Samstag, 31. Dezember 2016

Fliegender Wechsel

Ganz unspektakulär gibt es hier im Blog zum Jahresende quasi einen fliegenden Wechsel;-)


Das Jahr hatte zwar viele Highlights über die ich ausführlich hätte berichten und auf die ich jetzt zurückblicken lassen könnte, aber irgendwie bin ich nicht mehr konsequent genug zum blogen gekommen in diesem Jahr (wie auch eigentlich schon im Jahr zuvor). Es gibt viele Gründe warum das so ist und ich muss nun doch ernsthaft darüber nachdenken, wie ich es in den kommenden Monaten handhaben werde. Ganz aufgeben möchte ich den Blog ja auch nicht, aber ein Blog lebt ja nunmal davon, ihn mit Inhalten zu füllen. Schwierig!

Daher, ganz besonders denjenigen, die mir trotz allem schon seit Jahren die Treue halten:

Danke, dass ihr immer noch von Zeit zu Zeit hier reinschaut!
Kommt gut in neue Jahr!
Auf das 2017 ein Gutes werde!
Gruß Uschi

Häkelmuster: Vlieg Victor von Stip en Haak



Mittwoch, 21. Dezember 2016

Mein Parka zum MeMadeMittwoch

Einige meiner Instagram Follower warten sicher schon sehnsüchtig auf diesen Artikel zum #Fischschwanzparka :-). Aber ich sag's euch gleich, es wird eine etwas längere Geschichte;-).

Nur wo fange ich an? Der Schnitt stammt aus der Ottobre 5/2013 und bereits seit Erscheinen dieses Heftes stand fest...irgendwann würde ich diesen Parka nähen. Es gingen jedoch zwei Winter ins Land, in denen ich nicht die Zeit oder vielleicht auch nicht die richtigen Stoffe oder vielleicht auch nicht die Ruhe dazu fand ihn so zu nähen wie ich ihn haben wollte.

Aber jetzt, jetzt war es endlich so weit. Anfang des Monats musste ich unseren Sohn zu einer Prüfung nach Arnheim bringen, da lag es ja fast auf der Hand, dass ich in der Zwischenzeit bei Karteris in Oosterhout mal reinschaue. Eigentlich war ich auf der Suche nach schönen Sweatstoffen, aber dann lagen da diese vielen Ballen schöner, fester Canvas..in grau, in beige, in schwarz, in weiß (ohje..NEIN!!!), in braun und in petrol/dunkelgrün/grünblau...also, in so einer Farbe, die jeder anders betiteln würde. Und genau für diese Farbe entschied ich mich dann. Mir war zwar klar, dass ich daraus diesen "Fall Favorite" Parka nähen würde, hatte es aber wieder mal verpeilt, zu schauen wie viel Stoff ich dafür wohl benötigen würde:-(. Genauso wenig hatte ich eine Idee, was ich als Futter dafür verwenden könnte.
Die Frage nach dem Futter klärte sich dann noch im Stoffgeschäft, eine Regalreihe weiter. Dort lag nämlich ein riesiger Ballen herrlichster Doppelzottelplüsch (hustplüselhust) in genau dem gleichen petrol/dunkelgrün/grünblau. Perfekt!!! Hinzu gesellte sich noch ein passender Reißverschluss...alles wunderbar. Von den Stoffen nahm ich dann reichlich mit (2,50 m hätten aber auch gereicht). Sweatstoffe kaufte ich dann übrigens nicht mehr;-).
Zu hause sah ich mir den Schnitt dann endlich mal genauer an und die ersten Falten bildeten sich auf meiner Stirn. Wer die Anleitung kennt, der wird wissen, was ich meine. Dort wird empfohlen Außenstoff und Futter aufeinander zu nähen und dann als einen Stoff weiter zu verarbeiten. Nein, nicht schön! Ich möchte keine offenen Nähte in meinem Parka sehen. Also googelte ich erst einmal wie andere diesen Parka genäht haben. Was sich da alles fand, war schon sehr interessant. Aber die meisten waren, wie ich ja auch, der Ansicht, die offenen Nähte sind blöd. Also entschied auch ich den Mantel komplett zu verstürzen. Mit einem Blick auf meinen doch arg dehnbaren Doppelzottelplüsch beschlich mich dann jedoch das Gefühl, dass die Wahl des Futters wohl doch nicht so die Beste war:-(. Was nun? Mein Blick schweifte durch's Nähzimmer und fiel auf den Ballen aus Lila Lottas Serie "Carlitos"...ja, genau, der Kleingemusterte, prima, auch darin enthalten das hübsche petrol/dunkelgrün/grünblau. Passt Perfekt!

Dann hieß es für mich die richtige Größe zu ermitteln. Da ich recht häufig nach Ottobre Schnitten nähe, weiß ich für mich, ein wenig größer kann nicht schaden. Ein Abgleich mit meiner jetzigen Winterjacke zeigte, dass es doch auf Größe 44 hinauslaufen würde. Also Schnitt kopiert, dabei dann aber gleich ein paar Überlegungen mit einfließen lassen:

- die Stoffe sollen nicht doppelt verarbeitet werden
- das Futter soll dann unten am Saum einen Beleg aus Außenstoff bekommen
- im Reißverschluss wird der Beleg nicht mit dem Futter verbunden, wieso erkläre ich gleich.
- den Kordelzug in der Taille möchte ich so anbringen, dass man ihn innen nicht sieht, denn...
- das Futter soll noch eine Bewegungsfalte bekommen
- die Ärmel werden verlängert (muss ich immer!) und bekommen Windstopperbündchen, selbstgestrickt?

