Mittwoch, 14. Oktober 2009

Koffieklets....

....nennt man hier bei uns, so nahe an der niederländischen Grenze einen "Kaffeeklatsch". Und wenn man vorbereitet ist, dann hat man dazu auch gleich das passende Gebäck parat. Denn im Nachbarland gibt es genau zu diesem Zweck ein Gebäck namens "Kletskoppen", was so viel heißt wie Klatschköpfe!


Aber, ICH, ich war nicht vorbereitet, keineswegs, als am Samstag (die Post hatte bereits ein Paket für mich abgeliefert) erneut der Paketdienst klingelte. Mein Mann ging an die Tür und rief schon von weitem: "Da ist noch ein Paket für dich!"
"Ich erwarte aber keins mehr!", rief ich zurück.
"Absender ist eine Anja Z.!"
Häh, Anja Z. kenne ich nicht! Oder doch? Oder, ja KLAR kenne ich Anja Z.. Nur ich kenne sie nicht als Anja Z. sondern ich, und viele andere auch, kennen sie eher als Anja von der Feenwerkstatt.

Und angesichts dieses bunt verpackten Paketes dämmerte es mir - es dämmerte mir sogar gewaltig was den Inhalt betraf.


Das konnte nur eines bedeuten: Ich darf bereits "Koffieklets" halten mit Frau...äh...Mutti!
Und genau, "Das ist die TASSE!" rief ich ganz erfreut und die ganze Familie stand erwartungsvoll drum herum, als ich das Geheimnis des Paketes lüftete.


Neben dem Tässchen hatten aber liebenswerter Weise noch ein paar wunderschöne Lederstückchen aus der Feenwerkstatt Platz genommen. Wunderschön, wirklich, viel zu schade zum verarbeiten, denn sie sind so hauchzart, da macht das Streicheln richtig Spaß!
Aber es war Samstagnachmittag und es standen noch einige Erledigungen auf dem Plan, da wurde das Tässchen (hihi, "-chen"!) noch ein klein wenig vertröstet. Immerhin versprach man ihm schon von den bereits geernteten Äpfeln aus hauseigenem Garten einen gar köstlichen Sonntagskuchen.

Der Sonntagsmorgen begann für das Tässchen so:


Angesichts dieser Auswahl an Teesorten, schien ihm die Wahl doch recht schwer zu fallen. Als ich der Tasse aber erklärte, dass es sich morgens nur auf die Schwarzteesorten zu konzentrieren bräuchte, während es sich zum Nachmittagstee für einen Rooibush Tee entscheiden könne, fiel die Wahl auf Schwarztee mit Marzipanaroma. Eine gute Wahl.

Dann durften wir Platz nehmen zum Sonntagsfrühstück. Sonntag, das bedeutet bei uns, die Kinder schlafen aus (der Mann meist auch) und ich sitze in aller Ruhe mit einem spannenden Buch bei einem gesunden Sonntagsfrühstück.


Mit einem spannenden Buch, sagte ich!


Also Tee, gab es genug für mich beim Frühstück, aber ich kann nicht gerade sagen, dass man mit diesem EimerTässchen einen sehr guten Blick auch über den TellerTassenrand hinaus hat! Anders ausgedrückt, die Aussicht ist, je mehr das Getränk zur Neige geht, ein wenig eingeschränkt.


Nach der ersten Tasse Tee gibt es bei mir morgens immer eine zweite Tasse. Die wird dann am PC getrunken und dabei schaue ich, was es Neues in der Welt gibt. Wie gesagt, die Tasse traf mich recht unvorbereitet, daher musste sie leider zwischen dem üblichen Rummel Platz nehmen, denn dieses Problem hat sich leider bis heute immer noch nicht gelöst:-O


Ich hoffe, die Tasse ist nicht allzu geschockt gewesen (also nicht von dem Geschehen in der Welt, sondern von dem Chaos auf meinem Schreibtisch!). Um sie ein wenig zu besänftigen, wurde sie erneut gefüllt, um mit mir an meinem allerneusten Lieblingsort Platz zu nehmen. Dass es beim Treppensteigen bereits gewaltig in meinem Bauch gluckerte, angesichts der Teemengen die mein Magen bis dahin aufgenommen hatte, muss ich wohl kaum erwähnen.

Aber so nahmen wir Platz in meinem neuen Nähzimmer und verbrachten dort ein paar angeregte Stündchen. Allerdings musste ich der Tasse ein Versprechen abringen, durfte sie doch einen Blick in geheimsten Pläne und Vorbereitungen werfen!!!


Nach ein paar Stündchen dann von unten ein Ruf nach oben "Teepause"! (Schluck!) Aber so ein leckeres Stück Elsässische Apfeltorte? Wer kann dazu schon Nein sagen. Und immerhin, nach drei Eimern Tassen Schwarztee, gab es ja nun den versprochenen Rooibush Tee (Mocca Cream).


