Montag, 18. März 2013

Das Fazit einer Woche Tagebuchbloggen

Am vergangenen Montag ging es ja los mit der Aktion von Frau Brüllen. Eine Woche wird notiert, was ich/wir den ganzen Tag so machen. Ob es euch nun interessiert hat oder nicht...das kann ich ja nun nicht beurteilen. Aber für mich war es auf jeden Fall ein interessantes Experiment, denn ich habe mir wieder einmal vor Augen geführt...ich bin spontan, chaotisch und unorganisiert. Aber ich komme zum Ziel und mir geht es gut dabei!

Zunächst, die vergangene Woche war sicherlich nicht das, was ich als Durchschnittswoche bezeichnen würde. Zum einen war da der kranke Mann anwesend, der ja sonst außer Haus arbeitet. Auch wenn ich ihn nicht habe pflegen müssen, so ist der Tagesablauf dennoch irgendwie anders...ich fühle mich beobachtet in meinem Tun, kann auch irgendwie nicht so durchstarten. Wobei das natürlich alles Quatsch ist...klar könnte ich hier auch schalten und walten wie ich möchte...aber man oder ich mache es dann nicht. (Notiz an mich, bis zum Renteneintritt meines Mannes muss ich dafür eine Lösung finden.)
Dann war da auch noch ein komplett verplanter Mittwoch mit dem Ausflug zur Creativa und ein gut durchorganisierter Freitag an dem eben viel von der "eigentlichen" Arbeit liegen geblieben ist. Was ist aber liegen geblieben, was ist meine eigentliche Arbeit?
Liegen geblieben ist in der vergangene Woche sicherlich GANZ viel Hausarbeit und ja, das ist nun mal meine Aufgabe...größtenteils. Der Vorteil daran...ich kann es mir einteilen wie es mir passt. Das Problem daran...wenn ich also Tage verplane wie in der vergangen Woche, dann bleibt zwangsläufig irgend etwas liegen, was irgendwann wieder aufgeholt werden muss. Gut ich bin jetzt nicht der Typ, der jeden Tag staubsaugt, Treppe fegt, Bad putzt. Und ja in vielen Ecken unseres Hauses findet man sicherlich das eine oder andere Spinnweb und Staubflöckchen...aber ich muss es auch nicht steril blitzblank sauber haben.
Manchmal denke ich jedoch, wenn ich das alles etwas strukturierter angehen würde, dann würde ich vielleicht nicht so da gegen angucken. Manchmal wünsche ich mir z.B. es gäbe in der Woche EINEN Tag für's Einkaufen und ich müsste dann nicht mehr deswegen los. Aber irgendwie funktioniert das hier bei mir nicht...ich bin da wohl irgendwie zu spontan.

Nehmen wir mal an, ich würde also sonntags bereits planen, was es in der ganzen Woche zu essen gäbe und ich würde den Einkaufszettel gestalten und entsprechend einkaufen. Sicherlich, ob ich nun montags für drei oder sieben Tage einkaufe, das Einkaufen würde nur unwesentlich länger dauern und auch das Verstauen der Lebensmittel würde auch nur einen Bruchteil mehr Zeit in Anspruch nehmen. Aber was passiert mit meiner Planung wenn sich spontan im Wochenablauf etwas ändert, ein unvorhergesehener Azrttermin z.B., an einem Tag an dem ich dieses oder jenes kochen wollte, für das nun aber die Zeit fehlt. Die Lebensmittel sind zwar vorhanden...können nun aber nicht verarbeitet werden:-(. Oder auch, die Reste von den Mahlzeiten am Tag zuvor...das ist hier ganz schwer zu kalkulieren, mal bleiben Reste, mal eben nicht.
Genauso wäre das auch mit festgelegten Putztagen...was mache ich damit, wenn mich an diesen Putztagen plötzlich die Lust überkommt und ich mich mit einer Freundin verabrede?
Überhaupt...dieser Lustfaktor...es gibt Tage an denen habe ich Lust das Badezimmer zu putzen, ja, da kann ich mich nachher an dem blitzenden Waschbecken erfreuen, dem sauberen Boden auf dem keine Staubfluse mehr liegt. Genauso gibt es aber Tage, da würde ich mich damit quälen! Ganz extrem wird das im Sommer, wenn draußen die Sonne lacht, da findet das Leben draußen statt, und weil der Sommer hier bei uns immer sehr kurz und sehr schnell wieder vorbei sein kann, dann bleibt im Haus Vieles liegen. So hat hier bei mir alles seine Zeit...alles wird erledigt, früher oder später. Es werden Prioritäten gesetzt...wie z.B. gestern...da lag noch die Bügelwäsche, aber in dem Moment war die Spielezeit mit Julia einfach wichtiger. Genauso mit meiner Heimarbeit...wenn etwas fertig muss, dann muss eben etwas anderes hinten anstehen. Bisher bin ich damit immer zu meinem Ziel gekommen, ganz wichtig ist dabei eben auch mal "Nein" sagen zu können. Die Situation überschauen zu können und zu sagen: "Nein, dafür ist jetzt keine Zeit!" unabhängig ob es um Pflichten oder auch um die angenehmen Dinge geht.
Es gibt sicherlich unzählige Ratgeber zum strukturierteren Arbeiten im Haushalt, ein, zwei davon finden sich auch in meinem Bücherregal - ungelesen, weil die Zeit dafür fehlte;-).