Das waren erst einmal die Überlegungen im Groben. Manches Vieles würde sich noch beim Nähen ergeben. Die Sache mit dem, laut Ottobre, lose flatternden Beleg wollte ich mir nämlich zu Nutze machen. Gesehen hatte ich die Idee bei prinzenreich und fand sie einfach genial für meinen Doppelzottelplüsch, danke für die Inspiration!!! An diesen Beleg kann man nämlich prima ein Futter anknöpfen...sicher hatte Ottobre das auch im Sinn. Sie haben das nur schlichtweg vergessen;-).

Nachdem alle Überlegungen abgeschlossen waren konnte ich endlich anfangen zu zuschneiden. Erstmal mit dem Futter...sollte es doch zu eng sein, von diesem Stoff hatte ich ja immerhin einen ganzen Ballen. Und das WAR auch gut so. Denn die erste Anprobe zeigte, an den Armen rutscht das Futter nicht gut genug und bei der zweiten Anprobe machte es leider im rückwärtigen Bereich am Halsausschnitt ein ganz fürchterliches "Krrrrrck" und es zeigte sich ein Riss von ca. 10 cm. Danach erstmal Feierabend!

Also neu überdenken...außerdem hatte ich anfangs noch vor die Ärmel auch mit einknöpfbarem Doppelplüsch auszustatten, dann wären sie sicherlich zu eng geworden.
Fazit, ich brauche mehr Weite an den Ärmeln und am Armausschnitt. Die Doppelplüschärmel strich ich aus meinen Gedanken, dafür würde ich das Futter aber nun mit dünnem Volumenvlies versehen und die Ärmel aus glattem Stoff (ich habe da nun Taslan gewählt) genäht.
Ich nahm also folgende Änderungen vor:

- die Ärmel schnitt ich in der Mitte auseinander und gab 2 cm hinzu.
- diese Mehrweite musste ich nun aber auch am Armausschnitt zugeben. Dazu gab ich oben an der Schulternaht auch jeweils 1 cm zu, schob den Halsausschnitt aber auch jeweils 1 cm wieder nach oben. (ich weiß nicht, ob das schneidertechnisch die richtige Lösung ist, aber es passt:-))

Jetzt aber konnte ich endlich ohne weiteren Hürden nähen und JA ich wollte auch die Paspeltaschen nähen! Habe ich noch nie gemacht, sah es aber als Herausforderung für mich an. Und ja, ich habe dabei gezittert, denn die Paspeltaschen sind sehr präsent positioniert, wenn da irgendwas schief und faltig ist, ich würde immer hinsehen! Aber hey, Paspeltaschen sind gar nicht so schwer wie sie ausssehen! Voraussetzung ist: Ordentlich anzeichnen und gut bügeln. Und weil abends zuvor Guido in "Geschickt eingefädelt" sich so sehr darüber gefreut hatte, dass man beim Einblick in die Tasche nicht direkt den Blick auf's Futter hat, habe ich diese Idee natürlich sofort auch für mich umgesetzt:-).


Größere Probleme bereiteten mir hingegen diese Blasebalgtaschen, wie sie im Schnitt vorgesehen waren. Ich konnte sie stecken wie ich wollte, sie sahen immer schief aus! Eine Nacht drüber schlafen, ein Blick auf meine Stoffmenge und ich schnitt neue Taschen nach meiner eigenen Vorstellung zu!


Ja...so geht es gleich viel besser!

Ihr seht, die Sache mit der Farbe ist auch beim fotografieren problematisch;-)

Im weiteren Verlauf taten sich zunächst erst einmal keine Probleme mehr auf. Auch die Sorge, dass die vielen Stofflagen irgendwann zu dick sein würden, bewältigte die Maschine zum Glück größtenteils ohne murren. Und gerade beim Reißverschluss hatte ich da echt Sorgen, da dort an einer Seite ja zusätzlich auch noch über die volle RV-Länge ja ein Schutz mitgefasst werden muss, der dann oben auch noch doppelt umgelegt wird. Ich glaube es sind insgesamt dann 6 Lagen Außenstoff, einmal Futter, einmal Volumenvlies, einmal Vlieseline und dann noch der Reißverschluss! Ganz langsam genäht mit einer Top-Stichnadel...nicht gerade wie durch Butter, aber ohne Fehlstiche!


Problematisch wurde es dann nochmal mit dieser Windschutzleiste. Die konnte ich nämlich nicht noch aufgrund der vielen Stofflagen nah an die Reißverschlusskante setzen (was ich aber auch unpraktisch gefunden hätte!). Daher war sie dann letztendlich zu schmal. Wie gut, dass ich reichlich Stoff gekauft hatte, also schnitt ich diese auch nochmal zu, insgesamt ich meine 2 cm mehr. Und so im nachhinein hätte es noch ein Zentimeter mehr sein können! Also, falls ihr diesen Parka auch nähen wollte, wartet mit dem Zuschnitt der Windschutzleiste, bis klar ist, wie breit sie genau sein soll!

An den unteren Ecken hatte ich (so im nachhinein jetzt überlegt) noch einen kleinen Denkfehler, was den "losen Beleg" angeht. Dadurch, dass ich das Futter am Saum ja mit festem Beleg versehen habe konnte ich den losen Beleg dort nicht mitfassen. Ich hätte ihn aber bis ganz unten durchlaufen lassen können. Das sehe ich aber erst jetzt auf dem Foto. So habe ich das kleine überstehende Stück mit Schrägband eingefasst, umgeklappt und von Hand festgenäht. Irgendwie schwer zu beschrieben, wie ich es wollte, wie es hätte sein können und wie es nun ist;-).


