Mittwoch, 14. April 2010

Salve! oder Bonjour!....

...das ist die Frage, die es in nächster Zeit zu klären gilt. Um es genauer zu sagen, gestern waren wir in Felix' Schule, um Entscheidungshilfe bei der Wahl der zweiten Fremdsprache zu bekommen.

Eins vorab: Letztendlich soll Felix entscheiden - denn er muss es ja auch lernen!

Aber ich denke es ist eine interessante Frage, die viele Eltern beschäftigt, und es wird sicherlich interessant verschiedene Meinungen mal zu sammeln.

Aber vorab ein paar Details zur Sprachgeschichte in unserer Familie, insbesondere zu meiner sprachlichen Entwicklung. Meine Gymnasialzeit war alles andere als rosig und wenn ich heute meine Zeugnisse von damals sehe, wird mir schlecht - RICHTIG schlecht. Ich habe mich wirklich mehr schlecht als recht durch gemogelt! Allerdings habe ich das damals gar nicht so wahrgenommen. Ich ging zur Schule - weil man eben hin ging. Wofür? DAS bliebt für mich LANGE im Verborgenen. Auch ich musste mich irgendwann für eine 2. Fremdsprache entscheiden, weil das einfach so war. Ich entschied mich für Französisch (oder waren es meine Eltern, die mir das nahe legten). Warum? Keine Ahnung - ich habe mich nicht sonderlich mit der Thematik auseinander gesetzt. Ich denke es WURDE so entschieden, weil Latein lernten zu meiner Zeit nur die, die Arzt oder Jurist werden wollten. Was ich werden wollte, wusste ich zu der Zeit sowieso noch nicht (leider auch nicht, als ich das Abi in der Tasche hatte;-)).
Nun gut, ich bekam also in der 7. Klasse Französisch dazu und fand es anfangs auch ganz nett, was aber vor allem an dem hübschesten Lehrer des Gymnasiums gelegen haben mag (man erinnere sich - reines Mädchengymnasium!!!!!). Daher klappte das erste Jahr auch noch recht gut. Leider wurde der Lehrer nach einem Jahr gewechselt und wir bekamen eine Lehrerin, gerade mal 1,55 m groß, alt, schrumpelig, ohne Durchsetzungsvermögen. Sicherlich konnte sie Wissen vermitteln, dass will ich aus heutiger Sicht gar nicht in Frage stellen, aber wir konnten in der Stunde tun und lassen was wir wollten. Und ich war an allem interessiert, nur nicht an Französisch. Daher gab es im zweiten Jahr bereits eine Vier auf dem Zeugnis, und weil mir irgendwann jegliche grammatischen Regeln abhanden gekommen waren, verstand ich irgendwann nichts mehr, null, überhaupt nichts! Dem hätte man evtl. mit Nachhilfe bei kommen können, aber mein Vater war dazu zu geizig, zumal seine Argumentation war: Uschi ist nicht dumm - sie ist nur zu faul! Recht hatte er ja, aber es nütze nichts, die nächsten zwei Jahre stand auf dem Zeugnis in Französisch immer eine Fünf (und manchmal war das knapp, richtig knapp!). Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie froh ich war nach der 10 ENDLICH Französisch abwählen zu können!!!

Obwohl mir eigentlich hätte klar sein müssen, das Sprachen nicht so mein Ding sind, wählte ich ulkiger weise in der 9. Klasse noch Latein dazu. Wenn man logisch denken könne und fleißig wäre, wäre das ganz einfach. Und wenn man Spaß am Knobeln hätte sogar auch durchaus interessant. Spaß am knobeln hatte ich (Mathe ging mir immer recht leicht von der Hand), und logisch Denken konnte ich auch, nur die Sache mit dem Fleiß...nun ja, das hatten wir ja schon. Latein war interessant - gar keine Frage, aber es war eben auch in vielen Dinge sture Paukerei.
"Eram, eras, erant, eramus....", das ist irgendwie bis heute hängen geblieben (allerdings weiß ich nicht mehr was es heißt?). Also Latein und ich wir HÄTTEN was werden können, wenn die Sache mit dem Fleiß nicht gewesen wäre, und wenn da nicht die Tatsache gewesen wäre, dass man sich im 9. Schuljahr (als mit 15 Jahren) für GANZ andere Dinge interessiert als Cäsar und seine Feldzüge! Also stand auch da sehr schnell eine vier auf dem Zeugnis und ich wählte Latein nach einem Jahr wieder ab - dafür nahm ich übrigens TEXTILGESTALTUNG und lernte Nähen (brachte es aber auch da nur auf eine drei)!!!

Ich habe also beide Sprachen kennen gelernt und habe annähernd eine Vorstellung, worum es dabei geht!

Ach so, in der 11. Klasse nahm ich übrigens Niederländisch dazu. Und sprachgebgabt hin oder her, aber DAS war endlich mal eine Sprache die ich beherrschte!!! Ich beherrschte sie sogar so gut, dass ich sie zum Abiturfach gemacht hatte. Aber auch hier war es eine gute Lehrerin (Niederländerin, locker, flowerpowermäßig drauf, kam jeden Morgen mit ihrer Ente aus NL zur Schule und schien zu wissen wo es lang geht). UND Niederländisch war zum ersten Mal zu etwas nütze. Ich konnte in NL (das ja nur einen Katzensprung von hier entfernt ist) einkaufen und mich in NL unterhalten - und man merkte: OH die Leute sind gleich viel netter, wenn man bemüht ist die Sprache anzuwenden! Soviel zur Sprachbegabung...

Mein Mann ist übrigens leidenschaftlicher Französisch-Schüler gewesen. Er liebt die Sprache sehr, hat an zwei Schüler Austauschen teilgenommen und fand das klasse. Auch heute noch, wenn wir in Frankreich Urlaub macht versucht er sein Gelerntes wieder auf Vordermann zu bringen. Leider kam ihm in seiner Schullaufbahn auch irgendwann der Fleiß abhanden....

