Sonntag, 29. Dezember 2013

Und was Süßes zum Dessert?

Zum Jahresende möchte ich euch noch mit einem wahrhaft süßen Buch verführen.
Bei Blogg dein Buch gab es letztens ein Kochbuch und an Kochbüchern kann ich nun mal schlecht vorbeigehen, schon gar nicht, wenn sie ein so verführerisches Titelbild wie dieses hier haben:


Schokolade - traumhafte Rezepte für Genießer von Eliq Maranik, erschienen im h.f.ullmann Verlag und für 9,99 € sicherlich eine gute Investition.
Das Buch, Hardcover mit Schutzumschlag, macht einen sehr edlen Eindruck und die Bilder der schokoladigen Köstlichkeiten machen es zu einer Augenweide sondergleichen. Also allein das Hin- und Herblättern im Buch macht schon Freude. Hier und da bleibt der Blick hängen und man kann sofort das dazugehörige Rezept begutachten.


"Dieses Buch lässt die Herzen aller Schokoladenfreunde höherschlagen. Rund 60 verführerische Rezepte für Pralinen, Trüffel, Konfekt, Gebäck und Desserts zeigen wie vielfältig Schokoladengenuss sein kann, und laden dazu ein, die verschiedenen Kreationen selbst auszuprobieren", so lauten die einführenden Sätze auf dem rückwärtigen Einband.

Also schauen wir mal ob diese Worte recht behalten werden. Wie bereits erwähnt...die Herzen schlagen schon in einem schnelleren Takt, allein durch den Anblick der vielfältigen Köstlichkeiten. Eingeteilt ist das Buch in übersichtliche Kapitel, wie: Pralinen und Trüffel, Konfekt, Kleingebäck, süße Teilchen und Torten, Desserts und Kleine Extras. Rund 30 Seiten befassen sich zum einen mit der Geschichte der Schokolade, dem Kakaobaum und der Schokoladenproduktion. Aber auch die Vorstellung der verschiedenen Geräte und dem richtigen Umgang bei der Herstellung eigener Köstlichkeiten aus der Schokoladenküche sind Kapitel gewidmet. Warum die Daten zur langen Geschichte des Kakaos ans Ende des Buches gestellt werden erschließt sich mir nun nicht...sinnvoller wären sie an die Geschichte der Schokolade angegliedert gewesen.

"In diesem farbenprächtigen, inspirierenden Buch sind alle Rezepte mit wundervollen Fotos bebildert, die zum Nachmachen einladen." heißt es da im Vorwort, und weiter, "Deshalb sind alle Rezepte so konzipiert, dass sie auch zu Hause gelingen." Wirklich? Gerade beim Anblick der "perfekten" Pralinen lässt mich das ein wenig die Stirn runzeln, zumal ich für die Produktion der Pralinen doch bereits Einiges an Equipment benötige, z.B. digitales Temperaturmessgerät, welches nicht in jedem Haushalt direkt verfügbar ist und dem sofortigen Gelingen ja erst einmal einen Riegel vorschiebt.
Daher sollte man sich die weiteren Worte zu Herzen nehmen: "Ich verrate Ihnen, wie sie ohne großen Aufwand Erfolg mit den Rezepten haben. Wobei ich zugeben muss, dass man gerade bei der Herstellung von Pralinen eine Portion Übung und Erfahrung braucht." Aha! - Also doch kein sofortiges Gelingen;-).
Warum der Rezeptteil des Buches dann ausgerechnet mit der schwierigsten Schokoladenkunst, nämlich den besagten Pralinen und Trüffel beginnt, erschließt sich mir dann nicht. An dieser Stelle würde ich mir zunächst die einfachen Rezepte des Kleingebäcks, Kuchen und Desserts wünschen.


Im Kapitel Geräte und Formen wird die Ausrüstung vorgestellt, die insbesondere für die aufwändigeren Rezepte zur Verfügung stehen sollten. Leider werden die Geräte nur mit Worten erklärt, hilfreiche Bilder z.B. zur Praliniengabel, Metallspachtel und Spatel fehlen.
Dem Temperieren, Schmelzen und Überziehen ist ein weiteres Kapitel gewidmet. Was mich hier ein wenig wunderte ist, dass das Temperieren dem Schmelzen der Kuvertüre vorangestellt wird. Denn um Kuvertüre zu temperieren muss ich ja zunächst erst einmal wissen, wie ich sie am besten schmelzen kann.
Auch das Ausgießen der Pralinenformen lässt bei mir Fragen offen. So steht dort: "Die Pralinenform mit temperierter Kuvertüre füllen, leicht rütteln, um etwaige Luftblasen aufzulösen. Die Kuvertüre kurz fest werden lassen. Dann die Form in einem Schwung umdrehen, damit die restliche flüssige Kuvertüre auf Backpapier oder eine Marmorplatte ablaufen kann." Hm? Wie kann aber Kuvertüre ablaufen, wenn ich sie kurz fest werden lasse? Klar weiß ich was gemeint ist, die Kuvertüre soll natürlich nur am Rand fest werden, aber WIE dick soll sie fest werden? Hier wäre sicherlich ein bebilderter Schritt für Schritt Lehrgang sinnvoll.