Bei den Windstopperbündchen habe ich mich doch für normale Bündchenware entschieden. Gestrickte wären zu dick in der Naht geworden. Sie liegen ca. 3 cm vertieft im Ärmel und lauern nur ganz knapp hervor.


Das Doppelzottelplüschfutter habe ich dann (aufgrund der Dehnbarkeit) ohne Nahtzugabe und vorne auf Belegbreite zugeschnitten (also ohne Beleg). Die Armausschnitte und die Kanten alle mit Schrägband eingefasst und dann mit KamSnaps an dem losen Beleg, unten in der hinteren Mitte und jeweils am Armausschnitt in der Schulternaht und in der Achsel befestigt.




Für den Kordelzug in der Taille habe ich einen Tunnel von innen auf den Außenstoff genäht, dann ein zusammengenähtes Schrägband eingezogen, was jedoch durch eine Öse im Futter nach innen hinausgeführt wird. Vielleicht wäre durch eine Öse nach außen auch hübsch gewesen?


So, ihr habt nun tapfer bis hier her durchgehalten, nun wollt ihr sicher auch sehen, wie der Fall Favorite Fischschwanzparka getragen aussieht:




Kuschelig warm mit eingeknöpftem Doppelplüsch!


Die Kapuze hätte eine Idee kleiner sein können, aber die Idee mit diesem nach hinten gerichteten Kordelzug (auf den ich nicht verzichtet habe!) ist schon sehr gut!
Ach ja und von der Weite ist der Mantel nun sehr gut, also zumindest für mich, die eben gerne viele Lagen im Winter übereinander zieht. So ist auch für einen dünnen Wollpullover noch Platz genug!


Ja, was soll ich abschließend noch sagen:
Der Parka sieht aus wie gekauft...leider;-) oder eben auch nicht leider.



Und ich habe mir viel Zeit dafür genommen! An 14 Tagen immer mal wieder ein Stückchen weitergenäht. Und das war auch gut so, denn in der Ruhe liegt die Kraft. Und ja, es ist mein ganz privates "Meisterstück der Woche", wenn nicht sogar meiner Nählaufbahn.
Und ja, ich würde ihn nochmal nähen, vielleicht als Sommervariante aus beschichtetem Stoff als Regenmäntelchen!

Damit reihe ich mich nun ein, in die vielen tollen Meisterstücke der Woche, die immer Mittwochs HIER gezeigt werden. Danke dafür!!!

Gruß Uschi

Schnitt: Fall Favorite Fischschwanzparka, Ottobre 5/2013
Stoff: fester Canvas, Baumwollpopeline "Carlitos" von LilaLotta, Doppelzottelplüsch
Schrägband: selbst gemacht
Paspel: farbenmix
Druckknöpfe: Prym
Schal: selbst gehäkelt nach diesem Muster
Stiefel: Tiggers, gibt es leider nicht mehr:-(
Pullover: Selbstgestrickt nach eigener Idee mit Wolle von Stoff&Stil






Dienstag, 13. Dezember 2016

Packs ein oder Näh' dich glücklich in 13 Tagen

Auch dieses Jahr wieder gibt/gab es bei Farbenmix eine Adventskalendertasche zum mitnähen. Jeden Tag wurde ein Türchen geöffnet und ein weiterer kleiner Nähschritt wurde freigeschaltet. Immer nur hier eine Naht, da etwas zuschneiden, alles in allem kaum mehr als 15 min am Tag.

Eigentlich wollte ich erst gar nicht mitmachen, aber da Sabine die Tasche dieses mal auch weitgehend ihren Mitarbeitern vorenthalten hatte und ich so also keinen Blick, weder auf die Anleitung, noch auf die fertige Tasche werfen konnte, war die Neugier einfach zu groß.

Material gibt mein gut sortiertes Nähzimmer auf jeden Fall her, so brauchte ich noch nicht einmal aus dem Haus um alle Nähzutaten zusammen zu haben.

So entstand auch bei mir hier im Hause eine ganz individuelle Adventskalendertasche, die nun den offiziellen Namen "Packs ein" trägt.


Und Einpacken kann man darin wirklich richtig, richtig viel, denn die Tasche hat Zuwachspotential;-).


Besonders toll finde ich jedoch die bunte Vielfalt aller Taschen und wie viele bei díeser Aktion wieder mitgenäht haben, sich die Zeit in der Adventszeit für sich genommen haben. Einfach nur TOLL! Nun werde auch ich mich in die Reihe der Modelle einreihen, aber keine Sorge, von der Verlosung bin ich selbstverständlich ausgeschlossen. Aber als Inspirationsquelle soll meine Tasche ja doch ein klein wenig dienen;-)

Ich hoffe ihr hattet genauso viel Freude beim Nähen wie ich!

Gruß Uschi

Dienstag, 15. November 2016

Farbenmix wird ZWÖLF!

Das ist schon eine ganz schön lange Zeit!

Irgendwann im Herbst 2005 führte mein Weg zu farbenmix. Ich war auf der Suche nach schönen Schnittmustern für Julia (damals gerade mal 4 Jahre alt!). Bisher hatte ich hauptsächlich nach Schnitten aus dem nahen Ausland (NL) genäht und ich stolperte eher per Zufall bei ebay auf den Schnitt "Dortje"...

...mein allererster Farbenmix Schnitt!