So ist also die hiesige Ausgangssituation. Hinzu kommt das neu erworbene Wissen des gestrigen Abends. Es wurde zunächst auf die "Folgen" der Wahl im allgemeinen hingewiesen, welche Möglichkeiten bestehen, wann man...usw. So ist es z.B. an Felix' Schule (das mag an anderen Schulen anders sein!) nur möglich das Latinum zu machen, wenn man es nun in der 6. Klasse wählt, denn in der 11. und 12. Klasse wird Latein nicht weiter angeboten, d.h. wenn man Latein erst in der achten Klasse wählt, fehlen einem zwei Jahre Latein, um ein Latinum nachzuweisen. Fazit Latein macht eigentlich nur Sinn, wenn man es mit Latinum abschließt, oder anders ausgedrückt, wählt man jetzt kein Latein, hat man sich möglichereise etwas verbaut! Ein Argument für Latein ist ja immer: Manche Studiengänge stehen einem nur mit Latein offen. Nur, schauen wir uns doch mal um, beim Studium ist momentan SO viel im Umbruch mit Bachelor und Master usw., glaubt hier wirklich noch jemand an die altbewährten Dinge???? Und außerdem, zur Not gibt es ja auch noch den Latein-Crashkurs während des Studiums - sicher nicht leicht, aber machbar. Warum also überhaupt Latein lernen? Ein gutes Argument der Lehrerin, die Latein präsentierte war: Man setzt sich mit Sprache und damit auch mit dem eigenen Stil auseinander. Man muss sich mit Satzgefügen, Satzbausteinen auseinandersetzen und erfährt dabei eine ganze Menge auch über die deutsche Sprache und Grammatik. Interessant sei natürlich auch die Mythologie, die sich eben auch heute noch in vielen Bereichen wiederfinden lässt. Aber es ist und bleibt eben eine tote, nicht angewandte Sprache. Obwohl die Lehrerin durchaus berichten konnte, das die Klasse 9 letztens ein sehr schönes Theaterstück vorgeführt hätte, in dem die Götter eine Diskussion geführt hätten, ob Otto Rehagel in den Kreis der Götter aufgenommen werden soll? Also, wir sehen, Latein muss nicht nur trockene Theorie sein!

Nun zum Französisch. Dazu muss ich sagen, die Lehrerin die Französisch präsentierte, präsentierte das so, wie die Sprache eben auch empfunden wird: LEIDENSCHAFTLICH!!!
Ihr Hauptargument: Französisch öffnet Perspektiven! Frankreich ist der wichtigste deutsche Wirtschaftspartner und bietet damit spannende Berufsperspektiven. Nur, in einem Land, in dem ein Mann AUSSENMINISTER werden kann, der noch nicht einmal der englischen Sprache mächtig ist, finde ich verliert dieses Argument ein wenig an Halt;-)
"Französisch ist wie ein Joker!", so schreibt eine kleine Broschüre, "Im zusammenwachsenden Europa eröffnet diese Sprache jungen Menschen viele neue Möglichkeiten. Wer die französische Sprache beherrscht, wird von den vielfältigen französischen Partnerschaften besonders profitieren. Nur reicht es da nicht aus, wenn man sich dann erst der 8. Klasse dazu entschließt. Wenn man möchte, kann man ja immer noch bis zum Abitur Französisch lernen und das reicht doch sicher auch aus, um sich nach dem Abitur in Frankreich zu verständigen. Wenn ich nochmal auf mein Niederländisch zurückkommen darf: Ich habe es ja nur drei Jahre gelernt, aber im Prinzip RICHTIG gelernt erst, als ich im Beruf gezwungen war es auch anzuwenden.
Okay, Französisch ab der 8. Klasse wird anderes unterrichtet, als ab der 6. Klasse, die Inhalte sind gestrafft und komplexer - also auch schwieriger...

Soviel also zu den Sprachen. Nun zur Thematik, welches Kind eignet sich für welche Sprache? Gibt es da wirklich Schubladen in die sich unsere Kinder stecken lassen? Nicht ganz, aber ich würde behaupten es gibt gewisse Tendenzen. Ein schüchternes Kind, was wenig aktiv am Unterricht teilnimmt, was schon Hemmungen bei der englischen Aussprache hat, wird sich sicher auch in Französisch schwer tun. Wenn einem Kind die Logik der Mathematik nicht zufliegt, es Zusammenhänge nur schwer erkennen kann und kaum Spaß am Knobeln und Tüffteln hat, dem wird Latein auch sicherlich nicht zufliegen.

Nur, wohin stecke ich Felix? Manche von euch kennen ihn aus meinen Erzählungen, manchen haben ihn auch bereits persönlich kennen gelernt. Felix ist offen, keineswegs schüchtern, was seine Mitarbeit im Unterricht angeht, nun sie ist ein wenig wechselhaft, aber das ist eher davon abhängig, ob ihn ein Thema interessiert. Im Englischen hatte er gewissen Startschwierigkeiten, aber nun nach einen 3/4 Jahr weiß er auch da wie der Hase läuft und bringt bedeutend bessere Arbeiten nach Hause als ich zu meiner Zeit! Auch das Anwenden der englischen Sprache in "frei" erfundenen Texten wird zusehends besser. Aber Felix ist auch ein Analytiker. Er knobelt gerne, und Mathe ist seine große Leidenschaft. Im Deutschen schüttelt er sich Grammatik so aus dem Ärmel und benennt Satzbausteine ohne Fehler. Aber auch seine Merkfähigkeit was Vokabeln lernen angeht ist beachtlich (ICH lerne die nicht so schnell!).
Fazit: Felix ist eben nicht unbedingt so ein Kind, was sich in diese Schubladen stecken lässt. Es gibt Argumente, da würde ich sagen er passt besser zum Französischen, aber dann auch wieder sage ich "klassischer Lateiner", nur ob er die fünf Jahre Ausdauer dazu hat????

Felix hat seine Entscheidung bereits gefällt, aber ich lass euch diesbezüglich noch im Unklaren. Denn ich möchte gerne eure Argumentationen hören. Wie habt ihr euch, oder eure Kinder entschieden. Seid ihr glücklich mit der Wahl, oder quälen eure Kinder sich mit der Sprache herum, so wie ich es vier Jahre getan habe.

So, MEIN Tee ist schon längst zu Ende, euer Kaffee sicherlich auch, oder kalt geworden...aber kürzer ging und wollte ich an dieser Stelle nicht. Eigentlich hätte ich noch viel weiter ausholen können, aber ich denke es ist klar geworden, worum es bei der Entscheidung geht.
Eine Entscheidung für das spätere Leben ist es heutzutage sicherlich NICHT mehr, denn der Wandel der Zeit geht nun mal, im Vergleich zu früher, bedeutend schneller von statten. Und so kann eine Entscheidung die heute getroffen wird, morgen bereits hinfällig sein. Auch darüber sollten wir uns im Klaren sein!