Zum Rezeptteil: Die Rezepte sind sehr schön klar gegliedert. Links eine Auflistung aller Zutaten, unterteilt in "Ausgießen, Füllung und Garnieren". Das macht die Sache schön übersichtlich und man weiß direkt welche Zutat wofür gebraucht wird. Das rechts daneben stehende Rezept ist auch in jeweils mehrere Schritte unterteilt und lässt sich auch während des Arbeitsprozesses sehr gut optisch erfassen. Denn nichts ist ja bei der Zubereitung eines Rezeptes schlimmer als die Frage "WO war ich nur gerade?". Dem wird hier durch die Nummerierung und klare Gleiderung der einzelnen Zubereitungsschritte zuvorgekommen.
Wenn man das Kapitel "Pralinen und Trüffel" mal außen vor lässt, so erfreut es mich, dass in den weitere Rezepten doch viele dabei sind, die sich auch ohne vorherigen aufwändigen Einkauf spontan umsetzen lassen, da es sich vielfach um Zutaten handelt, die man bei gewöhnlicher Vorratshaltung im Haus hat. Das gefällt mir persönlich sehr gut, insbesondere, da die Bilder des Buches zum direkten Nachmachen verführen!  Bei manchem Rezept würde ich mir noch eine Angabe zur Aufbewahrung und Haltbarkeit wünschen, das ist nicht konsequent angegeben. Aber vermutlich schmeckt alles so gut, dass man sich diese Frage erst gar nicht stellen muss?
Im Buch wird immer wieder auf die Auswahl guter Zutaten hingewiesen. Nur woran genau erkenne ich Qualitässchokolade bzw. Kuvertüre, worauf muss ich achten und wo bekomme ich sie? Hier wären Bezugsquellen wünschenswert.

Der Praxistest: Um mir ein abschließendes Urteil zu erlauben wollte ich auch einen Praxistest durchführen und so wurden unsere "Freitagsessenwirimmerzusammen-Freunde" zu bereitwilligen Testpersonen herangezogen und mit "weißem Schoko-Parfait" bewirtet.
Die Zutaten, weiße Kuvertüre, Sahne, Vanillezucker für das Parfait hatte ich im Haus, die frischen Beeren habe ich unseren Freunden unterschlagen, aber die Schokoladensoße ließ sich aus Kakaopulver, Zucker und Wasser ganz leicht selber kochen. Auch das Parfait war schnell zubereitet und sollte dann für 3 Stunden ins Gefierfach. Nur WANN sollte ich die Gläschen wieder herausholen? Es ist zwar angegeben wie ich das Parfait aus den Förmchen bekommen und wie ich es garniere, aber nicht in welcher Konsistenz es zum Verzehr gereicht werden soll. Da hieß es also experimentieren...noch gefroren eindeutig zu hart, nach einer guten Stunde im Kühlschrank fast schon etwas zu weich. Fazit: hier wäre eine Angabe hilfreich gewesen.
Geschmacklich jedoch ein wahrer Traum!


Zusammenfassung: Das Buch Schokolade - traumhafte Rezepte für Genießer von Eliq Maranik bezaubert auf den ersten Blick auf jeden Fall durch die tollen Bilder. Sobald man das Buch in Händen hält entfährt einem so manches "ooooh" und "aaaah". Überzeugt hat es mich im Bereich der Kapitel Kleingebäck, Kuchen und Desserts, da diese meist leicht umzusetzen sind und durch ihre großartige Wirkung das Lob an die Bäckerin/Konditorin garantieren. Der Rezeptteil ist sehr übersichtlich gegliedert, was ein Nacharbeiten auch in stressigen Situationen, wo der nächste Schritt schnell erfasst werden muss, erleichtert. Abzug gebe ich zum einen für die mir nicht logische Gliederung (Warum das schwerste Kapitel am Anfang des Rezeptteils? Die Daten zur Geschichte des Kakaos ans Ende? Temperieren vor Schmelzen) und dem recht knapp gehaltenen Ausrüstung- und Anleitungsteil, bei dem ich mir deutlich mehr erklärende Bilder wünschen würde. Als blutiger Anfänger ist man gerade im Kapitel Pralinen dann sicherlich überfordert.
Ansonsten ein tolles, inspirierendes Buch, was mit einem Preis von knapp unter 10 € sicherlich auch ein schönes Geschenk ist, vielleicht schon mit selbstgefertigten Köstlichkeiten überreicht!

Gruß Uschi

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