Julia hat diese Hose geliebt, feinster Babycord, die Hose bequem mit Gummizugbund und vor allem rosa! Und ich? Ich war mächstig stolz als ich diese Hose dann auch bei farbenmix in der klickundblick Galerie hochgeladen hatte UND sogar fünf liebe Kommentare dafür bekam:-).

Inzwischen ist viel Zeit ins Land gegangen, vieles hat sich verändert und die Nähgemeinde ist enorm gewachsen. Keiner näht mehr still in seinem Kämmerlein vor sich hin, alle Freude und alle Werke werden geteilt! Emma hat es hier schon sehr schön geschrieben.

Farbenmix ist ein Teil meines Lebens geworden, mit meinem ersten Ebook wurde aber auch ich ein Teil von farbenmix.
Und genau dafür danke ich dem Team von farbenmix...ihr macht SO viel möglich!!!

Aber, kein Geburtstag ohne ein Geschenk...ein kleines Geschenk für euch alle.
Vor ein paar Wochen zeigte Sabine auf instagram und Facebook eine wunderschöne Winterjacke mit handgestrickten Bündchen und als ich das Bild sah, war mir (und Sabine vermutlich auch,-)) gleich klar...der Ruf nach diesen hübschen Bündchen würde laut werden.
Wir haben ihn gehört...euren Ruf und alle Hebel/Stricknadeln in Bewegung gesetzt, und ja es hat geklappt. Ich darf euch heute das Freebook "Handgestrickte Ärmelbündchen" präsentieren...aber ihr habt es sicher schon entdeckt:-).


Viel Spaß damit und feiert alle schön!
Ich verfalle noch kurz in Sentimentalismus, lasse noch einige Gedanken zu vielen bisher von mir produzierten Nähwerken Revue passieren und begebe mich danach frohen Mustes in mein Nähzimmer, was es ganz sicher nicht geben würde, wenn ich den Weg zu farbenmix nicht irgendwann vor 11 Jahren eingeschlagen hätte.

Gruß Uschi






Freitag, 11. November 2016

Mister Sky...

...und alle anderen "Skys" von Mialuna haben mich schon eine ganze Weile begleitet. Denn spätestens seit diesem Beitrag hier ist es ja kein Geheimnis mehr, dass ich für farbenmix hinter den Kulissen tätig bin. Neben den täglichen Nähfragen umfasst mein Arbeitsbereich auch alles um das Thema Anleitungen.
Denn durch eure Fragen sitze ich ja quasi an der Quelle und weiß wo es manchmal eben hakt, wo wir Anleitungen nacharbeiten sollten, aber auch worauf wir bei neuen Anleitungen achten sollten.

Seit einiger Zeit gibt es ja nun bei farbenmix die Ebooks von mialuna als Papierschnitt. Und das begeistert mich sehr, denn ganz ehrlich, so schön wie das ist, dass man das Ebook direkt nach dem download zuhause hat, um so blöder ist ja die anschließende Kleberei. Manch einer von euch mag das ja meditativ finden...ich eher nicht, zumindest nicht bei Schnitten, die sich über mehrere Seiten ausbreiten. Eine kleine Tasche, bei der man vielleicht max. drei Teile zusammenkleben muss lasse ich ja angehen...aber einen ganzen Hoodie, Kleiderschnitt oder Jacke...puuh, ne, da hört es auf.
Aber ich schweife ab.

Eigentlich wollte ich ja erzählen wie das mit Mister Sky so war. Schon als Maria die Jacke vorstellte dachte ich, dass sie mir sehr gut gefällt. Die Unterteilungen im Schulterbereich laden zum Stoff kombinieren ein und man kann tolle Akzente setzen. Spätestens seit dem Hoodie "Comet" bin ich aber auch davon überzeugt: "Wir sind eine Mialuna-Schnitt Familie". Egal welchen Schnitt ich bisher von ihr genäht habe...sie passten alle ohne Anpassungen! Wir scheinen also irgendwie die gleiche Passform zu haben (Maria aber sicherlich einige Kleidergrößen kleiner als ich;-)). Das finde ich toll!!! Aber ich schweife schon wieder ab...

Denn, wenn Maria ein neues Ebook ankündigt und es gefällt mir, dann habe ich im stillen ja immer schon die Hoffnung, dass es auch als Papierschnitt erscheinen wird. Und genau so war es bei Mister Sky (und auch bei allen anderen Skys). Vom Ebook bis zum Schnitt oder noch besser gesagt, von der ersten Ebookvorstellung bei Mialuna bis hin zum Papierschnitt gehen jedoch oft mehrere Wochen ins Land. Zunächst macht Maria das Ebook fertig, mit ausführlicher Fotoanleitung und immer auch einem tollen Video dazu. Sobald die Fotoanleitung fertig ist und klar ist, dass aus diesem Schnitt auch ein Papierschnitt werden soll, rattern die Rädchen bei farbenmix. Dort werden die einzelnen Schnittteile auf dem großen Bogen angeordnet und ein erster Probedruck entsteht. Dieser Probedruck landet dann bei mir, wird auf Richtigkeit geprüft und es entsteht die geschriebene Anleitung. Denn es gibt ja durchaus auch Momente, in denen man mal nicht gerade online ist und sich die Foto-/Videoanleitung abrufen kann. Dann sollte der Schnitt auch nur mit Hilfe der schriftlichen Anleitung zu nähen sein. Sicher wird dabei immer etwas mehr Näherfahrung vorausgesetzt, gerade für Nähanfänger ist es sicher viel hilfreiche eine Anleitung zu SEHEN und nicht nur zu lesen.
Dieser schriftliche Teil ist dann meine Aufgabe. Das ist manchmal nicht so ganz einfach, vor allem wenn es zum Schnitt viele Variationen gibt, ich aber bei der Anleitung max. 3-5 Seiten zur Verfügung habe. Aber ich glaube bis jetzt ist uns das immer ganz gut gelungen. Wenn meine Arbeit dann erledigt ist, geht das alles dann an Doro, die dem Schnitt nun noch ein hübsches Aussehen gibt und der es bisher immer gelungen ist alles in den manchmal knappen Platz einzupassen.
Dannach kann der Schnitt dann endlich in den Druck gehen und nur ganz ab und zu schleichen sich dann doch immer noch Fehlerchen ein:-(