Irgendwie habe ich jetzt wohl den roten Faden verloren, aber ich glaube es wird klar, was ich sagen wollte.

Eins noch zum Schluss: Dadurch, dass ich meinen Tagesablauf in der vergangenen Woche dokumentiert habe, habe ich deutlich weniger Zeit bei Facebook und Co. verbracht und soll ich euch 'was sagen...ich habe nicht den Eindruck etwas verpasst zu haben. Manchesmal habe ich mich nämlich schon dabei ertappt, dass Gefühl zu haben, schnell "mal eben" gucken zu müssen, wer was wo geschrieben hat. Das Gefühl "Alles" nachlesen zu müssen. Ähnliches gilt für Instagram und die diversen Blogs...wenn ich einige Bildchen verpasse, einige Blogposts nicht gelesen habe...geht davon die Welt unter?
Sicherlich auch keine weltbewegend neue Erkenntnis...

Gruß Uschi (die es jetzt irgendwie nicht so ganz auf den Punkt gebracht hat...sich aber nun eine Tasse Tee und ein Stück upside-down Kuchen gönnt, den ich gestern sicher nicht gebacken hätte, wenn ich meinen Haushalt besser planen würde;-)...irgendwie so!)

Kommentare:

  1. Doch Du hast es finde ich schon auf den Punkt gebracht..... normales Leben halt ...... ich hab noch keinen Koffer von gestern ausgepackt und noch nicht mal meine SCHÄTZE..... und ich bin immer noch im Schlafanzug....... aber immerhin hab ich den Haushalt schon. !!!!! Und arbeiten müßt ich auch..... mir fehlt ein ganzes Wochenende......
    Immer wieder schön bei Dir zu lesen...... NETTE

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  2. Ich gehe da etwas planmäßiger dran, aber ich plane auch sonst generell gerne alles im voraus :-) Und außerdem, ich putze so ungern, wenn ich mir dafür keinen festen Tag vornehme, hätte ich sicher dauernd eine andere Ausrede :-) Und mit dem Essensplan klappt das bei uns auch ziemlich gut. Klar, es wird auch mal was über den Haufen geworfen, aber am Ende sind doch alle Einkäufe irgendwie verbraucht.
    Liebe Grüße und eine schöne Woche,
    Andrea
    www.wp.familie-voigt.de

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  3. Das unterschreibe ich voll und ganz. Die Lust und die Pflicht und der Haushalt - gar nicht so einfach zu koordinieren.
    LG Bärbel

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  4. Liebe Uschi,
    genau so geht es mir auch immer. Auf der einen Seite das schlechte Gewissen, aber auf der anderen Seite auch ein gewisses Wohlgefühl, sich die Zeit einteilen zu können wie man will. Die Arbeit dann zu machen, wenn man 'Lust' dazu hat, aber auch spontan Zeit für die schönen Dinge des Lebens zu haben.
    Ist Deine Familie glücklich und zufrieden? Und bist Du es auch? Dann ist doch alles gut.
    Der innere Schweinehund ist der Fiesling, den es zu bekämpfen gilt.
    Ganz liebe Grüße
    Petra
    Und bitte weiterhin so spontan unkompliziert!!!

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  5. Vielen Dank fuer deine Einblicke, ich fand sie sehr interessant und bin froh, dass nicht nur ich so bin. Insbesondere dein heutiger Post spricht mir sehr aus dem Herzen. Ich habe hier in Sydney inzwischen viele Muetter kennengelernt, deren Häuser immer wie geleckt aussehen - was darauf schliessen lässt, dass sie taeglich irgendwo Putzen - ich weiss nicht warum, aber fuer mich sind andere Dinge wichtiger, auch wenn ich diese Familien dann ungern zu mir einlade (warum eigentlich? ich fuehle mich dann jedenfalls oft unzureichend. blöd - ich weiss).
    Das Tochterkind, meine kleinen Jobs, mit denen ich etwas Geld verdienen kann und die Naehmaschine sind mir jedenfalls viel wichtiger als der Haushalt - verhungert ist hier noch keiner ;-)

    lass dir tee und kuchen schmecken und guck nicht auf die kruemel unterm tisch *giggel*

    cheers

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  6. Hallo Uschi!
    Eines der wenigen Dinge, die sich in unserem chaotischen Haushalt bewährt haben, ist der Wochenspeiseplan, nebst Wocheneinkauf (+ ein weiterer kleiner Einkauf in Wochenendnähe für Frisches). Ich habe gestern den ganzen Tag immer mal wieder darüber nachgedacht, warum die von Dir angesprochenen Probleme bei uns keine sind, obwohl es bei uns auch fast jede Woche passiert, daß wir an ein oder zwei Tagen nicht nach Speiseplan essen. Ich habe dann festgestellt, daß ich immer auch Gerichte dabei habe, die ich problemlos auch in die nächste Woche schieben kann, ohne das mir die Zutaten schlecht werden, wie z.B.: Kartoffelpuffer oder Pfannekuchen.
    Für mich ist der Wochenspeiseplan eine große Erleichterung, ich muß mir nicht mehr jeden Tag den Kopf zerbrechen, was wir denn mal essen könnten und ich kaufe "kontrollierter" ein, d.h. wir werfen nicht mehr so viel weg. Meine Schwester kommt dagegen mit so einem Plan gar nicht zurecht, es scheint also nicht für jeden die ultimative Lösung zu sein. Vielleicht einfach mal ausprobieren?
    Liebe Grüße
    Marlene

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