So, ich werde jetzt Fenster putzen und weiter nachdenken, was aus unseren Kindern mal werden wird;-)

Gruß Uschi

Edit: Was ich vielleicht erwähnen sollte: Spanisch wird an der Schule gar nicht angeboten. Niederländisch erst ab Klasse 10 (meine ich zumindest, oder war es doch schon ab der 8.???), DAS wäre für mich ja noch eine GUTE Alternative gewesen;-)

Kommentare:

  1. Auwei! Ich kenne diese Überlegungen!

    Hier kurz unsere Entscheidungen:
    der Große: Latein. Er ist ein toller Auswendiglerner und Wenigsprecher. Wir hatten die Option, Französisch als freiwillige dritte Fremdsprache zu wählen, jetzt ab der neunten Klasse. Hat er nicht gemacht und das ist gut so. Englisch klappt nicht so gut wie Latein, weil er "frei sprechen/schreiben" muss.
    die Tochter: Das Modell F+-Klasse, heisst: Französisch ab der sechsten Klasse, Schwerpunkt Sprachen. (mittlerweile ist es hier Regel, die zweite Fremdsprache ab Klasse sechs, Töchterleins Klasse ist die letzte F+-Klasse)
    Tochter schwätzt gerne und hat das mütterliche Sprachtalent geerbt. Hat ein gutes Gespür für Sprachmelodien und keine Hemmungen zu sprechen. Ganz klare Kandidaten für gelebte Sprachen.
    Der Jüngste wird nur Englisch lernen. Freiwillig Französisch ab der siebten Klasse ist eher unwahrscheinlich :)

    Die Kinder haben mitentschieden und das finde ich auch extrem wichtig!

    (es gibt so viel dazu zu sagen, schade, dass Sie nicht umme Ecke wohnen)

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  2. Mein erstes Bauchgefühl sagt: Felix' Entscheidung gilt!
    Nach der Cappucchino-gestützten Lektüre von Mamas Beschreibungen über Felix würde ich ihm wohl (hätte ich was zu raten)zu Salve raten.

    ...und ich bin gespannt ;-)

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  3. Ich hatte Englisch und dann ab der siebten Klasse Französisch. Leider bei einem total leidenschaftslosen Lehrer, der mir die Sprache kein Stück näher bringen konnte.

    Ich hatte damals als "Arbeiterkind" immer die Begründung "Französisch kannste wenigstens auch mal sprechen!" um die Ohren bekommen. Dass ich mal studieren und dann evtl. vom Latein profitieren könnte, stand nie zur Diskussion.

    Ich war froh, als ich Französisch wieder abwählen konnte und hätte im Studium gerne NL gelernt, da ich denke, das mir das liegt, aber das passte mit den Seminarzeiten nicht zu den Sachen, die ich machen musste. Also haben wir da eine recht ähnliche Geschichte, nur dass Du nun NL sprichst! ;-)

    Aus heutiger Sicht denke ich, dass Latein MICH persönlich weitergebracht hätte. Viele Begriffe lassen sich aus dem Lateinischen ableiten, das ist sicherlich was wert.

    Was nun die sprachlichen Vorteile von Französisch in einer globalen Welt sein können, weiß ich nicht. Denn ich gehe immer davon aus, dass Englisch die wichtigste Fremdsprache für uns Deutsche ist und alles andere nur Bonus, der nicht wirklich viel bringt, es sei denn, man arbeitet in dem Land.

    Die Arbeitsrealität sieht ja eher so aus, dass man mit Menschen aus unterschiedlichsten Gegenden arbeitet. Männe hat z.B. Kollegen aus Amerika, Italien, Indien, Dänemark. Da ist Amtssprache Englisch für alle.

    Von daher würde ich mich für mich für Latein entscheiden. Wie wir das später mit den Mädels machen, wird aber sicherlich eine genauso große Abwägefrage sein, wie bei Euch jetzt.

    Ich wünsche Euch, dass Ihr für und mit Felix die beste Entscheidung trefft, auch wenn man das erst rückblickend so sagen kann.

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  4. Schwierig ist so eine Entscheidung wohl immer!!! Vor allem, weil das Kind seinen Weg finden muß.
    Aber wir alle sind doch auch familiär "vorbelastet" oder nennen wir es geprägt...
    Habe beide Sprachen (neben Russisch und Englisch) gehabt und muß sagen, mein Favorit war eindeutig Latein, obwohl ich Sprachen immer gut aussprechen konnte, war ich manchmal auch zu bequem, das alles richtig zu lernen. Hörte sich ja schließlich immer gut an..., wozu dann noch Grammatik?!
    Latein finde ich insofern vorteilhaft, weil man dadurch nicht nur unsere Sprache in ihrer Bedeutung besser versteht, sondern auch z.B. Italienisch recht gut versteht...

    Bin gespannt, wofür sich der Junior entscheidet.
    Bei uns ist noch etwas Zeit mit diesen Entscheidungen, da hier die Grundschule bis zur 6.Klasse geht und Söhnchen hat seit der 1.Klasse Englisch.

    GLG
    Peggy

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  5. Hallo Uschi,
    als stille Mitleserin oute ich mich heute mal.
    Unsere Tochter ist auch in Klasse 5 und wir hatten die gleichen Überlegungen. An unserer Schule gibt es die Wahl zwischen Latein und Spanisch. Unsere Tochter und wir haben uns für Latein entschieden. Entscheidungsgrund Nr. 1 war, dass sie im Englischen schon etwas Probleme mit der Grammatik und Aussprache hat. Ihr liegen eindeutig die Naturwissenschaften mehr. Und positiver Nebeneffekt vom Lateinunterricht wird sein: sie wird irgendwann die deutsche Grammatik auch besser beherrschen ;o)
    Übrigens haben wir auch eine Tochter in Klasse 8. Diese hat Spanisch gewählt - mit gutem Erfolg. Ihre Lieblingsfächer waren/sind Englich und Deutsch, so lag einfach Spanisch nahe.
    Ich bin gespannt war Ihr gewählt habt.
    Liebe Grüße
    Martina