Was mich nun aber an meiner Arbeit besonders freut,...ich bekomme ja den Probedruck schon einige Wochen vorher. D.h. ich kann den Schnitt nicht nur gedanklich auf Richtigkeit prüfen, sondern ich darf ("darf" ist hier das richtige Wort...ich muss nämlich nicht:-)) ihn auch nähen und das ohne vorher kleben zu müssen;-).

Bei Mister Sky, der Name sagt es schon, hat dieses mal jedoch mein Mann profitiert. Für ihn habe ich eine Sweatjacke für die Übergangszeit genäht....ja...es war Ende September/Anfang Oktober...ich sagte ja es ist ein weiter Weg zum Papierschnitt:-).




Aber nun könnt auch ihr aufatmen, denn seit ein paar Tagen ist auch für euch der Papierschnitt zu allen Skys bei farbenmix im Shop zu finden.

Gruß Uschi

Sweatstoff: Swafing
Ringeljersey: Campan von Hilco
Designecken: Snappap
Kordel: selbstgedreht
Hintergrund: Millingen aan de Rijn
Mann: meiner :-)



Mittwoch, 26. Oktober 2016

Eine weitere Fair Isle Jacke zum MeMadeMittwoch

Nachdem ich im Frühjahr meine erste Fair Isle Jacke ja fertig gestellt hatte, musste für den Sommer ein weiteres Projekt in dieser Richtung her.

Diesesmal eine Raglanjacke von oben gestrickt...diese Technik finde ich immer wieder klasse, da man so das Strickstück zwischendurch immer wieder anprobieren kann.
Die Wolle war schon vor längerer Zeit bestellt: Drops Alpaca, flauschig weich...herrlich!
Nun musste nur noch ein Muster her, das fand sich in der Strickbroschüre "Noors breien", die ich mal in den Niederlanden mitgenommen hatte. Viele schöne Muster, allerdings für Mützen, Handschuhe und Socken. Also musste das ausgewählte Muster erst noch auf die Raglanschräge angepasste werden.


Was ich dann Anfang August begann, konnte ich nun endlich vollenden..wird ja auch Zeit..die Strickjackenzeit steht ja schon vor der Türe!





Mal schauen, was ich nun in Angriff nehmen:-).
Ich reihe mich nun mit meiner neuen Jacke bei´m MMM-Team in die Liste ein und schaue mal, was ihr so alles gezaubert habt.

Gruß Uschi


Mittwoch, 7. September 2016

Mit Mister Comet als Jacke zum MMM aus dem Sommerloch

Ohje...mein Blog ist über die Sommerwochen hinweg aber arg verwaist!!! Schande über mich.
Aber es standen so viele Arbeiten am #lärchenhüttchen an, inklusive Einrichtung mit Palettenmöbeln, dann folgte schon der Sommerurlaub, danach musste das Lärchenhüttchen ja auch endlich mal eingeweiht werden, so dass fast jedes Wochenende ausgebucht und kaum Zeit zum Nähen blieb.

Aber jetzt...der Herbst naht, auch wenn die momentanen Temperaturen doch eher an Hochsommer erinnern. Dennoch, am Morgen und Abend ist es schon richtig frisch...da muss eine kuschelige Jacke her. Ich hätte meinen altbewährten Schnitt der Nickyjacken nutzen können, aber ich wollte mal etwas Neues ausprobieren.

Mister Comet als Sweatshirt hatte ich bereits genäht (aber auch noch nicht gezeigt!), aber gerade für diese wechselwarmen Tage mag ich inzwischen Jacken lieber als ein Shirt...zu warm...Jacke auf...zu kalt...Jacke zu!
Nun sieht der Schnitt Mister Comet eigentlich nicht vor, dass man ihn als Jacke näht, aber so schwer ist das an sich nicht:

- Vorderteil nicht im Bruch zuschneiden, sondern mit Nahtzugabe an der Vorderkante
- auch das Kapuzenvorderstück, nicht im Bruch zuschneiden, sondern mit Nahtzugabe an der Vorderkante
- damit die Jacke auch innen hübsch aussieht habe ich mir noch einen Beleg vom Vorderteil abgezeichnet. Wie das geht ist übrigens hier erklärt.
- weiterhin benötigt man einen Reißverschluss in Länge der Jacke...die Länge misst man am besten ab, wenn man die Jacke schon zusammengenäht hat. Ich kaufe da immer die längsten Reißverschlüsse und kürze diese dann entsprechend ein. Anleitung dazu gibt es hier.
- meine Jacke habe ich dann noch zusätzlich mit einen Kinnschutz und im Nacken mit einem Versäuberungsstreifen ausgestattet...das rundet für mich das Gesamtbild der Jacke richtig gut ab.

