Dienstag, 1. Juli 2014

#aufinselsass

...so lautete der Instagram hashtag für die geplante Reise mit lieben internetten Menschen.

Auf Insel Sass? Wo ist das denn?

Neihein...falsch..."auf ins ELSASS" sollte das natürlich heißen, aber wie das mit hashtags und deren Schreibweise ja so manchmal ist, einmal falsch gelesen, immer falsch im Kopf;-).
Daher, wir waren nicht auf Insels Sass, sondern im Elsass und zwar von Donnerstag bis Sonntag. Was wir, die Frau Mutti, Sabine und Doris dort gemacht haben, das kann man bereits bei Frau Mutti nachlesen. Ich werde euch jetzt mit Fotos (alle durch Anklicken übrigens größer!) überschütten, denn die Auswahl fiel mir ausgesprochen schwer und es gab so viel Schönes zu sehen, da müsst ihr jetzt einfach mal durch oder ihr blättert einfach weiter, aber vielleicht entgeht euch dann ja was ;-).
Ich versuche mich im Text auch zurückzuhalten...versprochen!

Am Donnerstag ging es zeitig (5 Uhr...gäääähn) hier los und ich sammelte unterwegs so nach und nach meine Mitreisenden ein. Bereits um 14 Uhr trafen wir in Gérardmer ein, bezogen unter einigen Sprachbarrieren unsere Unterkunft und liefen danach zum gleichnahmigen Lac de Gérardmer. Super...ich lief mir auf diesem Stück gleich die erste Blase, weil ich ohne Socken in Chucks unterwegs war :-(.

Da für Freitag die Wetteraussichten am besten schienen, machte ich mich am frühen Morgen mit Frau Mutti auf den Weg in die Col de la Schlucht, genauer gesagt, Frau Mutti wollte mir den "Sentier de Roches" zeigen. Sie hatte davon im vergangenen Sommer so viel geschwärmt, dass ich leichtsinnigerweise sagte: "DA möchte ich auch mal hin!", nun musst ich da durch! Zuvor machte ich mich natürlich noch ein wenig schlau und schluckte doch so manches Mal. Hoffentlich war es eine weise Entscheidung dieser Aussage nachzukommen? Falls ihr nicht alles bei wikipedia nachlesen wollt, das Entscheidenste in Kürze: Der Klettersteig Sentier des Roches gilt vor allem an seinem Anfang am Col de la Schlucht als einer der eindrucksvollsten (und gefährlichsten) elsässischen Gebirgspfade.SCHLUCK!!! Man bedenke...die höchste Erhebung hier beträgt gerade mal 106 m!

Okay...ich sagte wenig Text...also am Freitag ging es dann los...bei herrlichstem Wetter. Der Empfehlung von Frau Mutti folgend liefen wir den Rundwanderweg jedoch in umgekehrter Richtung wie im Wanderführer angegeben, weil sich das in ihrer Familie einfach bewährt hatte und weil man sonst möglicherweise in größter Hitze den Kamm des Hoheneck passieren muss. Diesen liefen wir nun in frühem kühlen Sommerlüftchen:


Da gegenüber würden wir später ins Tal zur  Ferme Auberge “Frankenthal” absteigen:


Weiter Blick über das Munstertal, ganz am Horizont vermutlich die Alpen oder der Schwarzwald, da bin ich mir geografisch gerade nicht so sicher:


Hier sieht man gut, was ich meine, wenn ich sage "Abstieg zur Ferme Auberge Frankenthal", denn dort unterhalb dieser Häuschen in der Bildmitte geht es rapide bergab!


Und ganz da unten, zu diesen kleinen Miniaturhäuschen soll unser Weg führen:


Zunächst machen wir aber die Kurve unterhalb des Hoheneck entlang, immer wieder mit einer grandiosen Aussicht ins Vallée de Munster:


Um diesen Berg dort in der Mitte wird es später wieder herum und rauf gehen, tückische Geröllfelder sollen uns erwarten:


Unterhalb des Hoheneck treffen wir auf windgebeutelte Bäume...


...und wild herumstromernde Gemsen:


Aber sie winken nur lustig mit ihrem Stummelschwänzchen und lassen uns rechts passieren:


Kurz darauf kann ich mich noch entscheiden. Ob ich vielleicht doch eher umdrehen sollte? Das würde mir viel rauf und runter ersparen:


Aber zur Ferme Auberge Frankenthal sind es ja "nur" 35 min Fussweg. Lieber Wanderfreund, klar sind es nur 35 min, aber es geht in steilen Serpentinen bergab...die Oberschenkelmuskulatur wird es ihnen danken! Das wusste ich da jedoch noch nicht ;-)


Also wage ich mit Frau Mutti den Abstieg. Zuvor müssen wir noch einem belgischen Wanderpärchen erklären, dass Gemsen gänzlich harmlos sind und einem Trupp älterer Wandergesellen, die uns vor dem Weitergehen zur Col de la Schlucht warnen (trés difficile!!!) ein entrüstetes "Je sais! (ich weiß)" entgegenschmettern! Wir sehen wohlk nicht so aus, als könnten wir das meistern?

Beim Abstieg durch vermoste Stein- und Baumlandschaften muss man zwischendurch einfach immer wieder mal stehen bleiben, einen Blick über die Schulter werfen, um doch nachzuschauen ob sich nicht hier und da ein paar Waldschrate und Gnome hinter den Felsen verbergen. Das Stehenbleiben und Schauen tut uns beiden und Frau Muttis Knie ganz gut...Waldschrate haben wir keine gesehen, wobei...dieser Trupp älterer Wandergesellen...vielleicht waren DAS ja welche?


