Dienstag, 7. Juni 2011

Hamburg – das Tor zur Welt (Tag 1)

Vier Tage Hamburg, vier Tage Großstadt liegen nun hinter mir, mir, dem Landei!

Und ich muss sagen, ich bin mächtig beeindruckt.

Gut, es ist wahrscheinlich auch nicht schwer mich zu beeindrucken, mich, die täglich nur relativ wenigen Leuten begegnet, an manchen Tagen sogar eben meist NUR der Familie;-)

Unser Dorf ist nun mal klein, an unserem Haus kommen täglich vielleicht max. 40 Autos vorbei, wovon die meisten die der Nachbarn sind, die man kennt, die meist winken, ab und zu auch anhalten, um ein kleines Schwätzchen zu halten.

Ja, da kann einen so eine Großstadt echt beeindrucken. Die breiten mehrspurigen Straßen, auf denen mich zum Glück unser Navi sehr gut navigierte und mich und Sabine mit unserem reichlich bepacktem Auto sicher und wohlbehalten in der Ferienwohnung ankommen ließ.

(was immer so Alles mit muss, wenn Frauen verreisen)

Dort wartete bereits IneS. aus Ungarn auf uns, ein wenig verhungert, da schon seit den frühen Morgenstunden unterwegs und darauf hoffend, der Verkehr würde uns nicht SO lange aufhalten. Aber den knurrenden Magen konnten wir dann auch schnell besänftigen. Wir stärkten uns also mit einem ausgiebigen Nachmittagsteechen und -sektchen und warteten noch auf das Einchen, was sich für den frühen Abend angekündigt hatte.

Zu viert vereint und freudig begrüßt sollte es dann um 21 Uhr in die Bullerei gehen. Dank HVV-Ticket (uneingeschränkt empfehlenswert und mit ca. 35 € für 3 Tage/5Personen ein absolutes Schnäppchen!!!) konnten wir das Auto getrost stehen lassen und uns auf das Abenteuer von Bus und Bahn begeben. Denn im Vergleich zum Dorf fahren in Hamburg ständig (höhö) Busse und Bahnen. Wenn man den einen verpasst hat, kein Problem, dann nehmen wir eben den nächsten...ich meine, um das mal klar zustellen, bei uns fährt nur einmal pro Stunde ein Bus und abends nach 20 Uhr wird das schon mal leicht SEHR schwierig mit diesem Transportmittel;-).

Die U-Bahn! Klar, es ist nicht das erste mal, dass ich U-Bahn gefahren bin, aber es ist für mich immer wieder faszinierend. Man geht ein paar Treppen hinunter, orientiert sich kurz: „Wo stehe ich, wo will ich hin!?“ und schwupps kommt die Bahn auch schon angefahren und bringt einen binnen weniger Minuten dahin wo man hin möchte. TOLL!
Und so ganz nebenbei kann man gucken – jede Menge gucken, insbesondere Menschen. Und ich stelle für mich fest, bunt wie ich bin, ich falle hier nicht sonderlich auf!? Hier ist jeder so wie er möchte, egal ob rote, grüne, blaue Haare, ob Rock über Hose oder Hut auf dem Kopf – es ist NORMAL...selbst eine junge Dame im blauen wallenden Ballkleid erregt nur am Rand ein wenig Aufmerksamkeit (ein Bild davon ist evtl. bei IneS. zu finden?)

Überhaupt, diese Menschen! Wo die alle herkommen? Vor allem so viel JUNGE Menschen...oder lag das vielleicht eher an unserem Ziel, dem Schanzenviertel?

(die Bullerei)

Im Schanzenviertel bzw. in der Bullerei die erste Begegnung mit Servicepersonal. „Uih, die ist aber freundlich!“ war so mein Gedanke, ein Gedanke, der mir in den kommenden Stunden noch häufiger kommen wird. Auch die Dame für die Tischreservierung ist sehr um uns besorgt, hatten wir doch einen Tisch für 21 Uhr reserviert, die vorangegangenen Gäste jedoch noch nicht bezahlt. Ob wir wohl sehr verhungert aussahen? Keine Ahnung, aber man servierte (oder besänftigte) uns mit köstlichem Brot und passendem Dipp dazu...

Nun, eine halbe Stunde mussten wir noch ausharren, aber die Wartezeit verbrachten wir wieder mit ausgiebigem gucken...hach SO viel zu sehen, wahrzunehmen....

(Einblick in die Küche!)

Und wenn die Wartezeit dann auch noch mit reichlicher Vorspeisenplatte auf Kosten des Hauses gedeckt wird – ja was will man da mehr?

(Na? Sieht doch toll aus oder?)

