Freitag, 11. Dezember 2015

Fred Vargas: Das barmherzige Fallbeil

Es ist kein Geheimnis...ich bzw. mein Mann und ich sind ein große Freunde von Fred Vargas, jener bedeutenden französischen Krimiautorin mit internationalem Renommee.

Eigentlich ist sie vor Jahren per Zufall in unser Bücherregal eingezogen und ist seither nicht mehr wegzudenken. Daher lag es auf der Hand, dass ich mich für ihren neuesten Roman "Das barmherzige Fallbeil" bei Blogg dein Buch beworben habe.
"Das barmherzige Fallbeil" ist im Limes Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.


"Innerhalb weniger Tage werden die Leichen einer Mathematiklehrerin und eines reichen Schlossherren in Paris entdeckt, die vermeintlich Selbstmord begangen haben. Die brutale Szenerie alarmiert zwar die Polizei, doch es scheint keine Verbindung zu geben. Bis Jean-Baptiste Adamsberg auf unauffällige Zeichnungen an beiden Tatorten aufmerksam wird...."

...und schon ist man als treuer Leser wieder mitten drin im Geschehen der "Brigade criminelle" des 13. Arrondissements, man "schaufelt Wolken" mit Adamsberg, lauscht gespannt den weitrausholenden informativen Ausführungen Danglards, ist gespannt auf die störrische Retantcourt, mit dem Herz am rechten Fleck. Was wäre Adamsberg ohne ihre Einwände und Ideen und ohne ihr tatkräftiges Handel?. Die "Brigade criminelle " ist nicht irgendeine Brigade...es ist wohl die skurrilste Brigade ganz Frankreichs und, wenn man so wie wir alle Bücher Vargas kennt, dann kennt man auch alle Beteiligten und hat sie im Laufe der Zeit schätzen und lieben gelernt, jeder ein kleines Rädchen im großen Uhrwerk, jeder für etwas gut, auch wenn man auf den Schlafrhythmus des Kollegen Rücksicht nehmen muss, oder wenn man ab und zu dem Kater, der "Kugel" beim Fressen Gesellschaft leisten und ihn danach wieder auf den Kopierer begleiten muss. Klingt schräg und ja, es ist auch schräg, aber liebenswert schräg. Vielleicht muss man dazu aber auch ein wenig frankophil sein;-), denn im tristen deutschen bürokratischen Alltag wäre diese Szenerie sicher fehl am Platze!

Und um all dies gelingt es Vargas immer wieder eine spannende Kriminalgeschichte zu stricken in der alle Charaktere irgendwie zum Zuge kommen. Gleichzeitig lässt sie aber immer wieder auch Details, Phrasen und Anekdoten aus vorangegangenen Romanen einfließen, so dass man als treuer Leser immer wieder mal ein "achja...das war damals auch gut" schmunzelnd von sich gibt.

Im aktuellen Krimi gelingt es der Autorin den Leser zum einen in die französische Geschichte um Robespierre zu entführen (ich gestehe...ich musste mich da erst einmal schlau machen...war Robespierre nun einer der guten oder bösen in der französischen Revolution?...zu lange her, das ich das mal gelernt habe..habe ich das mal gelernt?), gleichzeitig aber den zweiten Strang der Handlung auf Island nicht außer acht zu lassen. Bis zum Schluss fragt man sich, was verbindet  Robespierre und Island...ist überhaupt ein Zusammenhang da oder sind es vielleicht doch "nur" Selbstmorde? Gerade eben noch taucht man ein in die teils fanatische Welt des Rollenspiels, in diesem Fall sogar real in einem angemieteten Theater und "erlebt" die Revolution hautnah. Trachtet man dem Darsteller Robespierres nach dem Leben oder vielleicht Robespierre selber...denn "er ist es" vermögen Veyrenc und Danglard wie aus einem Mund nur zu sagen. Aber Adamsberg lässt sich nicht verzaubern und mit seiner "Wolkenschauflerei" spaltet sich diesmal "Brigande criminelle"...hilfreich oder fatal...das wird sich am Ende zeigen, zuvor begibt Adamsberg sich aber auch eine Reise ins ferne Island um dort auf Einheimmische zu treffen mit denen sich ganz vorzüglich "Wolken schaufeln" lassen.

Mehr möchte ich zum Inhalt eigentlich nicht verraten. Kann ich euch das Buch empfehlen? JAAA!!! Aber ich fürchte...man muss der "Magie Vargas" verfallen sein, man muss „ihre unerschöpfliche literarische Phantasie, reine Poesie, einen teuflischen Humor und wundervoll schräge Dialoge“ lieben. Auch hier in diesem Buch gibt es wieder zahlreiche Dialoge, so schräg, dass sie einen beim Lesen nicht nur schmunzeln, sondern laut Lachen lassen. Dialoge, die sich aber wie ein roter Faden aus den vorherigen Büchern weiterspinnen und weiterspinnen werden. So könnte ich wetten, dass man den Satz: " Der Afturganga ruft nie jemanden umsonst. Und seine Gabe führt immer auf einen Weg." sicherlich auch in hoffentlich folgenden Romanen findet wird. Genauso wie vermutlich das "Algenknäuel":-).

Lasst euch verzaubern von der „Magie Vargas“!!! 

Auch wenn dieses Buch vielleicht nicht als Einstieg in die "Magie Vargas" geeignet ist, vielleicht dient es aber als Anreiz sich die komplette Sammlung zu zulegen und dann irgendwann das geniale Konstrukt um die "Brigade criminelle" zu verstehen. Treue Leser werden es selbstverständlich lieben!

Gruß Uschi

1 Kommentar:

  1. Danke für den Tipp! Ich bin auch ein großer Adamsberg-Fan!
    LG,
    Jenny

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