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  6. Der Bauch für Französisch - weil die Sprache lebt und benutzt werden kann, was meines Erachtens immer die beste Motivation ist.
    Der Kopf für Latein - Grundlegendes Verständnis des Sprachaufbaus und Grundlage aller romanischen Sprachen. Falls später eine andere Sprache in den Vordergrund rückt, lernt sichs leichter.
    Ich hatte in der Schule 9 Jahre Russisch und 7 Jahre Englisch und kann mich heute am besten Spanisch unterhalten. Englisch geht auch noch, da man es ständig braucht.In Russland dagegen hätte ich Mühe ein Brot zu kaufen.
    Also, - wenn man muss oder will lernt man eine Sprache auch später noch ausreichend gut.
    Unsere Tochter besucht eine Schule mit Französich-Unterricht ab Klasse 1 - damit dürfte die spätere Entscheidung leichter sein. Ich glaube allerdings, das jede Sprache den Horizont und auch das Sprachgefühl erweitert. Wenn Felix einen Favoriten hat, denke ich, dass der auch die beste Wahl ist.
    Liebe Grüße
    Malou

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  7. Diese Entscheidung liegt nun hinter uns. Töchterlein hat Französisch gewählt - weil der Einführungsunterricht in Fr. besser verlaufen ist, als in Latein - da war die Lehrerin "sooo langweilig". Meine Tochter konnte ich auch in keine Schublade stecken - und obwohl ich eher zur Latein tendierte (da hab ich zumindest Grundkenntnisse, hätte ihr also irgendwie helfen können), hat sie sich für Fr. entschieden. Auch gut - dann stehen wir in unserem nächstem Frankreichurlaub nicht mehr so dumm da - und haben einen Dolmetscher :)
    LG, Palinchen

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  8. Oh Uschi du sprichst mir aus der Seele - genau diese Entscheidung haben wir derzeit auch zu fällen, aber bereits vor Beginn des Gymnasiums - gerade mal mit Englisch begonnen.

    Mein Sohn ist Logiker und Naturwissenschaftler - mag am liebsten Mathematik und freut sich tierisch auf Physik.
    Elektrotechnik ist sein Ding und was er werden will steht natürlich auch schon fest - Elektroingenieur und da möchte er Elektronik für Prothesen und Hilfsmittel bauen..

    soviel denn dazu

    Tja ich mochte die englische Sprache sehr und England auch - wählte damals als zweite Fremdsprache Französisch, weil Ärztin wollte ich ja nicht werden - und wozu brauchte man sonst Latein? Mehr Infos haben wir damals nicht bekommen und Französisch hörte sich doch so schön an - oh jehhh

    Ich habe mich relativ gut durchgemogelt - weiß heute aber nix mehr - völlige Leere im Bereich des Gehirns wo dieses gelernte angesiedlet sein sollte - schäm

    Tja - Tag der offenen Tür im hiesigen Gym - ein französisches Theaterstück angeschaut - nee Mama lass mal!, Latein mit dem leerer gesprochen und dieser sagte stur auswendig lernen ist angesagt und Fleiß! Aber man braucht nicht Sprachbegabt sein - sollte aber logische denken können!
    Na das kann Lukas - aber ob er zu diesem Fleiß lust hat? - wohl eher nein, sagt er!

    Zum Glück gibt es eine dritte Variante für uns die denn heißt

    SPANISCH!

    Jo das nem wir

    Aber ob wir es denn bekommen steht in den Sternen - es wird ausgelost! So ein Pech -

    also steht die Entscheidung was nehme ich als Zweitwahl?

    Lukas sagt Spanisch - jajaja

    aber das ist eben noch nicht entschieden weil eigentlich gibt es keine alternativen.

    Im Mai haben wir noch einmal eine Sprachvorstellung mit Sprachstationen - mal sehen...

    Habe ich übrigens schon erwähnt das ich französisch so gar nicht mag!!!

    Mein 1. Lehrer war alt, immer graue Anzüge und eigentlich zotal erzkonservativ und steif.

    Meine 2. Lehrerin war mit uns hoffnungslos überfordert und psychisch total labil und heulte immer

    Ich habe dann irgendwann französisch abgewählt und spanisch genommen.

    Soviel zu uns - mein Mann hält sich bedekt, da er keine 2. Fremdsprache hatte und überläßt mir die Option Lukas gut zu beraten- so aus dem bauch würde er aber auch spanisch nehmen -

    aber mal ehrlich - warum müssen die Kinder jetzt schon eine 2. Fremdsprache in der 4.Klasse wählen, wo sie doch gerade erst mit spielerischem Englisch anfangen...

    Festlegen müssen wir uns am 09.06.

    Liebe GRüße Nicole

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  9. Ich bin befangen *grins*, will aber trotzdem mal mitsenfen.
    Pro Französisch (was sonst).

    Ich hatte Englisch ab Klasse 5, Noten eher schlecht.
    Dann Französisch ab Klasse 7. Nach 3/4 Jahr (es war Ostern) der erste Schüleraustausch, 2 Wochen in einer franz. Familie und es hat *pling* gemacht. Danach habe ich so oft es ging versucht, nach Frankreich zu kommen.
    Meine Noten in der Schule waren auch nicht berauschend, was aber am Fleiß lag.
    Das, was ich kann, habe ich im Land gelernt. Darum finde ich es auch superwichtig, so oft und viel wie möglich die Sprache anzuwenden.

    Ihr mit Eurer Liebe und den Fahrten zu Frankreich-da gäbe es für mich nur eine Tendenz.

    Meine Mädels standen vor 4 Jahren auch vor der Wahl (ab Kl.6). Ich habe ihnen die Vorteile von Französisch aufgezeigt (lebendige Sprache, man kann sich verständigen, Schüleraustausch, ich könnte bei Hausaufgaben helfen, usw.).
    Latein kann ich nicht, will ich nicht und halte ich für überflüssig - ehrlich, dann würde ich lieber noch Spanisch lernen ab der 9, sofern angeboten.

    LERNEN müssen die Kinder für BEIDE Sprachen und für beide sicher viel. Die Frage ist doch der Nutzen am Ende. Was machst du nach dem Abi mit Latein? Vergessen.

    Aber auf jeden Fall ist wichtig, wie du auch schon sagst, was will Felix????

    Bin gespannt auf das Ergebnis.

