Montag, 1. Juli 2013

30 km Nijmegen - Ooij

Fortsetzung der ersten Generalprobe für die 4daagse: D.h. gleich am nächsten Tag ging es gut erholt (höhöhö...nunja) um 8:00 Uhr in der Frühe in Nijmegen los. Vor dem Start die üblichen Instruktionen und ein kurzer Überblick über die geplante Route.


Und siehe da, tatsächlich ist es möglich die Füße für weitere Kilometer voreinander zu setzen, aber gelingt das auch tatsächlich weitere 6-7 Stunden? Ich bin schon sehr erstaunt...es geht besser als gedacht, zumindest auf den ersten Kilometern;-). Ziemlich zügig gelangen wir von Zentrum der Stadt in das nahegelegene Ooijpolder, vorbei an der Waalbrücke von Nijmegen, die übrigens 1977 auch einer der Drehorte im Film "Die Brücke von Anrheim" war.


Da laufen sie wieder...


...und weil die Brücke eine tolle Hintergrundkulisse bietet, versuchen wir erneut ein Gruppenfoto zu bekommen. Aber auch diesmal sind nicht alle Wanderteilnehmer mit dabei.


Kurze Zeit später umrunden wir den Bisonbaai, der SEHR berechtigt diesen Namen trägt, ...


...wie wir am Ende der Umrundung feststellen dürfen. Diese friedlich widerkäuenden Gesellen stören wir dann besser mal nicht und machen einen kleinen Umweg rechts am Ufer entlang.


Kurze Zeit später bereits das Etappenziel erreicht? Oh, nein, gerade erst knapp 10 km gelaufen, die Füße fühlen sich jedoch bereits so an als hätten sie 20 km hinter sich :-(. Daher kommt eine kleine Pause sehr willkommen.
 

Von Ooij geht es auf dem Erlecomsedam gut 5 km weiter in Richtung Leuth. Die Truppe wird stiller, jeder schlufft so vor sich hin, mit Ausnahem der niederländischen Teilnehmer. Wir bekommen den Eindruck, dass man sich in den Niederlanden DEUTLICH mehr zu erzählen hat als bei uns?!?! Und woher holen die die Energie? Obwohl erst nach weiteren 10 km eine Pause geplant ist, stürzt sich bereits nach 6 km in Leuth ein jeder auf die im Ort befindlichen Bänke...Pause!


Aber es hilft nichts...14 km wollen noch gewandert werden. Vorbei an der Hauptwässerung (die entlang der deutsch-niederländischen Grenze verläuft) treffen wir auf ein Schwanenpaar mit ihrem Nachwuchs und beneiden still die Kleinen, die ihre Füße ins kühle Nass halten dürfen!


Kurze Zeit später überschreiten wir die Grenze nach Deutschland und finden uns im Storchendorf Zyfflich  (übrigens der TIEFSTE Punkt Nordrhein-Westfalens) zu einer weiteren Pause ein.


20 km haben die "Walking Stones feat. Kandinsky" geschafft. 10 km liegen noch vor uns.


Inzwischen ist auch die Sonne herausgekommen und wir bekommen den ersten Eindruck wie es sein kann bei sengender Sonne zu wandern (und das obwohl es gestern noch nicht einmal sonderlich heiß war!)


Von Zyfflich geht es vorbei am Wyler Bergmeer.


Dann bei Kilometer 23 werden die Füße schwer. Ich verwickel Felix in ein Gespräch über Computerspiele, um ihn weiter zu motivieren, Julia spielt mit der Tochter des betreuenden Lehrers (die als Begleitperson bei den 4daagsen mitwandern wird) zur Ablenkung das Satzbauspiel (siehe Tipp am Ende!!!). Dann ENDLICH kommt die Brücke in Sicht...die letzten Kilometer brechen an!


Der Weg ist das Ziel...jeder schlufft läuft in seinem Tempo und die Gruppe verteilt sich auf etliche Meter.

Gut für die, die vorne sind und dann 1 km vor dem Ziel sitzenderweise die Gelegenheit nutzen, um auf den Rest der Truppe zu warten.



Den letzten Kilimeter schaffen wir auch noch! Aber dann NUR NOCH der Wunsch zu sitzen!


Wie es uns ergeht? Unsere Füße sind enorm müde und platt gelaufen, mir schmerzen die Knie und Ballen, Julia hat sich eine Blase gelaufen (hoch lebe die Erfindung von Blasenpflastern - die sind TOLL!). Nach zweimal 30 km macht man nichts mehr! Da ist nur noch relaxen angesagt.
Dann aber, nach ausgiebiger Nachtruhe die Feststellung, die Beine sind zwar schwer und die ersten Schritte mühsam, aber, hat man sich ein wenig eingelaufen, scheint alles noch zu funktionieren.
Zumindest die Kinder sind optimistisch, dass die 4daagse zu bewältigen sind. Vor allem Felix hat für sich gelernt, dass es wichtig ist einen Durchhänger zu überwinden und sich nicht in ihn zu vergraben. Sicherlich auch eine gute Erfahrung, die man auf das wirkliche Leben übertragen kann...

In unserem Fall hat Ablenkung durch ein Gespräch gut geholfen, andere hören Musik um im Takt weiter laufen zu können, für Julia sind Sprachspiele gut, so konzentriert sie sich auf's Spiel und nicht auf die müden Beine. Eins ihrer liebsten Spiele ist das Satzbauspiel. Ich habe mit Sinn und Verstand gestern zugehört wie sie es mit Thessa gespielt hat...anfangs habe ich noch mitgespielt, bin dann aber ziemlich schnell ausgestiegen.

Da das Satzbauspiel sich auch gut im Stau im Auto oder auf langen Reisen spielen lässt und man damit sicher auch schon kleinere Kinder begeistern kann, erkläre ich mal kurz wie es geht. Also, der Erste gibt ein Wort vor:

Ich...

der Zweite wiederholt und ergänzt:

Ich bin...

der Dritte wiederholt und fügt hinzu:

Ich bin mittwochs...

Jedesmal werden immer ALLE Wörter wiederholt. Ob der Satz nachher wirklich einen Sinn ergibt, das mag jeder für sich entscheiden, wichtig ist jedoch, dass der Satzbau einigermaßen passt. Aber Vorsicht, für Julias und Thessas Satz bedarf es eine enorme Merkfähigkeit, er endete dann so:

"Ich bin mittwochs, den 1.7. 2050 immer zur Klinik gefahren, die nachts geschlossen wurde und Bakterien Wettrennen veranstaltete, die Nasen Bakterien nicht gewinnen lassen wollten, deswegen konnte ich nie behandelt werden und darum stinkt das Auge meiner Großmutter jeden Sonntag in Vielfalt, weil Gurken nicht gut riechen können, so wie Augen nicht schmecken, nur meine Großmutter isst keine Gurken, da sie Angst hat sich zu verschlucken in ihrem Schweiß, den ihr Freund schwitzt..."

Man bedenke, dass jeder den Satz ja immer wieder wiederholen musste! Aber immerhin, die beiden haben damit gut 3,5 km überbrückt;-).

Das war die erste Generalprobe zu den 4daagsen. Das kommende Wochenende ist wiederum verplant. Erneut stehen zweimal 30 km auf dem Plan...wir wissen inzwischen was es bedeutet.
Ich werde berichten! Da müsst ihr nun mal durch;-)

Gruß Uschi

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