Kurz vor der Ferme Auberge Frankenthal geht noch links ein Weg zur Grotte Dagobert. Diesen Abstecher machen wir jedoch nicht...der Kaffeedurst ist zu groß. Einen kurzen Blick auf das Hochmoor unterhalb der Martinswand werfen jedoch noch:



Und überall auf unserem Weg begleitet uns der rote Fingerhut:


Zwischendurch immer wieder tolle Aussichten und dazu ein strahlend blauer Himmel - idealstes Wanderwetter!


Dann endlich, nach ein wenig mehr als 35 min (aber uns hetzt ja nichts!) erreichen wir die Ferme Auberge Frankenthal, setzen uns dankbar auf eine der vielen Rastbänke und seufzen erleichtert ein "Un Café au Lait...grande!" der freundlichen Besitzerin entgegen!


Wir verschnaufen jedoch nicht allzu lange, schließlich müssen wir ja nun auch wieder bergauf. Aber gut gestärkt (Nusszopf ist übrigens toller Wanderproviant!) schultern wir wieder unsere Rücksäcke. Gleich neben dem Frankenthal erwägen wir beide kurz, ob wir uns dieses schnuckelige Häuschen nicht veilleicht doch als dauerhaftes Sommerdomizil herrichten sollen :-).


Aber nein, wir schreiten voran, den Blick nach oben gerichtet, wo wir vor einigen Stunden noch standen, um nach unten zu blicken (schon verrückt dieses hoch und runter Wandern!!!)


Anfangs noch sanft in seichten Serpentinen, schon bald vorbei an tiefen Schluchten die mit Eisenstegen gequert werden:


Immer wieder mal gurgelt es leise, manchmal auch lauter und bei diesem Anblick wird schnell klar, warum der Weg bei Regen und schlechtem Wetter nicht gelaufen werden soll. Denn dieser kleine leise dahin plätschernde Wasserfall wird dann sicher ganz schnell enorme Wassermassen ins Tal führen!


Nach kurzer Zeit und vielen kleinen Verschnaufpausen erreichen wir wieder Höhe und blicken erneut in Mustertal:


Kurz vor Ende des Weges kommen viele "Ooohs" und "Aaaahs" und auch das ist ein guter Grund den Weg andersherum zu laufen, denn vor lauter Aussicht und Gegend merkt man nämlich gar nicht wie schnell man an Höhe gewinnt und wie müde die Oberschenkel und Waden inzwischen sind.


Mit Eisentreppen wird es einem auch leicht gemacht:


Die Wege sind verschlungen und so manches mal denkt man "Huch, da geht es gar nicht weiter!"


Aber es geht weiter und schneller als gedacht erreichen wir unser Ziel und Ausgangspunkt die Col de la Schlucht:


Müde, aber stolz diesen Weg bewältigt zu haben lassen wir uns dann dort von unseren Mitreisenden abholen.
Und nun seid ihr sicher gespannt, was ich als "Flachlandwanderer" zu dieser Herausforderung sage. Dieser Weg ist als sogenannte "schwarze Route" in Wanderführern eingetragen. Und ja, er erfordert Kondition, Trittsicherheit (gute Schuhe sollten eine Selsbtverständlichkeit sein!) und hier und da auch Schwindelfreiheit. Aber wer im Wandern geübt ist (und das habe ich ja im vergangenen Jahr ausgiebig geübt!), für den wird diese Tour zu meistern sein. Nur das Rauf und Runter hätte ich meinen Muskeln doch zuvor ein klein wenig beibringen sollen;-)...die schmerzten in den nächsten Tagen doch arg!
Dir, liebe Frau Mutti, danke ich für das tolle Abenteuer, dass du mich mit auf diesen Weg genommen hast, für die Erfahrungen, die wir teilen durften (auch wenn das schwierige Geröllfeld plötzlich nicht mehr auffindbar war ;-)) und das Zutrauen in meine Wanderkünste!
Das machen wir bald mal wieder, ja?

Den restlichen Tag ließen wir dann ganz gemütlich ausklingen.

Am Samstag erwies es sich schon vor dem Frühstück als gut, dass wir unsere Wanderung auf den Freitag gelegt hatten, denn wir wurden sanft von tröpfelndem Regen geweckt. Nach einem guten Frühstück beschlossen wir zum gemütlichen Bummeln nach Colmar zu fahren.
Colmar ist ein hübschens Stadtchen und wir wandelten zwischen echt "schrägen" Häuschen...


...begutachteten die regionalen Köstlichkeiten...


...und die reich verzierten Hausfassaden:



Warfen Blicke in verträumte Innenhöfe...


...und speisten vorzüglich in dem kleinen Restaurant  Aux Armes de Colmar in einer kleinen Seitenstraße:

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Tarte Flambée Forestiere mit gemischtem Salat kann ich SEHR empfehlen. Und der Wirt ist ein sehr amüsantes Kerlchen...ich sage nur...besser keine Reste lassen;-)


Ein rundum schönes Wochenende liegt hinter uns, Danke an euch Drei, dass ich das mit euch erleben durfte!


Gruß Uschi

1 Kommentar:

  1. Das sieht ja nach einem wirklich schönen Kurzurlaub aus. Ich war ganz überrascht, als ich plötzlich Hoheneck und Colmar las und so vertraute Bilder sah: witzigerweise war ich genau da schon mal mit der Uni auf botanischer Exkursion...das ist aber schon ein paar Jahre her. Sieht aber noch genau so aus. Wenn meine Kinder größer sind, möchte ich da auch noch mal hinfahren, es ist so schön da!

    Liebe Grüße und gute Erholung
    Marlene

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