    LG Gabi

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  10. @Gabi: Das du ganz viel "Pro" für französisch mit einbringst, damit habe ich gerechnet und auch gehofft;-)

    Schön auch, dass du es auf den Punkt bringst. Französisch IST eine lebendige Sprache, aber, man MUSS sie auch leben. Und ich denke, bei dir und auch bei meinem Mann, hat das Sprache LEBEN eben mit dem Schüleraustausch begonnen. Man LEBT in Frankreich anders und das macht die Sprache auch aus.
    Nunja, sicher lieben wir das Land und ihre Leute (auch wenn wir in diesem Jahr mal fremdgehen), aber ICH zumindest nicht nur der Sprache wegen, sondern eben auch der vielfältigen Landschaft, die genauso vielfältig ist wie die Sprache.

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  11. Oh ja...schwierige Entscheidungen!
    Kind Nr.1 hat ab der 6.KLasse Latein,nun Klasse 8,wir haben uns damals für Latein entschieden,weil sie ein logisch denkender Mensch ist,Mathe damals ihr Lieblingsfach war und sie sehr schnell Vokabeln lernt!
    In der 7.Klasse durfte sie die dritte Fremdsprache wählen (Französisch,Italienisch,Russisch oder Informatik)
    Es ist Informatik geworden und das war auch gut so!
    Latein empfindet sie heute manchmal als Quälerei,vor allem die Übersetzungen,obwohl die Noten gut sind!
    Kind Nr.2, ist in der 6.Klasse,hat nun Französisch, als 2.Fremdsprache (Latein wurde mit Englisch direkt schon in 5.Klasse angeboten und das hätte Sohnemann absolut überfordert)
    Hier haben wir uns gegen Latein entschieden, weil Sohnemann wohl auch der Mathematiker ist und auch viel logischer denkt,als Mama je denken würde,er aber zu der Sorte Mensch gehört,die sehr sehr faul ist,was das Lernen an geht!
    ...und Französisch klappt erstaunlich gut!
    Kind Nr.3 darf dann auch in der 6.Klasse wählen und ich denke es wird Französisch werden,da sie viel Spaß an Sprachen hat,wie werden sehen!
    Kind Nr.1 meinte nur zu Kind Nr.3 : Wähle nicht Latein!!!!
    ...aber wenn Felix schon eine Tendenz hat,dann würde ich die wohl auch stark berücksichtigen!
    Ach...wie wären die Sprachen doch schön,wenn die verflixten Vokabeln nur nicht wären,lach!
    GLG Linda

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  12. Meine Wortbestätigung war fast Latein
    alliarrie
    alliaria- Knoblauch Rauke!
    Vielleicht ein Hinweis!
    Grinsende Grüße Linda

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  13. Bin ich froh, daß mein großer "nur" auf er Realschule ist! Ne im Ernst, ich habe mich auch 4 Jahre bei Latein durchgequält (mit 'ner 6 in Latein war dann meine Laufbahn am Gymnasium beendet) und zu faul zum Vokabelpauken. Englisch fluppte nur so, die Entscheidung kam damals von meiner Grundschullehrerin!
    Mein Großer "mußte" 1 Jahr Französisch machen und die Sprache gefiel mir, nur ihm nicht. Er ist aber auch der typisch Schweigsame im Sprachunterricht.
    Ich würde glaube ich eher Richtung Bonjour tendieren, bin aber wohl auch voreingenommen vom Sebsterlebten!
    Wünsche euch auf jeden Fall viel Glück bei eurer Entscheidung und schicke liebe Grüße
    Petra ;o) (rusticus laborat!) ist noch hängengeblieben *hihi*

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  14. liebe uschi,
    zum thema sprachen kann ich ganz viel aus eigener erfahrung erzählen...
    aufgewachsen bin ich selber zweisprachig, deutsch und italienisch.
    in der 5.klasse gymnasium kam französisch dazu, was mir wahrscheinlich durch meine italienischkenntnisse total leicht gefallen ist. wäre ich auf dieser schule geblieben, hätte ich ab der 7. klasse englisch oder wahlweise latein dazubekommen. wir zogen aber um in ein anderes bundesland, und an der dortigen schule (wieder gymnasium) war es dummerweise genau umgekehrt. meine neuen mitschüler hatten dort schon seit der 5. klasse englisch und bekamen jetzt in klasse 7 französisch (oder wahlweise latein) dazu. mir fehlten also zwei jahre englisch, dafür war ich in französisch zwei jahre voraus. man stimmte die stundenpläne so ab, daß ich, wenn meine 7. klasse französisch hatte, ich in die 5. klasse gegangen bin und dort englisch mitgemacht habe. jedoch mußte ich privat vorarbeiten, so, daß ich am ende des 7. schuljahres mit meiner klasse in englisch auf dem gleichen stand war, d.h. ich habe in einem schuljahr 3 schuljahre englisch durchgepaukt. so schlimm sich das anhört, auch das ist mir total leicht gefallen, und auch hier denke ich, daß meine zweisprachige erziehung da mitgeholfen hat. im 8. schuljahr habe ich dann noch fakultativ (freiwillig) latein dazugenommen. weil ich damals medizin studieren wollte und man brauchte das kleine latinum. ABER: das ist mir total schwergefallen. nicht das vokabellernen, das war immer gut schon allein durch die ähnlichkeit zu den anderen mir schon bekannten romanischen sprachen, aber diese sch... grammatik, die wollte mir nicht in den kopf. und leider besteht latein hauptsächlich aus dem grammatikalischen entschachteln von irgendwelchen riesensätzen. ich habe dann latein wieder abgewählt nach der 11, hatte das kleine latinum somit in der tasche.
    französich hatte ich sogar als leistungskurs und spreche es auch heute noch gut. genauso wie englisch und italienisch sowieso.
    das war also meine "sprachodyssee".
    alles in allem finde ich, daß latein zumindest für mich eine absolut tote und abstrakte sprache ist. man kann keine gespräche führen, nicht diskutieren und braucht es auch nicht bei auslandsaufenthalten.
    wenn meine kinder irgendwann mal vor der wahl stehen sollten, ich würde auf jeden fall zu französisch raten, wobei natürlich die letzte entscheidung beim kind selber liegen sollte...
    selbst wenn es fürs studium gebraucht werden sollte, gibt es an den entsprechenden unis kurse, um das nötige latein aufzuholen.
    ich wünsche euch, daß ihr die richtige entscheidung für euren sohn trefft.
    lg nicole (die gerne noch spanisch lernen würde)

