Samstag, 8. März 2014

Da das vergangene Wochenende...

....sehr entspannt war und ich viel zum Lesen gekommen bin, kann ich euch heute mal wieder ein neues Buch ans Herz legen, dass ich für Blogg dein Buch rezensieren durfte.

Diesmal geht es um einen historischen Roman, der im späten Mittelalter in der Hansestadt Lübeck spielt. "Hansetocher" von Sabine Weiß, erschienen im Bastei Lübbe Verlag und auch dort für 9,99 € zu erwerben.

"Spannende historische Unterhaltung über die Blütezeit der Hanse - das ist Geschichte zum Anfassen" so steht es von Charlotte Thomas auf dem Klappendeckel hinten zu lesen.

Geschichte fand ich damals in der Schule ja doch eher recht...äh...trocken und langweilig, um so mehr reizt es mich heute mehr darüber zu erfahren. Wenn das dann noch mit einer interessanten und dramatischen Familiengeschichte gekoppelt ist, umso besser! Also tauchte ich neugierig in das Buch hinein...

Wir befinden uns im Jahre 1375 in Lübbeck und lernen die angesehene Kaufmannsfamilie Vresdorp kennen. Henrike, die jugendliche Tochter des Kaufmanns, die für damalige Verhältnisse viel Sachverstand für die Belange des Kaufmanns beweist, Simon ihr kleiner Bruder, dem das Lernen zwar schwerer fällt, der aber dazu berufen ist die Geschäfte seines Vater irgendwann einmal fortzuführen und Konrad Vresdorp, der angesehene Kaufmann, der auch politische Ziele für seinen weiteren Lebensweg gesteckt hat. Sind es diese Ziele, die ihm den allzu frühen plötzlichen Tod beschehren?
Für Henrike bricht dadurch eine Welt zusammen, viel zu schnell muss sie das behütete Leben hinter sich lassen und um Gerechtigkeit, vor allem gegen die eigene Familie, insbesondere Tante und Onkel kämpfen.

Sabine Weiß strickt geschickt eine kriminalistische Geschichte in die teilweise grausamen Sitten und Gebräuche der Hansezeit. Ein Frau hatte damals zu gehorchen, zu beten und einen Haushalt zu führen, mehr auch nicht, schon gar nicht das Handeln und Tun der Männer in Frage stellen. So ist Henrike immer wieder hin und hergerissen zwischen absolutem Gehorsam und Aufbegehren gegen die Ungerechtigkeit, die ihr widerfährt. Das macht den Reiz des Buches aus, wird Henrike mit Hilfe Adrian Vanderen, einem jungen belgischen Kaufmann und Geschäftspartner Vresdorps, die Wahrheit herausfinden?
Dass Henrike die Unwahrheit nicht auf sich beruhen lassen wird, ist dem Leser schnell klar, denn das Buch beginnt mit einem Prolog in dem Henrike sich als Junge verkleidet auf die Suche nach der Wahrheit begibt. Eine Szene die viele Monate nach dem Tod ihres Vater spielt und von der die Autorin einen nach wenigen Seiten in die unbedarfte Jugend der Henrike zurückspringen lässt.
Nun beginnt erst die eigentliche Geschichte, das Leben und Treiben der Hansestadt und die Beziehungen zu bedeutenden Handelspartner (wie z.B. dem im Sterben liegenden König von Dänemark) beschreibt anschaulich den geschichtlichen Rahmen. Auch der Besuch des Kaisers gibt einen guten Einblick in die damalige politische Bedeutung und Stellung der Kaufmannsleute. Gut dargestellt wird auch die Kluft ziwschen arm und reich. Gefallen hat mir dabei, dass klar wird, dass der Reichtum damals auch auf Messers Schneide stehen konnte...ging z.B. ein Handelsschiff mit allen Waren unter so konnte das für einen Kaufmann den Ruin bedeuten. Auf der anderen Seite bekamen aber auch arme Leute die Chance etwas aus ihrem Leben zu machen. Aber nicht nur die politischen Geschenisse wurden gut recherchiert, auch die Mode und die Bauwerkskunst in dieser Ära wird kurz angerissen (Holzhäuser weichen den Ziegelhäusern, und "das trägt man zur Zeit in Belgien?").
Für mich ein interessanter Roman, in der Mitte vielleicht ein bisschen zu langatmig bis Henrike den Mut aufbringt tätig zu werden, andererseits aber vielleicht auch ein Hinweis darauf, dass eine Frau in diesen Zeiten jeden ihrer Schritte dreimal überdenken musste, denn jeder Fehltritt in der Gesellschaft hätte zum Ausschluss und zur Bloßstellung geführt ("Das Tragen des Schandsteins war eine Strafe für leichtfertige Frauen, für unzüchtige Weibspersonen und Verleumderinnen. Eine Frau, die mit diesem schimpflichem Umzug bestraft wurde, würde nie wieder ein ehrbares Leben führen können....").
Wer gerne in Geschichten des Mittelalters hinabtauchen möchte und dabei auf gute geschichtliche Recherche Wert legt und nicht nur auf fantasievolle Erzählungen schwört, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt. Hier habe ich auf jeden Fall den Eindruck: "Ja, so könnte es sich zugetragen haben, damals in den Jahren 1375/76.

"Hansetochter", 9,99 €, erschienen im Bastei-Lübbe Verlag, rezensiert für Blogg den Buch.

Gruß Uschi




1 Kommentar:

  1. hab ich grag ganz aktuell gelesen,......
    ich mag historische Romane sehr gerne......und tauche immer wieder gerne ins Mittelalter ein ;o)
    einen lieben Gruß aus der chaosecke.....

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