Mittwoch, 29. Mai 2013

"Berg"fest in der Eifel

Im Rahmen der Vorbereitungen zu den Vierdaagsen ging es für uns Flachlandwanderer am Samstag in die Eifel, um ein wenig "Hügeltraining" zu absolvieren, denn der dritte Tag der Vierdaagsewanderung geht rund um Groesbeek und ja, Groesbeek hat Berge, sogar sieben an der Zahl. Nach den Erfahrungen des vergangenen Wochenendes würde ich jedoch sagen, die Berge sind hier wohl doch eher Hügel;-).

Am frühen Samstagmorgen ging es los, erstmal zum Bahnhof nach Kleve, denn um in der Eifel zu wandern, muss man ja erst mal von hier aus dorthin kommen.





Und weil man von Kleve nicht direkt in die Eifel kommt, mussten wir auf der gesamten Strecke viermal umsteigen, teilweise mit etwas Wartezeit, die wir für ein wenig Sightseeing genutzt haben...


...einmal schnell raus aus dem Bahnhof, davor stehen, Kopf recken, und staunen....


...boah, ist der hoch!

Und wieder rein in den Zug, denn wir wollen ja einen Teil dieser Route laufen...


...und zwar 20 km von Kreuzau nach Abenden. Nach 3,5 Stunden Zugfahrt erreichten wir also unseren Ausgangspunkt und machten uns auf den Weg, durch lauschige Birkenhaine...


...vorbei an Feldern und Wiesen...


...immer wieder mal an der Rur (die ohne "h") entlang,...


...was dann auch bei der Querung des Flusses erst nochmal vom begleitenden Lehrer erklärt wurde.


Wir wissen nun also, die Rur hat nichts mit der Ruhr und dem Ruhrgebiet zu tun, nein, es handelt sich dabei um einen völllig anderen Fluss, der zur Freude der niederländischen Teilnehmer in Roermond (NL) nämlich in die Maas fließt. Und um den Kreis zu schließen, an der Maas wird man dann am dritten Tag (den mit den Hügeln;-)) der Vierdaagse wieder vorbeiwandern und sich sicherlich noch an das Gelernte und den Eifeltag erinnern. Zu diesem Zeitpunkt fragten wir uns jedoch noch "welche Hügel" überhaupt, die bis dato gelaufenen Kilometer gingen doch eher flach entlang des Ufers und waren doch recht flott zu bewältigen? Aber, dass sollte sich gleich an der nächsten Biegung ändern, denn da ging es doch stetig bergan...


...die Wege wurden steiler und den Teilnehmern wärmer...



Nach kurzer Zeit gewannen wir ordentlich an Höhe und konnten auf Obermaubach und das Staubecken der Rur hinabblicken.


 Zeit für eine kurze Rast.


Aber, der Weg ist noch weit, also geht es weiter, mal auf breiten Wegen...


...und dann plötzlich auf schmalen Stegen, beinahe kletternderweise hinauf (keuch, schnauf, Fotos des Weges nicht möglich;-)), bis nach ganz oben...


...kurz verschnaufen und weiter, durch verwunschene Wälder mit ulkigen Felsformationen...


...bis zum Ort Nideggen, in dem wir die Zeit für eine Besichtigung des hübschen 700 Jahre alten Städtchens gehabt hätten, wäre da nach 15 km nicht doch das sehnliche Verlangen nach einem Sitzplatz und einer Erfrischung gewesen ;-)


Das Ziel war jedoch noch nicht erreicht und der Vermutung des begleitenden niederländischen Lehrers "ab jetzt ginge es nur noch geradeaus", konnte ich nicht so recht Glauben schenken. Von Nideggen bis nach Abenden waren es zwar "nur noch 5 km", aber davon gingen mindesten 2 km stetig berab und "gefühlte" 7 km wieder stetig bergauf (keuch, schnauf, Fotos des Weges nicht möglich;-)), was dann am Ende jedoch mit einem tollen Ausblick auf Abenden belohnt wurde.


Guckt mal...da...nein...dahaaaa...ist der Bahnhof...da müssen wir hin!


Von hier aus trieb uns dann also die Gewissheit, nur noch bergab laufen zu müssen, an und wir erreichten 20 min später unser Ziel...


