken um Weiterführende Schulen machen müssen, da wir davon ausgegangen sind, das unsere Kinder von der 1 bis zum Ende nur die eine Schule besuchen werden...
    Unser Felix hat ein Zeugnis mit lauter Einsern und Zweiern, Sport und Englisch eine drei, wobei er in Englisch einfach Zeit für die Umstellung auf die andere Lernmethode gebraucht hat. Kopfnoten sind alle sehr gut - er hat also die Emfehlung für´s Gymnasium bekommen. Nun, er WILL aber nicht auf´s Gymnasium! Er ist musisch und künstlerisch sehr, sehr begabt und möchte auf die Gesamtschule, da es dort sowie eine Musikklasse wie auch eine Kunstklasse gibt. Nun, die hiesige Gesamtschule hat einen sehr guten Ruf und die Fachklassen sind superklasse. Deshalb sind wir seinem Wunsch nachgekommen und haben ihn letzte Woche auf der Gesamtschule angemeldet. Und, wenn er gleich aus der Schule kommt wird er einen Luftsprung machen, denn eben ist die begehrte Platzzusage mit der Post gekommen.
    Ich denke, Ihr kennt Euren Felix am Besten und wenn ihr der Meinung seid, er schafft es auf dem Gymnasium ohne einen unnötig grossen Leistungsdruck aufzubauen, dann ist es auch die richtige Entscheidung!
    Für unseren Felix ist die Gesamtschule allein aufgrund ihrer Förderungsschwerpunkte eben genau richtig, denn diese Begabungen und Interessen wären für ihn auf dem Gymnasium verschwindend gering berücksichtigt worden.

    Liebe Grüsse,

    Sandra

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  2. Ja immer diese Zweifel. Das geht bei der Einschulung los und eigentlich kann einem bei der Entscheidung keiner helfen.
    Meine älteste Tohter (jetzt 8. Klasse) war beim Übertritt als ADSTräumerle keine blendende Schülerin. Aber sie wollte ins Gymi und hat soviel gemacht, dass sie ihren 2erschnitt hatte. Sie ist im Gymnasium total aufgeblüht. Dort fühlte sie sich endlich zu Hause. Trotzdem ist sie keine Einserschülerin. Wenigstens zählt im Gegensatz zu uns Bayern in anderen Bundesländern auch der Elternwille.
    Ich wünsche euch, dass ihr die richtige Wahl getroffen habt.
    Liebe Grüße
    Renate

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  3. Liebe Uschi,

    ich kann Deine Zweifel völlig verstehen. Schließlich möchte man alles richtig machen und dem Kindelein den Weg ebnen. Aber ich denke, wenn Felix gern aufs Gymnasium will und es ja nun auch irgendwie möglich ist, dann würde ich IHN entscheiden lassen. Denn schließlich ist er es, der lernen muß, der sich anstrengen muß. und er wird bald in ein Alter kommen, wo er immer mehr seinen eigenen Weg gehen wird und dann ist es denke ich am besten, wenn man sagen kann "das ist der Weg, den DU gewählt hast". Andersrum wäre es glaube ich einfach nicht gut. Wenn er dann irgendwann mal mit Realschulabschluß da steht und Euch vorhält, dass er nun nicht studieren kann, weil IHR ihm das Gymnasium verweigert habt...

    Meiner Meinung nach seid ihr den richtigen Weg gegangen. Und ich bin mir sicher, dass Felix das packt. Dass er es will, ist meiner Meinung nach ein guter Anfang. Und wenn ich die Leute sehe, die Clemens so jeden Tag unterrichtet (und dann seine Mathearbeiten mit korrigiere), dann denke ich, wäre das für Felix kein sehr förderliches Klima mit seiner Eins in Mathe :-)
    Mach Dir keine Gedanken - er schafft das bestimmt!
    Liebe Grüße
    Kathi

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  4. Hallo Uschi,

    ich bin auch überzeugt das Felix seinen gewählten Weg gehen wird!
    Wer das so möchte, ist auch bereit dafür zu Kämpfen!!!!