Nicht mehr lange, und es wurde bereits zum Abendessen gerufen. Das Tässchen in freudiger Erwartung mit auf dem Tisch. Aber "Nein, Nein, Tässchen - nun ist's gut!", denn zur hauseigenen Pizza wird ein gut gekühltes Bier serviert und dass kommt mir gar nicht in die TüteTasse!


Nun, das war die Geschichte aus dem Wanderleben einer Tasse, die es bis an den untersten Niederrhein geschafft hat. Nun stehe ich vor der Wahl der Qual, wohin geht's weiter mit dem Tässchen. Bei der Auswahl riefen die Kinder schon: "Auja, schick sie doch dahin, oder, klar, das wär ja auch toll!" Aber so recht? Hm, ich weiß es noch nicht - ich geh' die Liste nochmal durch....

Aber bevor das Tässchen auf die Reise geht bekam es von mir noch 'was Wärmendes zum Anziehen, denn bei uns gab es in der vergangenen Nacht die ersten Nachtfröste! Und unser Tässchen soll sich ja auf der Reise nix wegholen...


Liebe Frau...äh...Mutti, ich freue mich, dass ich an der tollen Aktion teilhaben durfte. Als ich mich vor Wochen (eigentlich kann man ja schon von Monaten sprechen) für die Aktion gemeldet hatte, habe ich davon natürlich auch den Kindern erzählt. Und immer, wenn es die Tasse dann bei anderen zu entdecken gab, kam die immer gleiche Frage: "Und, wann kommt die Tasse denn zu uns?"
Diese Frage haben wir nun geklärt.
Bei der Kuchentafel am vergangenen Sonntag galt es dann die Frage zu klären, warum überhaupt eine Tasse auf die Reise geschickt wurde. Und die Vermutung, Frau...äh...Mutti hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank (ich hoffe Sie verzeihen diese Äußerung aus Kindermunde?) konnte klar und deutlich verneint werden, da es ja letztendlich ein Tässchen ZUVIEL in Ihrem Schrank war, und es somit getrost auf die Reise geschickt werden konnte.

Ich bin gespannt, was wir noch alles zu sehen und lesen bekommen werden, bis dahin...

Alles Gute liebe Tasse, mach's gut!

Gruß Uschi

Kommentare:

  1. woah! Ich will auch ´ne Pudelmütze mit Schal!

    (sehr fein, Sie Liebe!)
    (und das mit den fehlenden oder zuvielen Tassen ... naja. Irgendeinen anner Klatsche muss ich schon haben, weil sonst tät ich ja nicht bloggen. Hihi.)

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  2. ich mag die Wandertassengeschichten! Deine ist auch Klasse. Bin gespannt wo die Tasse als nächstes ist.

    LG Anja

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  3. Herrlich erzählt und hübsch illustriert. Mit der warmen Reisekleidung wären Sie zumindest hier in der gegend genau richtig - wir haben seit 4 Uhr früh den ersten Schnee .... *brrrrrr*

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  4. Das war ein toller bericht und hat mir meiner Mittagspause versüßt

    Danke

    LG
    Lil

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  5. Wie schön - wieder eine Wandertassen-Geschichte. Ich wartete schon fast ungeduldig auf die Fortsetzung. Sehr nett wars offenbar bei euch und so gewärmt kommt die Tasse sicher gut durch den Winter - sie wird ja noch eine Zeit lang unterwegs sein.
    LG, Christine

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  6. Ohje, wenn da wirklich soviel reinpaßt, werde ich wohl am Ankuftstag der Tasse frei nehmen müssen, hatte ich doch meine Bewerbung an dieser Tassenwanderung mit der Aussicht auf Cappuccino mit Eierlikör abgegeben. Und ob die Tasse (und respektive ich) das dann so ohne Weiteres verträgt....wer weiß!
    Eine schöne Geschichte, wie gewohnt von Dir.
    Viele Grüße, Katrin

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  7. Hach, einfach köstlich. Ich bin hier nur noch am schmunzeln. Freue mich schon auf die nächste Wandertassengeschichte.
    Viele liebe Grüße von Inken

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  8. du meine güte haben sie viel stoff ;)
    klasse tassengeschichte...

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  9. oh, wieder so eine süße tassen-geshcichte. und die tasse einzukleiden - genial!

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  10. na da hatte es das "tässchen" aber gut bei dir!!!!

    mütze und schal... ggg
    wie herrlich

    lg einchen

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  11. Hihi, genial! Danke, dass du den Pott so toll verpackt hast. Bei DEM Wetter echt nötig! Die Tasse hatte es auch total gut bei dir! Chaos hin oder her *g*
    GLG Eva

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