Genug der Worte...hier nun Mister Comet als kuschelige Herbstjacke:






Genäht habe ich Mister Comet in Größe L (ich bin ca. 178 cm groß), so reicht sie mir schön warm über den Po, das mag ich in der kalten Jahreszeit sehr gerne. Außerdem ist noch genug Spielraum, um auch noch ein Langarmshirt drunter zu ziehen. Da ich nämlich tendenziell dazu neige immer zu frieren, ist für mich der Zwiebellook immer noch das bewährteste Kleidungsmodell...immer schön mehrere Lagen übereinander...ich gebe zu, das kann sich zum Winter hin bis zu fünf Lagen steigern;-).

Hier noch mal ein Blick auf die kleinen  Details:

Die Ösen habe ich mit Snappapp unterlegt, das gefällt mir immer sehr gut und sorgt auf jeden Fall dafür, dass die Ösen nicht so schnell ausreißen. Da der Kragen ja sehr hoch schließt fand ich den Kinnschutz sehr wichtig, denn nichts ist störender als ein pieksender Reißverschluss am Kinn!


Innen der Blick auf Beleg und Versäuberungsstreifen. Man hätte noch einen Aufhänger mitfassen können, aber ich bin ein bekennender "ich hänge meine Jacke an der Kapuze auf" Typ;-).

Ich bin sehr zufrieden mit meiner neuen Jacke...es wird sicher nicht die letzte sein. Und vielleicht war die Idee aus einem Sweatshirtschnitt eine Jacke zu zaubern für manch' einen ein klein wenig hilfreich und inspirierend.

Mit diesem Beitrag reihe ich mich in den heutigen MeMadeMittwoch ein und geh' gleich mal schauen, was ich dort für mich so an Inspiration finde!

Gruß Uschi

Schnitt: Mister Comet mit Abwandlungen
Stoff: Sweatstoff von Karteris und gut abgelagerter Jersey von...öh...keine Ahnung mehr;-)
Kordel: selbstgedreht


Freitag, 3. Juni 2016

Möbel aus Paletten...

...liegen im Trend. Und wenn man sich mal bei Pinterest umschaut, das, was man aus Paletten bauen kann ist schon sehr schön...sehr sehr schön. Nur leider findet man nie so wirklich richtig detaillierte Anleitungen dazu und es Bedarf schon ein wenig handwerklichen Geschicks, damit am Ende eben auch wirklich ein gutes Ergebnis dabei herauskommt.

Nun, manche von euch konnte es auf Instagram ja schon verfolgen...wir haben dort, wo früher die alte Garage stand nun ein "Lärchenhüttchen"...manch einer schmunzelt beim "...chen", denn das Hüttchen hat eine Grundfläche von ca. 4,70 m x 4,50 m und ist damit sicher eher schon Hütte zu nennen.


Inzwischen ist das Lärchenhüttchen auch komplett verkleidet und hat ein wetterfestes Dach und Boden bekommen und soll nun gefüllt werden. Am liebsten mit einer "Sitz-Lounge" aus Paletten. Nur wie geht man da am besten vor? Wie gesagt, bei Pinterest findet man schöne Ideen, aber meist eben nur als Idee oder aber mit Links die recht wenig aussagekräftig sind.

Da liegt es ja nahe, dass ich mal im Bloggerportal stöbere und schaue was die Literatur dazu zu bieten hat. Finde ich ein gutes Buch, mit guten Anregungen, aber eben auch mit fachgerechten Anleitungen, wie man die Paletten schleift, sägt, bohrt und zusammenzimmert.
Ich wurde schnell fündig und bekam vom Basserman-Verlag das Buch "Möbel aus Holzpaletten - preiswert und einfach selber bauen" von Benjamin Busche zur Rezension zur Verfügung gestellt.


Nun, das Buch kam hier an und ich blätterte es zunächst einmal durch um mir einen groben Überblick zu verschaffen. Nach einer recht knapp gehaltenen Einleitung werden die verschiedenen Bauprojekte vorgestellt. Couchtische, Sideboards, TV-Board, Sitzbank, Strandkorb, Jugendbett, Gartenbuffet und Wandregal mit Garderobe...schade...keine Sitz-Lounge. Aber nunja, vielleicht würde ich mit Hilfe des Buchs ja genug Infos bekommen, wie ich für mein Projekt am besten vorgehe.
Der Autor schreib ja in seinem Vorwort: "Ich versuche in diesem Buch Anregungen für jeden Geschmack zu geben. Ob es mir wirklich gelingt, jeden Geschmack zu treffen darf bezweifelt werden. Aber es steht Ihnen ja frei, die im Buch gezeigten Modelle nach eigenen Vorstellungen abzuwandeln."

Okay, das beruhigt mich, denn die im Buch gezeigten Modelle überzeugen mich nun nicht wirklich. Ich weiß nicht was es ist, aber die meisten Modelle wirken zu wuchtig, zu groß, zu massiv, zu unbequem. Vielleicht täuscht mein Auge sich aber auch oder es liegt an der eher (man möge mir verzeihen) eher lieblosen Darstellung der Objekte.

Zum Beispiel dieses Sideboard...an sich ist die Idee mit den Schubladen ja schon schön und ich könnte mir auch vorstellen, dass ich das für meine Sitzlounge irgendwie übernehme. Aber hier auf diesen Bildern wirkt das Sideboard doch eher verloren und warum wurde das Sideboard auf beiden Bilder inklusive sinnfreier Dekoobjekte mit bildverarbeitender Software nur eingefügt anstatt sich die Mühe zu machen und ein ansprechendes Foto zu gestalten.