    Das gleiche habe ich gestern einer Freundin am Telefon gesagt, dessen Sohn auch ein eingeschränkter Empfehlung hat und er unbedingt aufs Gymnasium möchte!

    Die richtige Entscheidung zu treffen ist immer schwer, unser Zweiter ist ja nun ein halbes Jahr auf dem Gymnasium...Mathe und die NW Nebenfächern macht er mit Begeisterung, aber Deutsch und Englisch, da muß er ordentlich was für tuen...einfach wird es nicht!

    Aber die Kinder machen das schon, ihr unterstützt ihn ja in seinem Vorhaben und das ist dann schon die halbe Miete!

    Und jetzt Zweifel beiseite schieben und sich schöneren Gedanken widmen wie z.b.Was nähe ich als Nächstes oder putze ich heute noch Fenster, grins!

    Liebe Grüße Linda

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  5. @Linda: Ich nähe gerade schon 'was Schönes!!!

    Fenster putzen???? NÖÖÖÖ!!!

    Gruß Uschi

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  6. Liebe Uschi,
    Ob die Entscheidung richtig war oder nicht ,weiß man leider erst hinterher.
    Als bei F. die Entscheidung anstand,waren wir auch hin und her gerissen. Ihre Lehrerin war der Meinung: Immer den sicheren Weg gehen. Das wäre die Realschule gewesen. Der Rektor, der ihre Klasse 2 Jahre unter sich hatte meinte, er würde ihr auch das Gymnassium zutrauen. F. selber wollte aufs Gymnasium. Heute ist sie in der zehn und steht kurz vor der Oberstufe. Unsere Entscheidung war somit richtig. Einige die die volle gymnasiale Empfehlung hatten, haben mittlerweile wiederholt oder sind abgegangen. Man kann in der 4 noch gar nicht richtig beurteilen, wie sich die Kinder entwickeln und die Pubertät ist auch nicht zu unterschätzen.

    Bei S. standen wir letztes Jahr vor der Entscheidung. S. ist ein "ADHS- Kind" und bei ihm ist die Konzentrationsstörung schon recht stark ausgeprägt. Bei ihm haben wir uns letzendlich für die Realschule entschieden und mittlerweile denke ich, war es die richtige Entscheidung. Aber ich war lange mit mir uneins, weil man will ja das Beste für sein Kind und die meisten Möglichkeiten hat man nunmal mit Abi. S. hat natürlich immer noch die Möglichkeit nach der 10 zu wechseln und sein Abi zu machen aber wie das"praktisch" bei der Verkürzung auf 12 Schuljahre aussieht, weiß ich nicht.
    Wir leben im Raum AC in einem 1000 Seelen Dorf und in so einem kleinen Ort gibt es immer viel Tratsch. Das was ich aus S. alter Klasse höre ist, das die Kinder die aufs Gymnasium gegangen sind, durch das Abi mit 12 kaum noch Zeit zum Spielen haben. Aber da wirst Du sicherlich deine eigenen Quellen haben.
    Ich lese recht regelmäßig in Deinem Block und denke, das Ihr euch eure Entscheidung gut übelegt habt. Ihr kennt euren Sohn am besten und werdet somit die zum jetztigen Zeitpunkt richtige Entscheidung getroffen haben. Alles andere wird sich zeigen.

    Deinen Wunsch auf einen Blick in die Zukunft kann ich gut vertehen. Das geht mir bei meine Kindern auch so.
    Jetzt hab ich `nen Roman geschrieben. Das wollte ich gar nicht.
    Oh da schimpft die Katze. B. ist gerade nach Hause gekommen und überschüttet Sie vermutlich mit Liebesbezeugungen. Da geh ich jetzt mal schnell eingreifen. Ich dachte immer Katzen können sich wehren aber unsere sind da viel zu lieb zu (außer beim Tierarzt).
    Liebe Grüße,
    Pia

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