Samstag, 31. Dezember 2016

Fliegender Wechsel

Ganz unspektakulär gibt es hier im Blog zum Jahresende quasi einen fliegenden Wechsel;-)


Das Jahr hatte zwar viele Highlights über die ich ausführlich hätte berichten und auf die ich jetzt zurückblicken lassen könnte, aber irgendwie bin ich nicht mehr konsequent genug zum blogen gekommen in diesem Jahr (wie auch eigentlich schon im Jahr zuvor). Es gibt viele Gründe warum das so ist und ich muss nun doch ernsthaft darüber nachdenken, wie ich es in den kommenden Monaten handhaben werde. Ganz aufgeben möchte ich den Blog ja auch nicht, aber ein Blog lebt ja nunmal davon, ihn mit Inhalten zu füllen. Schwierig!

Daher, ganz besonders denjenigen, die mir trotz allem schon seit Jahren die Treue halten:

Danke, dass ihr immer noch von Zeit zu Zeit hier reinschaut!
Kommt gut in neue Jahr!
Auf das 2017 ein Gutes werde!
Gruß Uschi

Häkelmuster: Vlieg Victor von Stip en Haak



Mittwoch, 21. Dezember 2016

Mein Parka zum MeMadeMittwoch

Einige meiner Instagram Follower warten sicher schon sehnsüchtig auf diesen Artikel zum #Fischschwanzparka :-). Aber ich sag's euch gleich, es wird eine etwas längere Geschichte;-).

Nur wo fange ich an? Der Schnitt stammt aus der Ottobre 5/2013 und bereits seit Erscheinen dieses Heftes stand fest...irgendwann würde ich diesen Parka nähen. Es gingen jedoch zwei Winter ins Land, in denen ich nicht die Zeit oder vielleicht auch nicht die richtigen Stoffe oder vielleicht auch nicht die Ruhe dazu fand ihn so zu nähen wie ich ihn haben wollte.

Aber jetzt, jetzt war es endlich so weit. Anfang des Monats musste ich unseren Sohn zu einer Prüfung nach Arnheim bringen, da lag es ja fast auf der Hand, dass ich in der Zwischenzeit bei Karteris in Oosterhout mal reinschaue. Eigentlich war ich auf der Suche nach schönen Sweatstoffen, aber dann lagen da diese vielen Ballen schöner, fester Canvas..in grau, in beige, in schwarz, in weiß (ohje..NEIN!!!), in braun und in petrol/dunkelgrün/grünblau...also, in so einer Farbe, die jeder anders betiteln würde. Und genau für diese Farbe entschied ich mich dann. Mir war zwar klar, dass ich daraus diesen "Fall Favorite" Parka nähen würde, hatte es aber wieder mal verpeilt, zu schauen wie viel Stoff ich dafür wohl benötigen würde:-(. Genauso wenig hatte ich eine Idee, was ich als Futter dafür verwenden könnte.
Die Frage nach dem Futter klärte sich dann noch im Stoffgeschäft, eine Regalreihe weiter. Dort lag nämlich ein riesiger Ballen herrlichster Doppelzottelplüsch (hustplüselhust) in genau dem gleichen petrol/dunkelgrün/grünblau. Perfekt!!! Hinzu gesellte sich noch ein passender Reißverschluss...alles wunderbar. Von den Stoffen nahm ich dann reichlich mit (2,50 m hätten aber auch gereicht). Sweatstoffe kaufte ich dann übrigens nicht mehr;-).
Zu hause sah ich mir den Schnitt dann endlich mal genauer an und die ersten Falten bildeten sich auf meiner Stirn. Wer die Anleitung kennt, der wird wissen, was ich meine. Dort wird empfohlen Außenstoff und Futter aufeinander zu nähen und dann als einen Stoff weiter zu verarbeiten. Nein, nicht schön! Ich möchte keine offenen Nähte in meinem Parka sehen. Also googelte ich erst einmal wie andere diesen Parka genäht haben. Was sich da alles fand, war schon sehr interessant. Aber die meisten waren, wie ich ja auch, der Ansicht, die offenen Nähte sind blöd. Also entschied auch ich den Mantel komplett zu verstürzen. Mit einem Blick auf meinen doch arg dehnbaren Doppelzottelplüsch beschlich mich dann jedoch das Gefühl, dass die Wahl des Futters wohl doch nicht so die Beste war:-(. Was nun? Mein Blick schweifte durch's Nähzimmer und fiel auf den Ballen aus Lila Lottas Serie "Carlitos"...ja, genau, der Kleingemusterte, prima, auch darin enthalten das hübsche petrol/dunkelgrün/grünblau. Passt Perfekt!