Oder diese Sitzbank:  


"Die Sitzbank auf der Terrasse lädt zum gemütlichen Verweilen ein". Wirklich?
Ganz ehrlich mit diesen zwei kleinen Kissen lässt es sich ganz sicher nicht den ganzen Abend gemütlich dort sitzen, zumal die Rückwand im 90 Grad Winkel angebracht ist was mich eher an Sitzen mit Stock im Rücken erinnert. Also, warum nicht tolle Sitzkissen dazu zeigen, eine hübsche Decke und ganz viel Schnickeldiekram, der zum Beispiel dieses Buch hier zur Augenweide werden lässt?!


Hinzu kommt die Sitzhöhe...wir haben momentan in der Lärchenhütte provisorisch drei Paletten übereinander liegen OHNE Räder und das ist für uns mit einer Körpergröße von 1,80 m schon das absolute Maximum, was die Sitzhöhe für ein gemütliches Sitzen haben darf. Wenn ich mir dann vorstelle da kommen noch Rollen drunter, dann sehe ich so manch eine meiner Freundin mit den Füßen in der Luft baumeln.
Was mich auch ein wenig stutzen lässt, sind die doch eher kleinen Rollen mit einer Tragkraft von 50 kg/Stk. Okay, das macht insgesamt 200 kg Belastung die ich aufbringen kann, aber mal grob gerechnet: Eine Palette wiegt im Schnitt ca. 25 kg, hier sind vier Paletten verbaut worden, das wären schon 100 kg...okay, ich bin fair, die Paletten wurden nicht komplett verbaut, ziehen wird also mal 25 kg ab, bleiben also 75 kg, die alleine die Paletten wiegen. Ein durchschnittlicher Erwachsener wiegt vielleicht 70-80 kg (ich bin gnädig;-)) und man soll ja wohl zu zweit darauf sitzen. 75 kg + 2 x 80 kg = 235 kg...da habe ich das max. Belastungsgewicht aber bereit um 35 kg überschritten! Das wäre mir zu heikel...da also lieber etwas mehr einkalkulieren.

Der Strandkorb...


...steht leider auch nicht wirklich am Strand, sondern wurde auch nur mit der Bildbearbeitung samt Hund dort eingefügt...schade! Und auch hier überzeugt mich die Gemütlichkeit aufgrund der nicht geneigten Rückenlehne nicht wirklich. (hier kommen übrigens noch mal 70 kg durch den Aufbau dazu. Auch wenn der Strandkorb hinten abgestützt wird, vorne ruht das Gewicht nach wie vor auf den kleinen Rollen!)

Aber...ich will ja nicht nur meckern...die Anleitungen wie man diese Möbel anfertigt sind recht ausführlich und reichlich bebildert, so dass man sicher zum Ziel kommen wird. Eine übersichtliche Materialliste macht die Beschaffung der Materialien leicht. Allerdings fehlt eine konkrete Angabe der entsprechenden Verbrauchsmaterialien. Für mich als Laie wäre es z.B. wichtig zu wissen, mit welcher Schraubengröße schraube ich eine Rückenlehne an um ihr genug Stabilität zu geben. Oder wenn ich die Paletten abschleife...welches Schleifpapier verwende ist da mit welcher Korngröße. Darüber gibt auch der Einleitungsteil leider keine Information.

Auch das "nur zusammen nageln" der Schubladen wie es hier beschrieben steht halte ich für nicht dauerhaft und eher fragwürdig. Ein Schreiner würde diesbezüglich sicher die Stirn in Falten ziehen;-).


Fazit: Der Autor zeigt mit seinem Buch einfache Bauprojekte aus Paletten, die man aber vermutlich mit ein klein wenig handwerklichen Geschick auch ohne Anleitung selber hinbekommen würde. Da wo Fachwissen gefragt ist, z.B. die Neigung des Sitzwinkels beim Gartensofa finde ich kein fundiertes Wissen, was das Möbel aber erst zu einem brauchbaren Möbelstück macht. Vielleicht bin ich durch die Mithilfe beim Bau unseres Lärchenhüttchens aber auch bereits zu anspruchsvoll geworden, was die Verarbeitung mit Holz angeht. Das einzig Postlive was ich dem Buch entnehmen konnte war die Information zu den Europaletten an sich. Worauf ist beim Kauf, besonders wenn man gebrauchte Paletten auswählt zu achten. Gerade gebrauchte Paletten können nämlich Schadstoff belastet sein...man weiß ja nie, was vorher mal darauf transportiert wurde und möglicherweise ausgelaufen ist.
Daher habe ich mich entschieden mir neue Paletten zu gönnen. Relativ günstig kommt man über das große Auktionshaus daran.

Da stehen sie nun...


...meine Paletten und warten auf ihre Verarbeitung. Da Buch brauche ich mir dazu nun nicht zur Hand nehmen. Ich denke ich habe genug handwerkliches Geschick um daraus selber eine Sitz-Lounge zu gestalten. Ich lasse es auch bei Gelegenheit dann wissen:-).

So leid es mir tut, aber ich kann das Buch nicht empfehlen. Unterm Strich zeigen sich für mich zu viele Mängel, sowohl konstruktionstechnisch als auch beim Layout des Buches. Es gibt einen Stern, weil für mich jeder Autor diesen, für die Mühe die er mit dem Buch hatte, verdient.

Gruß Uschi







Donnerstag, 19. Mai 2016

Eigentlich...

...muss ein Backbuch von Frau Barcomi nicht mehr vorgestellt werden. Die Fans werden es eh lieben und kaufen oder bereits gekauft haben.