Die Aussicht nun noch 4 Stunden (diesmal mit längerem Aufenthalt in Düsseldorf) mit dem Zug nach Hause zu fahren, behagte uns zwar nicht, aber die Aussicht 4 Stunden die Füße kaum noch bewegen zu müssen war doch recht verlockend;-)

Dieses Bild ist für mich übrigens eines der schönsten Bilder des Tages: Julia, als übrigens JÜNGSTE ausländische Teilnehmerin (von insgesamt 42000!) der Vierdaagse, am Ende des Ziels!


Und die Erkenntnis der Eifeltour: Die Eifel hat Berge, zumindest für uns Flachlandwanderer! Und 20 km in der Eifel laufen sich mal nicht so locker flockig wie 20 km am Niederrhein. Aber es war toll auch mal ein anderes Gebiet zu durchwandern! Und es war toll wie alle Teilnehmer diese Route gemeistert haben! Somit können wir mit gutem Gefühl auf unser Bergfest zurückblicken.
Hatte ich doch anfangs Bedenken, dass so manch ein Wanderer die Vierdaagse nicht schaffen würde, so bin ich inzwischen doch recht zuversichtlich!

Gruß Uschi


Kommentare:

  1. danke das wir teilhaben dürfen!

    Liebe Grüße
    anja

    AntwortenLöschen
  2. wahnsinn, dass deine kids da (anscheinend?!) ohne murren und knurren mitlaufen.

    ich hätt meine eltern geteert und gefedert *g*.
    ich konnt solchen fußmärschen weder als kind noch heute was abgewinnen. ich seh mich heute noch heulend oben auf der düne von pyla hocken... völlig immun gegen diesen kulturschock ;o).

    trotzdem mag ich die schönen bilder euerer wanderungen.

    und ich hoffe, euer längerer aufenthalt in düsseldorf war ok.

    ich schick auf jeden fall mal nen paar liebe grüße aus der landeshauptstadt zu euch hoch an den niederrhein.

    Pepie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich denke es ist ein wenig die Frage wie man es vermittelt. Als Felix da im Februar mit den Infos ankam und meinte er würde da gerne mitmachen, haben wir ausführlich darüber gesprochen, was genau das bedeutet. Dass z.B. auch viel Zeit dabei draufgeht und dass es zum Schluss bei 30 km eben auch kein Zuckerschlecken mehr ist. Beide Kinder hatten ein paar Tage Zeit sich das zu überlegen und haben zugestimmt. Klar gibt es auch hier ab und zu mal Durchhänger, aber bei allen...auch bei mir. Es gibt eben Tage da geht einem die Wanderei leicht von der Hand (oder Fuß;-)) und an anderen mal nicht. Aber alles in allem genießen unsere Kinder die gemeinsame Zeit die wir miteinander verbringen und den Wandel der Natur im Laufe der Wochen.
      Außerdem haben wir die Entfernungen ja langsam gesteigert...inzwischen lachen wir, wie schnell man eben 5 km gelaufen ist;-)

      Gruß Uschi

      P.S.: Der Düsseldorfer Bahnhof war an dem Abend übrigens rappelvoll, weil wohl Japantag war. Da haben wir uns ganz schnell auf dem Bahnsteig geflüchtet und es vorgezogen dort zu warten.

      Löschen
  3. Hallo Uschi,

    daher hat Roermond auch seinen Namen! Roermond heißt frei übersetzt "wo die Rur mündet"

    Da seid ihr aber eine nette Route gelaufen - ich kann das nachvollziehen ;) Und Dein Vergleich zum Niederhein ist sehr treffend.
    Übrigens, mein Hund war auch mal Krahnenburger ;) Sicherlich weißt Du wo er gewohnt hat ;)

    Liebe Grüße Schlottchen (der Du bei Farbenmix fast die Klotüre vor den Kopf gestoßen hast ;)))

    AntwortenLöschen
  4. Nideggen - wie schön. Da warst du ja direkt hier um die Ecke.
    Hübsch haben wir's hier in der Eifel, oder!? ;-)

    Liebe Grüße,
    Sarah

    AntwortenLöschen