Dann hieß es für mich die richtige Größe zu ermitteln. Da ich recht häufig nach Ottobre Schnitten nähe, weiß ich für mich, ein wenig größer kann nicht schaden. Ein Abgleich mit meiner jetzigen Winterjacke zeigte, dass es doch auf Größe 44 hinauslaufen würde. Also Schnitt kopiert, dabei dann aber gleich ein paar Überlegungen mit einfließen lassen:

- die Stoffe sollen nicht doppelt verarbeitet werden
- das Futter soll dann unten am Saum einen Beleg aus Außenstoff bekommen
- im Reißverschluss wird der Beleg nicht mit dem Futter verbunden, wieso erkläre ich gleich.
- den Kordelzug in der Taille möchte ich so anbringen, dass man ihn innen nicht sieht, denn...
- das Futter soll noch eine Bewegungsfalte bekommen
- die Ärmel werden verlängert (muss ich immer!) und bekommen Windstopperbündchen, selbstgestrickt?

Das waren erst einmal die Überlegungen im Groben. Manches Vieles würde sich noch beim Nähen ergeben. Die Sache mit dem, laut Ottobre, lose flatternden Beleg wollte ich mir nämlich zu Nutze machen. Gesehen hatte ich die Idee bei prinzenreich und fand sie einfach genial für meinen Doppelzottelplüsch, danke für die Inspiration!!! An diesen Beleg kann man nämlich prima ein Futter anknöpfen...sicher hatte Ottobre das auch im Sinn. Sie haben das nur schlichtweg vergessen;-).

Nachdem alle Überlegungen abgeschlossen waren konnte ich endlich anfangen zu zuschneiden. Erstmal mit dem Futter...sollte es doch zu eng sein, von diesem Stoff hatte ich ja immerhin einen ganzen Ballen. Und das WAR auch gut so. Denn die erste Anprobe zeigte, an den Armen rutscht das Futter nicht gut genug und bei der zweiten Anprobe machte es leider im rückwärtigen Bereich am Halsausschnitt ein ganz fürchterliches "Krrrrrck" und es zeigte sich ein Riss von ca. 10 cm. Danach erstmal Feierabend!

Also neu überdenken...außerdem hatte ich anfangs noch vor die Ärmel auch mit einknöpfbarem Doppelplüsch auszustatten, dann wären sie sicherlich zu eng geworden.
Fazit, ich brauche mehr Weite an den Ärmeln und am Armausschnitt. Die Doppelplüschärmel strich ich aus meinen Gedanken, dafür würde ich das Futter aber nun mit dünnem Volumenvlies versehen und die Ärmel aus glattem Stoff (ich habe da nun Taslan gewählt) genäht.
Ich nahm also folgende Änderungen vor:

- die Ärmel schnitt ich in der Mitte auseinander und gab 2 cm hinzu.
- diese Mehrweite musste ich nun aber auch am Armausschnitt zugeben. Dazu gab ich oben an der Schulternaht auch jeweils 1 cm zu, schob den Halsausschnitt aber auch jeweils 1 cm wieder nach oben. (ich weiß nicht, ob das schneidertechnisch die richtige Lösung ist, aber es passt:-))

Jetzt aber konnte ich endlich ohne weiteren Hürden nähen und JA ich wollte auch die Paspeltaschen nähen! Habe ich noch nie gemacht, sah es aber als Herausforderung für mich an. Und ja, ich habe dabei gezittert, denn die Paspeltaschen sind sehr präsent positioniert, wenn da irgendwas schief und faltig ist, ich würde immer hinsehen! Aber hey, Paspeltaschen sind gar nicht so schwer wie sie ausssehen! Voraussetzung ist: Ordentlich anzeichnen und gut bügeln. Und weil abends zuvor Guido in "Geschickt eingefädelt" sich so sehr darüber gefreut hatte, dass man beim Einblick in die Tasche nicht direkt den Blick auf's Futter hat, habe ich diese Idee natürlich sofort auch für mich umgesetzt:-).