Und dann war da noch dieser Kellner („Uih, ist der freundlich?“), immer einen lustigen Spruch auf den Lippen, ein verschmitztes Lächeln im Gesicht, schlagfertig und für jeden Spaß zu haben. Matze – wir danken dir für diesen netten Einstieg in unser aufregendes Hamburg Wochenende. Und wenn einem dann beim Hinausgehen noch ein freundliches „Tschüß“ von der Bedienung, die uns STUNDEN zuvor die Getränke brachte hinterhergerufen wird...ja, dann kommt man Angesichts soviel freudiger Herzlichkeit doch bereits ein wenig ans Grübeln. Wir kommen wieder keine Frage!

Gut gesättigt begaben wir uns dann noch durch ein paar Straßen im Schanzenviertel, in dem, so kam es mir zumindest vor, das Kneipenleben hauptsächlich auf der Straße stattfindet. Leider jedoch auch wohl, mit allem, was dazu gehört...konnten wir doch gerade eben einer Straßenschlägerei entfliehen.

Da die Zeit auch in der Großstadt unerbittlich voranschreitet, dachten wir jenseits der Mitternacht doch daran den Heimweg anzutreten. Wie? Na klar...U- und S-Bahn und Bus, die fahren in so einer großen Stadt ja rund um die Uhr. HÖHÖ!!! Wir stehen am Bahnsteig und warten die üblichen max. 10 min, aber es tut sich nichts. Die Anzeige „bitte nicht einsteigen“ bleibt unverändert, ein Notarzteinsatz am Nebengleis lenkt uns auch nur kurzfristig ab, dann die Erkenntnis, von hier aus fährt JETZT keine S-Bahn mehr. Empfehlung des Bahnpersonals: „Unten fährt gleich der letzte Bus“. Wie jetzt der Letzte? Egal, Beine in die Hand...aber der Letzte war wohl doch schon weg. Vier ratlose Gesichter. Das kann doch nicht...und was nun?

Taxi?! Okay, Taxi bis zum Hauptbahnhof und von da aus mit der U-Bahn weiter in Richtung Wandsbek (dem Stadtteil unserer FeWo).

Von Hauptbahnhof gehen viele U-Bahnen in diverse Richtungen und bis man die Richtige gefunden hat, nun, auch das dauert eine Weile...nur auch hier die bittere Ernüchterung: Wir stehen vor einem mit Gittern abgeriegelten U-Bahneingang. Entsetztes „Wir sind doch aber hier in Hamburg!“ und unverständliches Kopfschütteln unsererseits (Hamburg vielleicht doch nur ein Dorf?), ließ uns erneut zur Taxilösung greifen, diesmal eine von der schnelleren Sorte (also, dass man SO schnell innerorts fahren darf war mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst). Warum jedoch die U-Bahn nicht fuhr blieb uns an diesem Abend jedoch noch verborgen...aber das sollte sich klären...

(Die Uhr - ja, die sollte man an bestimmten Tagen nicht aus den Augen lassen;-))

Ja, so ging der erste aufregende Tag in Hamburg zu ende. Die aufregenden Eindrücke noch verarbeitend fiel ich dann um ca. 3 Uhr in unruhigen Schlaf, mit der Feststellung dass auch in Hamburg für das Vogelvolk der Tag bereits um ca. 4 Uhr beginnt;-).

Gruß Uschi


P.S.: Nun Tag 2 wird ein wenig auf sich warten lassen, denn morgen kommt erst einmal der etwas unangenehmere Teil des Monats. Ich muss zu einer Bauchspiegellung ins Krankenhaus - nix Wildes (sie die bisherigen Prognosen), aber eben unumgänglich:-(


Kommentare:

  1. Ach schön geschrieben. Schade, dass ich nicht die ganze Zeit dabei sein konnte. aber nun fühl ich mich fast so, als wäre ich doch dabei gewesen.
    Ich freu mich schon auf den 2. Tag und drücke dir für deine OP feste die Daumen.

    Liebe Grüße
    Doreen

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  2. Liebe Uschi,
    ich denk an dich und halte die Daumen dass dein Bauchgefühl stimmt und freue mich auf das Wochenende in Stommeln wo keine U Bahn fährt aber auch nicht nötig ist.
    Ab nächste Woche wenn du wieder zu Hause bist werden wir in die Planung einsteigen!!
    LG Ruth

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  3. mensch uschi, was für ein toller bericht!!!
    ich freu mich schon auf die kommenden tage!!!

    ach... soooooo schön war das!

    glg einchen

    und toitoitoi für morgen

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  4. Bekenntnisse eines Landeis :)
    Das hast du wieder wunderschön geschrieben, ich habe mich richtig wiedergefunden. Danke :)

    Nur in Hamburg, da war ich noch nie, aber bei den Beschreibungen sollte man das eigentlich nicht versäumen.

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