Montag, 25. Januar 2016

Ich nehme euch heute mal mit...

...auf meine Arbeit. Also damit meine ich nicht meine tägliche Hausarbeit hier in der Familie und ich meine auch nicht meine selbstständige Arbeit, die ich aus Gründen eh so gut wie ad acta gelegt habe..zu viele Auflagen, zu viele Gesetze die es zu beachten gilt, zu viele dumping Preise, die, wenn ich alles beachten will nicht halten kann und will. Aber darüber möchte ich hier heute ja gar nicht reden.

Nein heute geht es um meinen kleinen Nebenjob, den ich schon seit etlichen Monaten sehr mag, denn ich kann mir die Arbeitszeit frei einteilen, es ist immer wieder abwechslungsreich, hat manche Überraschung parat, ist manchmal lustig, manchmal aber auch mit viel logischem Denkvermögen verbunden...und ab und zu darf ich dabei sogar was nähen.
Manch' einer hat es sicher schon längst vermutet...und ja ich arbeite für Farbenmix. Das geht sogar über eine Entfernung von ca. 300 km...dank Internet, Email, dropbox und Post.

Und ja...auch bei diesem Projekt war ich beteiligt. Irgendwann so im Oktober lagen die ersten Schnitte und Anleitungen auf meinem Tisch. Meine Aufgabe ist es dann ein wachsames Auge zu haben, Schnittteile zu kontrollieren und ggf. zu korrigieren. D.h. stimmen alle Bezeichnungen, stimmen die Nummern, passen die Schnittteile zueinander, sind alle nötigen Markierungen vorhanden, stimmen die Angaben zum Zuschnitt.
Bei einem Schnitt der aus nur zwei Teilen (wie z.B. der Geldbeutel) besteht ist das noch recht übersichtlich, da war der AllesKönner, den ich auch mitbearbeiten durfte schon ein ganz anderes Kaliber!
Wenn bei den Schnittteilen alles okay ist geht es an die Anleitung. Sind die Stoffempfehlungen okay, fehlt etwas in der Materialliste, sind die Angaben für Gurtbänder, Reißverschlüsse alle korrekt?
Weiterhin gilt es zu überlegen ob die Bilder ausreichend sind, für das was im Text zusätzlich noch beschrieben steht. Erfasst man also schon im Bild, was der nächste Schritt ist? Mal ein Beispiel:

- Reißverschlussendstück nähen

Das haben sicherlich viele von euch schon gemacht und wissen wie das genau geht. Aber es gibt eben immer wieder Neulinge dabei, die mit der Beschreibung so nicht zurecht kommen und auch das Bild alleine zur Verdeutlichung nicht ausreicht. Daher ist die Beschreibung zu ändern in:

- Reißverschlussendstück  an einer Kante ca. 1 cm links auf links legen, dann rechts auf rechts falten und auf Reißverschlussbreite zusammennähen. Nahtzugabe knapp zurückschneiden

Zusammen mit dem entsprechenden Bild führt das dann auf jeden Fall zum gewünschten Ergebnis...hoffe ich;-)

Ist im Text an alles gedacht worden was da genäht wurde? Wenn man nämlich viel und oft näht sind einem manche Dinge SO selbstverständlich, dass man ganz vergisst, dass diese Dinge doch erklärt werden müssen. Da heißt es also nicht nur eben schnell den Text überfliegen, nein, man muss "im Geiste" mitnähen und dabei jedes Detail im Auge behalten. Stimmen z.B. die gewählten Schnittteilbezeichnungen bis zum Schluss überein usw.

Manchmal erschließt sich eine Anleitung aber auch erst, wenn ich die Tasche auch selber genäht bzw. die Arbeitsschritte Punkt für Punkt mit Stoff in der Hand nachvollzogen habe.

So z.B. bei dem Geldbeutel der heute u.a. vorgestellt worden ist. Viele von euch kennen ja das Prinzip des Fünf-Fach-Organizers. Aber als ich zum ersten Mal das "Gekrempel" sah traten doch tiefe Falten auf meine Stirn...das sollte gehen? Das musste ich erst einmal selber ausprobieren!!! Aber in der Tat, das geht...und zwar sogar besser als gedacht:-).
So hatte ich also nicht nur geprüft, ob sich nach der Anleitung nähen lässt, nein ich hatte auch gleichzeitig ein Designbeispiel produziert:



Die einfachen rechteckigen Schnittteile lassen sich hübsch mit Webbändern verzieren und da ich von dem Sternenwachstuch nur noch ein kleines Restchen hatte habe ich das Scheinfach noch einmal waagerecht unterteilt und das Wachstuch so mit einem anderen Stoff kombiniert. An der Schnittkante der Unterteilung muss dann jedoch jeweils oben und unten Nahtzugabe zugegeben werden...logisch...oder? So wäre es also möglich den Geldbeutel auch aus kleinen Restchen zu nähen. Oder man näht die Reste erst zusammen und legt dann das Schnittteil auf...geht auch.


Toll finde ich das kleine Münzfach in der Mitte...das hat nämlich im Vergleich zum Fünf-Fach-Organizer auch noch einen Reißverschluss bekommen, da die Geldbörse doch noch etwas anders aufgebaut ist. D.h. der Inhalt ist hier auch gut gesichert und nichts kann herausrutschen. Zwischen Münz- und Scheinfach entstehen ganz automatisch noch zwei kleine Einsteckfächer in denen Scheckkarten, Krankenkassen- und Bonuskarten etc. Platz finden.
Bei einer Größe von ca. 18,5 cm breit, 11 cm hoch, 1 cm tief bleibt der Geldbeutel schön handlich (okay...200 € Scheine müssen dann leider gefaltet werden...aber wer trägt die schon täglich mit sich herum;-)) aber man kann immerhin in einem der Scheinfächer das Handy verstauen. Somit also ideal, wenn man nur mit kleinem Täschchen unterwegs sein möchte.

Noch mehr ganz tolle Desingbeispiele zum Geldbeutel findet ihr übrigens hier auf der Designbeispielseite.

Ihr seht also...mein Arbeitstag kann sehr abwechslungsreich sein. Und wenn es nicht gerade ein Taschenspieler ist, der überprüft werden muss so sind es die vielen anderen Schnitte die eine Anleitung benötigen, die kontrolliert und korrigiert werden müssen. Und wenn es denn dann tatsächlich mal ganz, ganz ruhig ist, dann gibt es sicher noch ganz viele Anleitungen die in den Anleitungsbereich eingepflegt werden können. Schaut auch da mal von Zeit zu Zeit hinein, insbesondere bei den Detailanleitungen gibt es viele hilfreiche Tipps und Tricks.

Und solltet ihr dennoch Fehler im Taschenspieler 3 finden (der übrigens noch bis Ende Januar zum Vorzugspreis von 15 € inkl. Versand vorbestellt werden kann!!!), dann denkt daran, auch hier am anderen Ende steht immer nur ein Mensch...nie ganz unfehlbar;-).

So...lang genug hier geschrieben...macht's gut...ich muss wieder an die Arbeit;-).

Gruß Uschi (die übrigens sehr dankbar ist ein kleines Rädchen im tollen farbenmix Team sein zu dürfen!)





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