Samstag, 21. Dezember 2013

Selbstversuch

Internet, PC, Handy und Co. haben schon lange Einzug in unser tägliches Leben gehalten. Gleich morgens nach dem Frühstück (manch einer gar schon im Bett) greifen wir zum Handy und sichten die neusten Bildchen bei Instagram, schauen ob Nachrichten auf whatsapp eingetroffen sind und schalten danach gleich den Rechner an, um die Mails zu checken und das Neuste bei Facebook nachzulesen. Viele lesen sich sicherlich auch durch die neusten Twitternachrichten - ich nicht, denn Twitter spricht mich so gar nicht an.
Ich könnte auch noch durch die Ideenwelt von pinterest schweifen, aber da habe ich mich wohlweislich noch nicht angemeldet.

Schon erschreckend, wenn man so bedenkt wie viel Zeit (kostbare Zeit?) des Tages darauf verwendet wird. Ein wenig wachgerüttelt wurden wir hier, als es mit unseren Kindern um die Beschränkung des Internets ging...und glaubt mir...wir sind da bereits sehr großzügig! Aber dennoch meinten die Kinder: "Ihr seid doch auch ständig online!"

Sind wir das?

Das ließ uns ein klein wenig nachdenken und eine Idee wurde geboren. Da wir in diesem Jahr das Weihnachtsfest zum ersten Mal ganz familiär begehen, also nur wir vier im absolut engsten Kreis haben wir beschlossen es auch im absolut engsten Kreis zu feiern!

Wir begeben uns also 48 Stunden ins OFF! 48 Stunden - kein Internet, kein Handy, kein PC, kein Nintendo oder Spielekonsole. Fernsehen wollten wir Erwachsene zugestehen, aber da waren die Kinder dagegen...sie meinten, wenn schon denn schon! Auf das Argument, dass aber an Weihnachten doch schon der ein oder andere gute Film gesendet würde gab es dann den Kompromiss "Fernsehen nur dann, wenn ALLE den Film sehen möchten und auch erst ab 19:45 Uhr (damit evtl. logo-Nachrichten geschaut werden können)! Ein Aufnehmen der Filme ist übrigens auch nicht möglich, da dies mit dem PC erledigt wird...und DER bleibt ja nun mal aus!

48 Stunden OFFLINE!!! Geht mal in euch...wie oft am Tag greift ihr inzwischen zum Handy, schaut in den PC oder auf's Tablet? Bekommt ihr bei dem Gedanken vielleicht auch ein leichtes Zittern in den Händen? Kann man schon von Sucht sprechen?

Unser Vorhaben wurde familienintern wild diskutiert und es war gar nicht so leicht Regeln dazu aufzustellen, denn es gab unzählige Möglichkeiten wie das "Gebot" heimlich umgangen werden könnte. Daher werden die Handys weggeschlossen, der eine versteckt die Kiste, der nächste den Schlüssel dazu. Beim PC überlegten wir zunächst nur die Mäuse einzusammeln, aber nach weiteren Überlegungen schien es auch sinnvoll die Tastaturen wegzuschließen. Auch hier die gleichen Vorkehrungen...der eine die Kiste...der andere den Schlüssel.

Und damit das Ganze auch nicht nur eine Idee bleibt, sondern ein wenig Ernsthaftigkeit bekommt, wurde von den Kindern ein Vertrag aufgesetzt, den alle Beteiligten unterschreiben mussten.


Auch eine Klausel zum Vertragsbruch wurde eingearbeitet...erneutes Verbot zum Jahreswechsel;-)

Und was denkt ihr? Ein interessanter Selbstversuch? Wird er möglicherweise scheitern...zumal auf der Wunschliste der Kinder diverse "Medienobjekte" standen, die dann erstmal nicht genutzt werden können!
Vielleicht hat ja der ein oder andere Interesse und greift unsere Idee auf?

Im Anschluss an unseren Selbstversuch werden wir berichten wie es uns ergangen ist!

Bis dahin sage ich schon mal:


Gruß Uschi

P.S.: Dieser Beitrag darf explizit gerne geteilt und verlinkt werden! Zur Nachahmung eben empfohlen!


Kommentare:

  1. Tolle Idee! Das bringt euch bestimmt eine tolle Familienzeit und da ihr ja wirklich gerne zusammen spielt, bekommt ihr die sicher schön rum. Ich habe hier leider einen Gesellschaftsspiel-Fanatiker auch wenn davon so einige im Schrank vorhanden sind. Gespielt wird hier höchstens an Heiligabend eine runde "Mensch ärgere dich nicht" zu sechst wobei danach meist der Familiensegen schief hängt, weil ein Onkel den Spielsinn nicht versteht und nur darauf abzielt alle zu schmeißen. Mal sehen wie es dieses Jahr ist ;-)

    Bin gespannt was ihr berichtet!

    Liebe Grüße, Nadine

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  2. Ich wünsch euch viel Erfolg und keine zittrigen Hände. Noch darfst du ja schauen. Ich glaube, mir würde der Fernseher am meisten abgehen. Aber zu meiner Lieblingssendung (ja, ich gestehe) dürft ihr ja schon wieder schauen. Das Traumschiff gehört für mich zu Weihnachten wie der Tannenbaum. Ich wünsche euch auf jeden Fall schöne Feiertage und viel Glück im neuen Jahr.
    Alexandra

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  3. Ich wünsche euch viel Erfolg und würde mir wünschen, bei uns würde das auch das ein oder andere Familienmitglied mitmachen. Ich selbst bin zum Glück gar nicht so gefährdet, ich wehre mich bisher erfolgreich gegen ein Smartphone, smse kaum und gucke maximal einmal am Tag in meine Emails. Und über die Feiertage möchte ich mein Weihnachtsgefühl genießen, ohne dass ich mich auf jemanden außerhalb des Raumes konzentriere.

    Liebe Grüße
    Alexa

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  4. nette idee!
    aber: schlimm, dass man auf solche verbotstage kommen muss, um manchmal ruhe zu haben - findest du nicht?
    bei uns sind solche tage oder versuche kein thema - ich denke, wir hatten und haben uns im griff und beschäftigen uns meist doch mit uns selbst als irgendwelchen kastln ... muss nicht sein und wird in diesem haus auch ganz sicher nie von wichtigkeit werden.
    ich wünsch' euch viel erfolg, eure "sucht" zu bewältigen - habt wunderschöne weihnachten (mit brettspielen ;-) und rutscht ordentlich ins neue jahr!

    glg, catharina

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  5. Hallo,
    das haben wir schon hinter uns, bzw ich. Einfach mal 2 Wochen FB deaktivieren usw.
    Es kostet nicht nur Zeit, es kostet auch Zwischenmenschliches. Wenn ich bedenke wie es privat bei mir läuft...mit Anschaffungen der Smartphones war/ist man immer und überall erreichbar, kann immer ins www, heimlich oder offen.
    Mehr Fluch als Segen und das nicht nur bei mir, finde ich. Beobachte es im Bekanntenkreis
    LG, Sandra

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