Mittwoch, 2. Oktober 2013

Blogg dein "Hör" - Buch

Wieder einmal heißt es hier an dieser Stelle "Blogg dein Buch", erneut ein Hörbuch. Nachdem mir ja der Einstieg in die Welt der Hörbücher mit dem letzten ganz gut gelungen war, wollte ich einen zweiten Versuch wagen.

Diesmal ein Krimi, dazu noch ein "Heimatkrimi", aber nicht aus unserer Heimat hier am Niederrhein, sondern aus dem hohen Norden. Nun gut, den hohen Norden habe ich ja nun auch schon mehrmals besucht und vielleicht sind mir ja meine Erfahrungen bezüglich Land und Leute von dort oben im Norden beim Hören sehr zu Gute gekommen. Denn sind wir doch mal ehrlich, wer sich abends noch mit "Moin, Moin" begrüßt...der muss doch zweifelsohne den Tag viel entschleunigter angehen, oder?
Aber ich schweife ab...zurück zum Buch...bzw. Hörbuch.

Ich hörte "Ostfriesenmoor" gelesen vom Autor Klaus-Peter Wolf höchstpersönlich (der muss ja wissen, wie es sich liest ;-)). Ostfriesenmoor ist als Hörbuch erschienen bei Jumbo und ist hier für 19,99 € erhältlich.


Ostfriesenmoor ist der siebte Krimi aus der Reihe der ostfriesischen Krimis, das wusste ich bis dato nicht, daher war es für mich zunächst ein Sprung ins Kommissarenteam rund um Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller. Nach dem eher spritzig gelesenen Hörbuch von "Frau Freitag" überraschte mich zunächst die doch etwas sonore Stimme des Autoren, komme aber letztendlich zu dem Schluss, es passt und zwar perfekt...zum Norden und zur doch recht gruseligen Handlung des Krimis an sich.

Im Uplengener Moor wird eher durch Zufall eine Leiche gefunden, eine Kinderleiche, eine ungewöhnliche Kinderleiche, denn sie ist, wenn auch sehr stümperhaft, ausgestopft worden. Das Team um Ann Kathrin Klaasen steht zunächst vor großer Ratlosigkeit, aber schnell ist ein Ermittlungsansatz gefunden und die ersten Verdachtsmomente treten zu Tage. Während das Kommissariat an diesem Fall noch herumgrübelt, tritt bereits der zweite Handlungsstrang, die Entführung eines Zwillingsbabys auf die Bühne. Steht diese Entführung in engem Zusammenhang mit der Kinderleiche, denn schließlich war auch sie ein Zwilling!? Oder ist es doch eher eine Eifersuchtstat des Exmannes der Zwillingsmutter? Mehr vom Inhalt soll nicht verraten werden..

Ich muss gestehen, ich hörte das Hörbuch in meinem Nähzimmer, was bei Frau Freitag gut gelang, bei diesem Krimi jedoch nicht. Zu rasant verläuft die Handlung, zu viele, für mich ja noch unbekannte (weil erstes gehörtes Buch der Reihe) Personen treten auf den Schauplatz, die in Ruhe zugeordnet werden müssen. Sich dabei auf die Handlung zu konzentrieren fiel mir doch zumindest während der Näharbeit sehr schwer. Auch der schnelle Szenenwechsel zwischen den einzelnen Kapitel wird während des Vorlesens nicht so schnell registriert. Das ist der Moment, an dem ich mir doch die gedruckte Version gewünscht hätte. Da ist die Kapiteleinteilung offensichtlicher...da weiß man direkt, es folgt ein neuer Schauplatz.
Gut gefallen haben mir die unterschiedlichen Charaktere des Ermittlungsteams, vom etwas dümmlich dargestellten Rupert, über den immer zweifelnden Frank Weller (wann ist der richtige Moment eines Heiratsantrages?) bis zur starken Ann Kathrin Klaasen.
Dir nebenher laufenden Eifersuchtsdramen des Exmannes der Zwillingsmutter und ihres neuen Freudes erscheinen mir persönlich ein wenig zu dramatisch aufgetragen und kurz vor Ende der Geschichte beschleicht einen das Gefühl, dass diese Familie wohl möglich ganz ausgelöscht werden kann. Ein wenig dick aufgetragen...aber auch auf der anderen Seite der Spannung zuträglich.

Fazit: Wenn man das Ermittlungsteam aus den vorherigen Büchern/Hörbüchern bereits kennt, fällt der Einstieg sicher leichter und man findet deutlich schneller in die Handlung hinein. Die Handlung an sich ist stimmig, allerdings an manchen Stellen für mich persönlich ein wenig zu dick aufgetragen. Viele kleine Handlungsstränge (was soll das nun mit dem Reiki?) erhalten erst gegen Ende ihren Sinn, das macht es ein wenig unverständlich. Für mich daher ein Buch, was man zweimal hören muss, oder bei dem man vielleicht auch die Vorgeschichte aller Beteiligten Kommissare kennen sollte. Weiterhin ist es sicher hilfreich, das doch eher ruhige Naturell der "Nordländer" und auch die doch sehr weitläufige Landschaft Niedersachsens zu kennen... "Heimatkrimi" eben! Die Bewertung fällt mir daher etwas schwer, drei Sterne erscheint mir zu wenig, vier zu viel.

Gruß Uschi

Kommentare:

  1. Danke für Deine Testpost. Bin immer auf der Suche nach neuem Stoff für die Öhrchen. Werde wohl mal nach dem ersten Teil suchen...
    Ganz liebe Grüße, Heike

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    1. Mach das Heike, ich denke, wenn man die chronologisch liest, ist das sicher toller Lesestoff!

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