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  15. Oh, da haben viele viel zu sagen-lach!
    So, wie du Felix beschreibst würde ich euch zu LATEIN raten!
    Ich habe Französisch gehabt, mein Mann Latein.
    Ich glaube Männern, die eine Neigung zu Mathematik und Logik haben sind mit Latein besser dran. Lernen muß man bei beiden Sprachen viel.
    Probleme wird es bei beiden geben. Das liegt weniger an den Sprachen, vielmehr am Zeitpunkt des Erlernens.
    Meiner Meinung nach, ist der Zeitpunkt(6/7 Klasse) einfach ein übler Zeitpunkt zum Erlernen einer 2. Fremdsprache.
    Ihr werdet schon das Richtige tun!
    Liebe Grüße
    Isabelle

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  16. Hallo Uschi,
    ich kenne weder dich persönlich (was sich ja vielleicht einmal ändern kann)noch deinen Felix. Also habe nur das, was du im Blog über ihn preisgibt. Davon ausgehend sagt mein Bauchgefühl: Latein. Die Begabung für Mathematik entspricht der strengen Logik im Latein.
    Was aber sicher richtig ist Latein bedeutet in großen Teilen: sich durchbeißen. Nicht nur für eventuelle Studienfächer etwas, was man lernen sollte. Latein hilft strukturiert lernen lernen. Latein ist Bildung und zwar im besten Sinne. In einer Zeit in der selbst ein Studium nur noch in erster Linie auf die berufliche Verwertbarkeit angelegt wird auch nicht zu unterschätzen. Latein hilft beim Denken. Und nicht zuletzt dort weiter wo es um Herleitung von Worten geht oder auch beim Erlernen von romanischen Sprachen.

    Für Französisch (als lebendige Sprache) spricht, dass es zusammen mit Englisch die Amtsprache der EU ist. In einem zusammenwachsenden Europa nicht die schlechteste Wahl. Frankreich ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftspartner für uns Deutsche sondern eben auch Nachbar. Nichts liegt näher als die Spraches seines Nachbarn zu erlernen und zu sprechen. Französisch ist eine poetische Sprache mit einem unglaublich harmonischem Klang. Während Latein bei mir immer die ratio anspricht ist Französisch ganz Emotion.

    Ich habe ohne Latein Jura und mit Französisch Sozialwissenschaften (mit Politik) studiert. Beides war nicht verantwortlich für Erfolg und/oder Misserfolg. Das fehlende Latein hat mich bei Jura nicht behindert, man lernt da halt doch nur lateinische Floskeln und die Grundlagen des römischen Rechts sind inzwischen übersetzt *Breitgrins*. Französisch war im Soziologie und Politikstudium zwar hilfreich aber nicht zwingend notwendig. Da war Englisch wichtiger.

    Helena, die jetzt in die 5.Klasse wechselt wird in den bilingualen Zweig eines Gymnasiums gehen, soll heißen Französisch ab Klasse 5 verstärkt (7 WS), danach ab Klasse 6 werden immer mehr andere Fächer beginnend mit Erdkunde auf Französisch unterrichtet. (Sie ist aber auch eher sprachbegabt.)Für Helena kann - wenn sie will - Latein neben Englisch und Französisch ab Klasse 6 noch dazu kommen. Ich freue mich über ihre Wahl und das ist das Grundsätzliche: Ihre Wahl.
    Die letzte Entscheidung würde ich aber immer denjenigen, der lernen muss überlassen. Wir können nur beratend tätig werden. Es ist schließlich nicht unsere Aufgabe Klausuren zu schreiben und Vokabeln und Grammatik zu pauken.

    LG
    Susanne

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  17. Da Du Dir für Felix beides vorstellen kannst, würd ich ihn entscheiden lassen.
    Das was Du über Felix schreibst, bewegt mich dazu zunächst Latein zu wählen. Und dann -das Sprachtalent kann sich ja dann durch Englisch zeigen- noch Französisch dazu.
    Sicherlich ist das Fremdsprachenlernen mit Latein später leichter, ich hab mich schnell in Französisch eingefunden, auch Spanisch war toll, denn irgendwoher kannte man jede Vokabel bereits.
    Du solltest nur bedenken, dass diese Teeny-Faulheit und dieses "für welches Leben lernen, ich lebe jetzt" auch bei Felix noch voll zuschlagen könnte. (Ähäm, er ist ja offensichtlich auch erblich vorbelastet *grins*)

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  18. Zusatz:

    Ich bin auch befangen...
    Ich war mehrmals in England - auch in Familien und da hatte Frankreich keine Chance

    Und wir sind früher nur in Spanien im Urlaub gewesen - und Klassenreisentechnisch 2x in italien..

    daher bei mir auch Null bezug zu Frankreich - ach doch

    1x in Paris - und das war für uns als Familie ein Reinfall - die Mentalität dort war nicht freundlich

    Paris an sich war aber eine schöne Stadt

    Nicole

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  19. Tja, schwierig....ich würde auch sagen: lass Deinen Sohn entscheiden. Meine Tochter hatte zwangsweise (Realschule) Französisch und hat das Fach leider trotz einer lupenreinen 2 nach einem Jahr wieder abgewählt und sich für Naturwissenschaften entschieden. Mein Sohn (Gesamtschule) hat auch NW gewählt, hat aber später noch die Möglichkeit zu einer zweiten Fremdsprache. Ich habe aber auch schon mal gehört, das für Mathematiker Kinder Latein die bessere Wahl wäre...

    Liebe Grüße
    Verena

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  20. Puh, ja, diese Entscheidung steht bei uns auch noch an in der nächsten Zeit...
    Bei uns auch die Wahl zwischen Bonjour und Salve :-)
    Sehr interessant, die ganzen Kommentare dazu, werde ich mal in unsere Überlegungen einfliessen lassen...aber egal, wie Marie sich entscheidet, diejenige, die dann hier mit der Tochter über den Vokabeln brütet, bin ich...Ludger hat Französisch komplett aus seinem Hirn verband und Latein hatte er nicht...und da ich ja jede angebotene Fremdsprache gewählt habe ;-)...über den Erfolg bewahren wir mal Stillschweigen, ich muss erstmal meine Zeugnisse wiederfinden ;-).