Größere Probleme bereiteten mir hingegen diese Blasebalgtaschen, wie sie im Schnitt vorgesehen waren. Ich konnte sie stecken wie ich wollte, sie sahen immer schief aus! Eine Nacht drüber schlafen, ein Blick auf meine Stoffmenge und ich schnitt neue Taschen nach meiner eigenen Vorstellung zu!


Ja...so geht es gleich viel besser!

Ihr seht, die Sache mit der Farbe ist auch beim fotografieren problematisch;-)

Im weiteren Verlauf taten sich zunächst erst einmal keine Probleme mehr auf. Auch die Sorge, dass die vielen Stofflagen irgendwann zu dick sein würden, bewältigte die Maschine zum Glück größtenteils ohne murren. Und gerade beim Reißverschluss hatte ich da echt Sorgen, da dort an einer Seite ja zusätzlich auch noch über die volle RV-Länge ja ein Schutz mitgefasst werden muss, der dann oben auch noch doppelt umgelegt wird. Ich glaube es sind insgesamt dann 6 Lagen Außenstoff, einmal Futter, einmal Volumenvlies, einmal Vlieseline und dann noch der Reißverschluss! Ganz langsam genäht mit einer Top-Stichnadel...nicht gerade wie durch Butter, aber ohne Fehlstiche!


Problematisch wurde es dann nochmal mit dieser Windschutzleiste. Die konnte ich nämlich nicht noch aufgrund der vielen Stofflagen nah an die Reißverschlusskante setzen (was ich aber auch unpraktisch gefunden hätte!). Daher war sie dann letztendlich zu schmal. Wie gut, dass ich reichlich Stoff gekauft hatte, also schnitt ich diese auch nochmal zu, insgesamt ich meine 2 cm mehr. Und so im nachhinein hätte es noch ein Zentimeter mehr sein können! Also, falls ihr diesen Parka auch nähen wollte, wartet mit dem Zuschnitt der Windschutzleiste, bis klar ist, wie breit sie genau sein soll!

An den unteren Ecken hatte ich (so im nachhinein jetzt überlegt) noch einen kleinen Denkfehler, was den "losen Beleg" angeht. Dadurch, dass ich das Futter am Saum ja mit festem Beleg versehen habe konnte ich den losen Beleg dort nicht mitfassen. Ich hätte ihn aber bis ganz unten durchlaufen lassen können. Das sehe ich aber erst jetzt auf dem Foto. So habe ich das kleine überstehende Stück mit Schrägband eingefasst, umgeklappt und von Hand festgenäht. Irgendwie schwer zu beschrieben, wie ich es wollte, wie es hätte sein können und wie es nun ist;-).


Bei den Windstopperbündchen habe ich mich doch für normale Bündchenware entschieden. Gestrickte wären zu dick in der Naht geworden. Sie liegen ca. 3 cm vertieft im Ärmel und lauern nur ganz knapp hervor.


Das Doppelzottelplüschfutter habe ich dann (aufgrund der Dehnbarkeit) ohne Nahtzugabe und vorne auf Belegbreite zugeschnitten (also ohne Beleg). Die Armausschnitte und die Kanten alle mit Schrägband eingefasst und dann mit KamSnaps an dem losen Beleg, unten in der hinteren Mitte und jeweils am Armausschnitt in der Schulternaht und in der Achsel befestigt.