Aber dennoch, für ein Backbuch von Frau Barcomi werde ich sicher ein paar Worte finden. Drei ihrer Bücher stehen bereits im Regal und ich habe in jedem von ihnen einige Lieblingsrezepte, die immer wieder auf den Tisch kommen.
Ob es in ihrem neuen Buch "Cheesecakes, Pies und Tartes"...


...auch so sein wird, wird sich noch zeigen, denn zum backen bin ich leider noch nicht gekommen. Aber bereits beim Durchblättern läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Okay, wer mich kennt, der ahnt es schon "Cheesecakes" sind aufgrunde des cremigen Belags nicht so meins...schmecken sicher wundervoll...anderen....meinem Mann ganz sicher!
Eigentlich bin ich da etwas traurig, denn mit IHREM "New York Cheescake" wird ein lang gehütetes Geheimnis gelüftet. Und da wird nicht einfach nur die Zutatenliste und die Zubereitung preisgegeben, sondern eben auch die vielen Kniffe und Tricks, die es benötigt um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Und gerade diese Tricks und Kniffe sollte man sich sehr zu Herzen nehmen, denn sie eröffnen einem "die wundervolle Welt der Cheesecakes, Pies & Tartes".

Dass es nicht nur DEN Cheescake gibt zeigen die ersten drei Kapitel des Buches: I love Cheescakes, Cheesecakes-Bars und Gluten Free Cheesecakes. Eine sehr gute Idee auch an die Allergiker zu denken, denn eine Glutenallergie soll ja nun nicht bedeuten, dass man auf Kuchen verzichten muss!
Wenn ich mich nun nicht verzählt habe umfassen diese drei Kapitel alleine schon 25 Rezepte.
Rezepte, die immer auf einer Doppelseite sehr übersichtlich zu finden sind. Das sagt mir bei den Büchern von Frau Barcomi sehr zu...das Blättern mit fettigen Fingern beim Backen entfällt, die Zutaten sind nach Verwendung übersichtlich gruppiert und die Zubereitung in klare Arbeitsschritte unterteilt. Super auch die Angabe zur Backformgröße...da habe ich nämlich bei anderen Backbüchern schon manche Überraschung erlebt...sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung!

Weiter geht es mit den Lieblings-Pie-Rezepten...ganz klassisch mit der Appel-Pie oder aber auch der Cherry-und Blackberry-Pie....da weiß ich gar nicht welche ich zuerst probieren soll!


Im nächsten Kapitel "Homemade in Europa" nimmt uns Frau Barcomi mit auf eine kulinarische Spritztour durch unsere Nachbarländer. Und wir als treue Frankreichurlauber wissen die Welt der Tartes, Tartins und Galettes sehr zu schätzen, egal ob süß oder herzhaft...immer gut!
Auch hier in der Welt der Tartes zeigt Frau Barcomi in einigen Rezepten, dass Tartes auch ohne Gluten großartig sein können. Wer möchte da z.B. bei dem "Peanutbutter Townie" nicht sofort zubeißen?


Keine Backform zur Hand...kein Problem, im Kapitel "Free Form and Hybrids" geht es auch ohne und nicht minder appetitlich, wie hier diese "Crostata with Ricotta, Fruit and Blueberries":


Nach SO viel Süßkram muss was Herzhaftes her "Savory Cheescakes, Pis & Tartes" ist voll davon. 13 herzhafte Rezepte, von der klassischen Quiche Lorraine, zur Chili Pot Pie und auch kleinen Snacks die sich sicher gut für die nächste Party eignen.


Also rundherum steckt das Buch voll mit Rezepten die aus meiner Sicht auf jeden Fall schon zum Lieblingsrezept nominiert worden sind. Ein kleines Problem meinerseits jedoch..ich bin eher spontan was kochen und backen angeht...ich plane das selten Tage im voraus, meist will ich hier und jetzt und am besten gleich ein Ergebnis haben. Das geht bei so manchem vorgestellten Teig nicht, da bedarf es an mehreren Stunden Kühlung zwischen den einzelnen Schritten sonst gibt es eben keine Gelinggarantie. Also muss ich mich in Geduld üben. Eine weitere Schwierigkeit (die aber auch ein wenig mit meiner Spontanität gepaart ist): Manchmal werden Zutaten verwendet, die ich hier auf dem Land nicht so ohne weiteres bekomme, z.B. "Muskovadozucker, bei dem es sich um nicht raffinierten Zucker aus Mauritius handelt. Hier im Umkreis definitiv nicht zu bekommen...müsste ich bestellen oder das Risiko eingehen normalen Zucker oder Rohrzucker zu verwenden.

Und dennoch...auch wenn bereits drei ihrer Bücher in meinem Regal stehen, auch das neuste von Frau Barcomi "Cheesecakes, Pies & Tartes" erschienen im Mosaik Verlag ist jeden Cent der 18,99 € wert. Dankbar bin ich übrigens Frau Barcomi, dass sie uns nicht gandenlos mit Kalorienangaben quält. Tröstend finde ich da ihren Satz: "Es ist meine Überzeugung, dass es besser, gesünder und befriedigender ist, ein kleines Stück eines perfekten Cheesecakes zu essen anstatt ein großes Stück eines Kuchens, der mit Kompromissen entstanden ist. Darum sind auch in ihrem Buch viele Rezepte zu finden, die sich für eine 15er Form eignen...kleine Kuchen halt, dafür aber sehr, sehr lecker!

Ich hoffe ich konnte euch den Mund wässrig machen ;-).

Gruß Uschi