    LG, Sabine

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  21. Hallo Uschi,
    ich hab jetzt nicht alle Kommentare gelesen, vielleicht steht irgendwo schon ähnliches. Also: meine älteste Tochter ist jetzt in der 9. Klasse. Bei ihr stand diese Entscheidung schon an, bevor sie überhaupt am Gymnasium war. Damals wurden die Klassen sofort nach der 2. Fremdsprache ab Kl. 6 eingeteilt. Und es ist bei uns möglich, die jeweils andere FS in der 7. Klasse als Drittes dazuzuwählen. (als Wahlpflicht-Fach). Wir haben damals für Französisch als 2. FS entschieden. Latein hat sie dann ein Jahr später dazugenommen. Vorausgeschickt: Sie steht in allen FS 1 oder 2. Heute sagt sie allerdings, dass sie für Latein ungefähr so viel Zeit zum Lernen braucht, wie für Englisch und Franze zusammen. Gern würde sie nach der 10. Latein abwählen, aber damit fehlt ihr auch ein Jahr zum Latinum. Also wird sie wohl oder übel die 11. noch mit durchziehen."Sonst hab ich mich ja 4 Jahre umsonst gequält" meinte sie neulich dazu.
    Die Mittlere ist jetzt in der 7. und hat auch Franze gewählt. Allerdings läuft bei ihr die Schule nicht ganz so gut. Wir haben ihr abgeraten, sich mit noch einem sehr arbeitsintensiven Fach zu belasten. Im Wahlpflichtbereich hat sie sich für den musischen Zweig entschienden und ist damit auch ganz zufrieden.
    Ich denke, ihr werdet gemeinsam die richtige Lösung finden und wenn Felix irgendetwas will, ist er schließlich noch jung genug um dies auch noch zu lernen. Es gibt immer Möglichkeiten. Ich würde ihn jetzt nicht damit drängen, nimm Latein, sonst ist der Zug abgefahren.
    Grüße
    Alexandra

    ... die im Alter von 30 Jahren damals noch angefangen hat Griechisch zu lernen, weil mich das Land so fasziniert hat....

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  22. ich tippe auf Latein - er ist gut in Mathe und Grammatik und braucht dann nur die Ausdauer, währen Französisch eine lebende gefühlte Sprache ist, die im Berufsleben nicht wirklich gebraucht wird. Und Latein kannst du nur auf dem Gym lernen, wird sonst kaum angeboten.
    Also unsere lernt Latein und ist bis jetzt noch glücklich mit der Entscheidung, halt eine Mathematikerin.

    Grüße Heike

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  23. Ich habe damals beides gelernt. Beide Sprachen ab der 7. Klasse glaube ich. Von Latein ist null hängen geblieben. Ich habe den Unterricht gehaßt und das ganze eigentlich nie wieder so recht gebraucht. (Mein Grund war damals nur, dass ich Jura studieren wollte...).

    Französisch muß man mögen und Lust drauf haben. Dann ist es eine tolle Sprache. Ich bin leider erst auf den Geschmack gekommen, als ich mit 16 Jahren nach Frankreich in den Urlaub gefahren bin. Dummerweise hatte ich da gerade die Entscheidung getroffen und Französisch abgewählt. Denn ohne Leidenschaft wurde das nichts. Die Leidenschaft kam dann wie gesagt in diesem Urlaub und in jedem weiteren Frankreichurlaub habe ich meine Kenntnisse rausgekramt und versucht mich zu verständigen.

    Aber am Ende hängt das wohl ganz von Felix' Leidenschaften ab :-)

    Liebe Grüße
    Kathi

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  24. Ich habe von der 7. Klasse bis zum Abi Latein gemacht (gelernt wäre wohl zuviel gesagt!) und von der 9. bis Anfang der 11. Französisch (in der 11. war ich in einer Klasse in der alle ausser mir Frz. entweder als 1. oder 2. Fremdsprache hatten, da habe ich das Handtuch geworfen!!!). 6 Monate nach dem Abi baten mich Freunde, einen lateinischen Satz zu übersetzen, der über einer Kirchentür... in Avignon (!) stand... Tja, da musste ich leider passen. Dafür konnte ich ihnen das nach 3 Monaten au pair Zeit in Marseille in fliessendem französisch sagen! Darum: französisch - da kann man was mit anfangen (der lat. Satz war mir sowieso egal)!
    Und nun der nicht so konsequente Teil: ich lebe seit 1992 in Frankreich, meine beiden Kinder haben in der 6. Klasse "bilangue", d.h. gleichzeitig englisch und deutsch gewählt (nun ja, sie hatten nicht wirklich die Wahl) und mein Grosser hat seit der 7. ... Latein und ab nächstem Jahr wahrscheinlich Altgriechisch! Freiwillig!!! Und es macht ihm Spass!!!! Liegt wohl am Lehrer, der die Kinder wirklich zu begeistern weiss...
    Ich denke, jede Entscheidung kann richtig oder falsch sein - das hängt von so vielen Faktoren ab. Wenn Felix also eine Vorliebe hat, unterstütze ihn:
    1. kann er dir dann wenigstens nie vorwerfen, dass du ihn zu etwas gezwungen hast, was er nieeeee wollte und
    2. ist die Chance, dass er sich "dahinterklemmt" mit Sicherheit grösser!
    LG,
    Alexandra

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  25. Ich hab damals Latein gewählt, weil ich mal Biologie studieren wollte. Hab ich mir dann ganz schnell anders überlegt, weil mein Bio-Lehrer so blöd war. Somit, und weil ich ein unglaublich faules Stück bin, war Latein nach den ersten paar Kapiteln unfassbar laaaaaangweilig. Immer ging es nur um Krieg und reden konnte man es auch nicht.
    Andererseits stelle ich heute fest, wenn ich mich mit Spanisch beschäftige, dass trotz nichtmal bestandenem kleinen Latinum (und das ist jetzt auch keine wirkliche Dramatik, höchstens schade, das möchte ich mal anmerken! Außerdem, wie du selbst schon sagst: Für welche Studiengänge braucht man das Latinum denn wirklich noch?!) eine Menge hängengeblieben ist und mir viele Zusammenhänge und Vokabelverständnis deutlich erleichtert.