Für den Kordelzug in der Taille habe ich einen Tunnel von innen auf den Außenstoff genäht, dann ein zusammengenähtes Schrägband eingezogen, was jedoch durch eine Öse im Futter nach innen hinausgeführt wird. Vielleicht wäre durch eine Öse nach außen auch hübsch gewesen?


So, ihr habt nun tapfer bis hier her durchgehalten, nun wollt ihr sicher auch sehen, wie der Fall Favorite Fischschwanzparka getragen aussieht:




Kuschelig warm mit eingeknöpftem Doppelplüsch!


Die Kapuze hätte eine Idee kleiner sein können, aber die Idee mit diesem nach hinten gerichteten Kordelzug (auf den ich nicht verzichtet habe!) ist schon sehr gut!
Ach ja und von der Weite ist der Mantel nun sehr gut, also zumindest für mich, die eben gerne viele Lagen im Winter übereinander zieht. So ist auch für einen dünnen Wollpullover noch Platz genug!


Ja, was soll ich abschließend noch sagen:
Der Parka sieht aus wie gekauft...leider;-) oder eben auch nicht leider.



Und ich habe mir viel Zeit dafür genommen! An 14 Tagen immer mal wieder ein Stückchen weitergenäht. Und das war auch gut so, denn in der Ruhe liegt die Kraft. Und ja, es ist mein ganz privates "Meisterstück der Woche", wenn nicht sogar meiner Nählaufbahn.
Und ja, ich würde ihn nochmal nähen, vielleicht als Sommervariante aus beschichtetem Stoff als Regenmäntelchen!

Damit reihe ich mich nun ein, in die vielen tollen Meisterstücke der Woche, die immer Mittwochs HIER gezeigt werden. Danke dafür!!!

Gruß Uschi

Schnitt: Fall Favorite Fischschwanzparka, Ottobre 5/2013
Stoff: fester Canvas, Baumwollpopeline "Carlitos" von LilaLotta, Doppelzottelplüsch
Schrägband: selbst gemacht
Paspel: farbenmix
Druckknöpfe: Prym
Schal: selbst gehäkelt nach diesem Muster
Stiefel: Tiggers, gibt es leider nicht mehr:-(
Pullover: Selbstgestrickt nach eigener Idee mit Wolle von Stoff&Stil






Dienstag, 13. Dezember 2016

Packs ein oder Näh' dich glücklich in 13 Tagen

Auch dieses Jahr wieder gibt/gab es bei Farbenmix eine Adventskalendertasche zum mitnähen. Jeden Tag wurde ein Türchen geöffnet und ein weiterer kleiner Nähschritt wurde freigeschaltet. Immer nur hier eine Naht, da etwas zuschneiden, alles in allem kaum mehr als 15 min am Tag.

Eigentlich wollte ich erst gar nicht mitmachen, aber da Sabine die Tasche dieses mal auch weitgehend ihren Mitarbeitern vorenthalten hatte und ich so also keinen Blick, weder auf die Anleitung, noch auf die fertige Tasche werfen konnte, war die Neugier einfach zu groß.

Material gibt mein gut sortiertes Nähzimmer auf jeden Fall her, so brauchte ich noch nicht einmal aus dem Haus um alle Nähzutaten zusammen zu haben.

So entstand auch bei mir hier im Hause eine ganz individuelle Adventskalendertasche, die nun den offiziellen Namen "Packs ein" trägt.


Und Einpacken kann man darin wirklich richtig, richtig viel, denn die Tasche hat Zuwachspotential;-).


Besonders toll finde ich jedoch die bunte Vielfalt aller Taschen und wie viele bei díeser Aktion wieder mitgenäht haben, sich die Zeit in der Adventszeit für sich genommen haben. Einfach nur TOLL! Nun werde auch ich mich in die Reihe der Modelle einreihen, aber keine Sorge, von der Verlosung bin ich selbstverständlich ausgeschlossen. Aber als Inspirationsquelle soll meine Tasche ja doch ein klein wenig dienen;-)

Ich hoffe ihr hattet genauso viel Freude beim Nähen wie ich!

Gruß Uschi