    Ich glaube, ich würde mich informieren, für welche Studiengänge ein Latinum wichtig wäre, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Felix in eine der Richtungen schlagen wird und mich im Zweifelsfall dann lieber für die gelebte Sprache entscheiden.
    Wobei mich dabei am meisten ärgern würde, dass es seit Ewigkeiten auf diese 2 Sprachen festgelegt ist! Genauso wichtig/spannend/weitbringend wäre inzwischen doch auch Spanisch, Italienisch, Türkisch...

    ¡Muchos saludos!

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  26. Hallo aus Österreich!
    Sohn 1 wählte Latein ... zu meiner großen Freude. Er war ein furchtbarer Rechtschreiber, Französisch sah ich als seinen Untergang.

    Folgen: er bereut es nicht, obwohl er sich nach dem Schulwechsel für Französisch entschieden hat (er glänzt nicht, packts aber ohne gr. Aufwand).

    Durch den Lateinunterricht ist er in der Lage, sich selbst mit Sprachen auseinanderzusetzten. Ausgiebig gemacht hat er das mit Elbisch (na toll!) aber auch italienisch, da in seiner Schule das Freifach nicht mehr zustande kam.

    Sohn 2 hat F gewählt, er ist ein Vielsprecher und konnte sich nicht vorstellen eine Sprache zu wählen, in der er sich mit niemandem unterhalten kann (von Ausnahmen und im Vatikan mal abgesehen).

    Ich habe meine Kinder beraten, doch entschieden haben sie sich selbst --- und in beiden Fällen "richtig".

    Ganz liebe Grüße und Komplimente für deine Arbeiten / Blog,
    Petra

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  27. @Alexandra/Sassa,
    Leider verbirgt sich kein Blog oder eine e-mail Adresse hinter deinem Profil.
    Ich bin auf deinen Wohnort gestoßen, demnächst bin ich ganz in der Nähe, in Corbie.
    Hast du evtl. ein paar Einkaufstips für mich für unser Hobby? Evtl. in Amiens?

    @Uschi, sorry, hoffe, es ist o.k. daß ich deinen Blog dafür nutze.

    LG Gabi

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  28. Hallo Uschi,

    schwierige Entscheidung - hmmm.
    Meine beiden haben Französisch gewählt ;) (ohne meine Einmischung ;) )
    Ob es allgemein wirklich so ist, dass mathematische Begabung und "Latein-Kompatibilität" Hand-in-Hand gehen, weiß ich nicht. Bei mir war das nicht so *g*
    In Mathe/Physik/Chemie... war ich immer recht (bis sehr) gut und in Latein: reinste Katastrophe !

    Ich wünsche Euch ein gutes Händchen bei der Entscheidung
    LG Barbara

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  29. Und zum Thema nochmal:

    Natürlich ist Englisch die Hauptgeschäftssprache und damit kommt man schon sehr weit.
    Aber....
    Ich habe weltweit mit Kunden zu tun. Die Geschäftsprache ist englisch, damit auch alle mitlesen können. Aber wenn wir Projekte in Frankreich oder der Schweiz haben, dann sind Verträge, Richtlinien usw. in Französisch. Es erleichtert vieles, die Sprache zu können.

    Du weißt natürlich noch nicht, wie Felix sich entwickelt und welchen Weg er einschlägt. Evtl. braucht er in seinem späteren Beruf nicht mal Englisch (soll ja vorkommen), aber...
    Eine (lebendige)Fremdsprache eröffnet Welten und kann nie falsch sein, sie zu lernen.

    Und noch was ist mir eingefallen:
    Gibt es an eurem Gymnasium einen aktiven Schüleraustausch? Gibt es eine Städtepartnerschaft, an der ihr oder er teilhaben könntet? Auch das sind ganz wertvolle Kontaktmöglichkeiten.
    Und sei es nur, daß er im Familienurlaub mit Einheimischen reden kann (euer "Ausrutscher" dieses Jahr zählt doch irgendwie nicht *lach*).

    LG Gabi
    (entschuldige bitte, aber ich kann nur PRO *g*).

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  30. Meine Große hat Latein gewählt. Und das, obwohl sie absolut kein mathematischen Talent besitzt. Aber sie ist im Unterricht zurückhaltend und kann gut auswendig lernen. Hinzu kam, dass sie Französisch absolut nicht leiden konnte.

    Wer Latein wählt, lernt strukturiert zu lernen und zu arbeiten, was sich positiv auf jedes andere Fach auswirken kann. Mit Lateinkenntnissen lassen sich viele andere Sprachen leichter erlernen. Sollte das Latinum für ein Studium notwendig sein, kann es zwar später während des Studiums in Crashkursen nachgeholt werden, aber die meisten Studenten scheitern daran. Das waren die Aussagen des Fachleiters Latein.

    Französisch muss man mögen. Viele Menschen schwärmen für die Melodie dieser Sprache, aber ebenso viele mögen sie gar nicht. Meine Älteste ist durchaus sprachbegabt, mag Englisch und lernt jetzt sogar in der VHS Japanisch, aber Französisch, was sie nun in Klasse 8 dazu gewählt hat, will sie bei nächster Gelegenheit wieder abwählen. Ich halte Französisch in beruflicher Hinsicht nicht mehr für so wichtig, wie es einmal war. International wird hauptsächlich in Englisch kommuniziert. Spanisch ist noch weiter verbreitet als Französisch und Mandarin zu beherrschen ist sicher auch nicht verkehrt.

    Mein Sohnemann konnte übrigens gar nicht mehr wählen, er MUSSTE Französisch in Klasse 6 dazu nehmen. Latein geht erst ab Klasse 8. Glücklicherweise liegt ihm Französisch sehr.

    Wenn dein Sohn für beide Fächer geeignet sein wird, lass es ihn selbst entscheiden. Ich habe meiner Ältesten die Entscheidung auch selbst überlassen. Mein persönlicher Favorit wäre jedoch Latein.

    Bin gespannt, wofür er sich nun entschieden hat.

    Viele Grüße
    Marion

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  31. Mandarin.

    Kantonesisch.

    Hindi.

    Das sind die Zukunftssprachen.

    Egal welche, öffnet soch eine Fremdsprache doch eine neue Welt. Und ich spreche aus dem tiefsten Herzen ;-)

    -N.

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